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"Siegburg, I hear you loud and clear": Schüler funken mit Alexander Gerst

Montag, 1. September 2014

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  • Schüler funken mit Alexander Gerst

    Schüler funken mit Alexander Gerst

    Zwei Schüler des Gymnasiums Siegburg Alleestraße stellen dem deutschen Astronauten Alexander Gerst ihre Fragen.

  • Alexander Gerst

    Schüler funken mit Alexander Gerst

    Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Weltraumorganisation ESA führen im Rahmen der ISS-Mission von Alexander Gerst zahlreiche Aktionen für Schülerinnen und Schüler durch, um sie für Forschung und Technik zu begeistern. Dazu gehören unter anderem auch mehrere Live-Kontakte, bei denen Jugendliche per Amateurfunk mit Alexander Gerst sprechen können. Unterstützt wird das Projekt auch vom Deutschen Amateur-Radio Club e.V. (DARC).

  • ISS

    Die Internationale Raumstation ISS

    Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist am 29. Mai 2014 auf der Internationalen Raumstation angekommen. Seitdem arbeitet und forscht er auf der ISS und funkt ab und zu zur Erde. Schüler dürfen ihm dann im Rahmen des Amateur Radio on the International Space Station (ARISS)-Projekts 20 Fragen stellen.

Ein lautes Rauschen schallt am 1. September 2014 um 15:12 Uhr durch den Saal des Gymnasium Siegburg Alleestraße (GSA). Erste Funkwellen erreichen von der Internationalen Raumstation aus die Erde – besser gesagt die Antenne am Dach der Schule. Erste Rufzeichen des deutschen Astronauten Alexander Gerst sorgen für kollektives Aufatmen in der Aula des GSA. Eine bunt gemischte Schülergruppe hat im Rahmen des Amateur Radio on the International Space Station (ARISS)-Projekts per Funk mit dem Astronauten Kontakt aufgenommen – und er hat geantwortet. Das Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt das Gymnasium gemeinsam mit dem Deutschen Amateur-Radio-Club e.V.  (DARC) und dem Geographischen Institut der Universität Bonn bei dem Projekt, um Schüler für Raumfahrt, Wissenschaft und Technik zu begeistern.

Nachdem der Kontakt steht, und die Stimme von Alexander Gerst gebrochen, aber erkennbar zu hören ist, läuft unerbittlich die Uhr. Die ISS ist nur elf Minuten in Reichweite der Antennen auf dem Dach der Schule. Elf Minuten, in denen 20 wissensdurstige Schüler den deutschen Astronauten in rund 420 Kilometern über der Erde mit ihren Fragen löchern: "Was vermissen Sie am meisten auf der Erde? OVER".  "Am meisten vermisse ich joggen im Sommerregen und das Grillen auf der Dachterrasse mit meiner Freundin", kommt es stark verrauscht aus den Boxen. Auch kritischen Fragen muss sich Alexander Gerst stellen: "Haben Sie trotz Ihres Intensivtrainings manchmal noch Bedenken, etwas falsch zu machen? OVER." "Ja auf alle Fälle. Wir kontrollieren alles sehr streng nach und gehen auf Nummer sicher, um alle möglichen Fehler auszuschließen", antwortet Gerst aus 420 Kilometern Höhe. Bisher habe es auch keine großen Notfälle gegeben, funkt der deutsche Astronaut nach unten.

Funken bis der Mond antwortet

Eine Frage nach der anderen schicken die Schüler in den erdnahen Orbit – und Alexander Gerst beantwortet sie mit einer gesunden Mischung aus Herzlichkeit und Routine. Kein Wunder, denn sein Großvater war Funkamateur. Schon als Kind schickte der kleine Alexander zusammen mit dem Opa seine Botschaften per Funk rund um die Welt – und manchmal auch zum Mond. Zwei, drei Sekunden später kommen die Signale sogar zurück. Der Mond als Spiegel, der Worte zurückwirft. Das ist spannend und hat schon damals seine Leidenschaft für die Raumfahrt geweckt. Vielleicht bereitet ihm deswegen auch die Frage des 15-jährigen Jay besondere Freude: "Wann, glauben Sie, kann man zum Mars reisen? OVER". Genau festlegen wollte sich Alexander Gerst bei dieser Frage nicht: "Später wird es uns sicher möglich sein, zum Mars zu reisen", funkt er zur Erde.

Zwar ist die ISS nicht so weit wie der Mars entfernt. Doch rast sie mit 28.000 Stundenkilometern unerbittlich um die Erde und mit ihr rast auch die Zeit. 17 Schüler haben ihre Fragen gestellt. Dann ist die ISS am Rande des Empfangsgebiets. Der Kontakt wird immer schwächer. Alexander Gerst entfernt sich, wird unerreichbar für die Signale der Antennen aus Siegburg. Der Kontakt bricht ab. Doch mit dem Ende des Funksignals hören die Raumfahrtaktivitäten des Gymnasiums Siegburg Alleestraße noch lange nicht auf.

Vom Weltall ins Klassenzimmer

Die Schule ist auch beim Projekt "Columbus Eye - Live-Bilder von der ISS im Schulunterricht" mit dabei. Die Schüler können unsere Erde mit den "Augen" der Internationalen Raumstation aus rund 400 Kilometern Höhe neu entdecken. Vier Videokameras außen am Columbus-Labor zeichnen fortwährend Bilder von unserem Planeten auf. Das Projekt "Columbus Eye" vom DLR und der Universität Bonn bringt diese Live-Bilder nun in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA aus dem All ins Klassenzimmer. Das Columbus-Eye-Webportal stellt die Aufnahmen außerdem Wissenschaft und Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung und bietet Informationen zur ISS und Alexander Gersts Mission "Blue Dot".

Zuletzt geändert am:
01.09.2014 17:37:10 Uhr

Kontakte

 

Martin Fleischmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Kommunikation

Tel.: +49 228 447-120

Fax: +49 228 447-386
Johannes Weppler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Bemannte Raumfahrt, ISS und Exploration

Tel.: +49 228 447-358

Fax: +49 228 447-737
Andreas Rienow
Universität Bonn

Geographisches Institut, Arbeitsgruppe Fernerkundung

Tel.: +49 228 73-9706