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DOSIS und DOSIS 3D - Strahlungsmessung in der ISS

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  • Aktiver Strahlungsdetektor

    Aktiver Strahlungsdetektor

    Aktiver Strahlungsdetektor im europäischen Columbus-Modul

  • Passiver Strahlungsdetektor

    Passiver Strahlungsdetektor

    Passiver Strahlungsdetektor im europäischen Columbus-Modul

  • Verteilung der Strahlungsdetektoren

    Verteilung der Strahlungsdetektoren

    Verteilung der Strahlungsdetektoren im europäischen Columbus-Modul der ISS

Hintergrund und wissenschaftliche Ziele:

Seit den Anfängen der Raumfahrt ist die Erfassung der Strahlenbelastung vor allem bei bemannten Missionen unverzichtbarer Bestandteil jedes Experimentalprogramms. In den letzten Jahrzehnten wurden für die Raumfahrt viele passive und aktive Strahlungsmessgeräte (Dosimeter) entwickelt und verfeinert. Passive Dosimeter liefern einen über die Zeit summierten Wert der Strahlung, aktive messen aktuelle Expositionsraten. Die langjährige Erfahrung des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin hat bei diesen Entwicklungen eine entscheidende Rolle gespielt.

Experimentbeschreibung:

Mit den Experimenten DOSIS und DOSIS 3D wird die Messung der Strahlenbelastung innerhalb der ISS - speziell im europäischen Columbus-Labor - fortgesetzt. Dabei kommen bei den Experimenten je zwei aktive und elf passive Detektorpakete zum Einsatz. Zusammen mit den erhobenen Dosimeter-Daten der Kooperationspartner NASA, JAXA und dem IBMP soll im Rahmen von DOSIS 3D eine dreidimensionale Karte der Strahlenbelastung in der ISS erzeugt werden.

Status:

Das vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin und seinen nationalen und internationalen Kooperationspartnern neu entwickelte Dosimeter-Set für das Experiment DOSIS wurde im Juli 2009 zur ISS geschickt. Die Messungen fanden im Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2011 statt und sind abgeschlossen. Das Nachfolge-Experiment DOSIS 3D begann im März 2012.

Ergebnisse:

Mit DOSIS wurde eine durchschnittliche Strahlenbelastung von rund 650 μSievert pro Tag gemessen (zum Vergleich: in zehn Kilometer Höhe bis zu 150 μSievert pro Tag, am Erdboden etwa sieben μSievert pro Tag). Insgesamt ist die Strahlenexposition im Columbus-Labor wegen der besseren Abschirmung aber deutlich geringer als bei den Ende der 1990-er-Jahre durchgeführten Shuttle-Missionen oder auf der russischen MIRStation. Wegen der Komplexität des Strahlenfeldes und seiner zeitlichen Änderungen - vor allem bedingt durch den Sonnenzyklus - sind allerdings weitere kontinuierliche Messungen notwendig.

Perspektiven für Forschung und Anwendung:

Die Ergebnisse sind für die Planung künftiger bemannter Weltraummissionen unerlässlich - zum Beispiel im Hinblick auf die Auswahl geeigneter Materialien und elektronischer Bausteine, zur Konstruktion von Schutzbereichen und zur genauen Abschätzung der Strahlenbelastung der Astronauten.

Start: 24. Juli 2009 / Progress 34P
ISS-Zeitraum DOSIS: Juli 2009 bis Juni 2011
DOSIS 3D: seit März 2012
Unterbringung Columbus-Modul
Experimentator Dr. Günther Reitz; Dr. Thomas Berger
Einrichtung DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Köln
Bereich Strahlenbiologie
Partner ESA; NASA; JAXA; IBMP Moskau; nationale und internationale Forschungsinstitute

 

Zuletzt geändert am:
05.06.2014 12:06:21 Uhr