Experimente
"Außenposten" im All
Internationale Raumstation ISS
theme

CRiSP - Wie entwickeln sich Grillen im Weltraum? (abgeschlossen)

Autoplay
Info an
Info aus
Informationen
Schließen
Vollbild
Normal
zurück
vor
{{index}}/{{count}}
Tipp:
<Escape>, um fullscreen zu beenden.
  • Hausgrillen (Acheta domestica)

    Hausgrillen (Acheta domestica)

    Zwei Hausgrillen (Acheta domestica) verspeisen eine Karotte

  • Container für die Grillen

    Container für die Grillen

    CRiSP baut auf Ergebnissen der Spacelab-Mission Neurolab aus dem Jahr 1998 auf. Während bei Neurolab die Befruchtung der Eier vor der Mission noch auf der Erde stattgefunden hatte, erfolgte sie beim ISS-Experiment während des Aufenthalts in Schwerelosigkeit. Dadurch konnten sehr frühe Stadien bei der Entwicklung des Schweresinnes
    erfasst werden.

Hintergrund und wissenschaftliche Ziele:

Das Experiment Crickets in Space (CRiSP) untersuchte den Einfluss der Schwerkraft auf die Embryonalentwicklung von Grillen. Insekten sind besonders interessante Studienobjekte, weil sie die Schwerkraft prinzipiell ähnlich wie wir Menschen und andere an Land lebende Wirbeltiere wahrnehmen. Die Schwerkraft wird hier durch das Zusammenspiel zweier Prinzipien erfasst: von den eigentlichen Schweresinnesorganen sowie durch die Messung von Lageveränderungen des Körpers mittels Gelenkrezeptoren in den Beinen. Bei den Grillen sind sogenannte Kolbenhaare hierfür zuständig, die sich an Körperanhängseln des Hinterleibs befinden.

Experimentbeschreibung:

CRiSP baut auf Ergebnissen der Spacelab-Mission Neurolab aus dem Jahr 1998 auf. Während bei Neurolab die Befruchtung der Eier vor der Mission noch auf der Erde stattgefunden hatte, erfolgte sie beim ISS-Experiment während des Aufenthalts in Schwerelosigkeit. Dadurch konnten sehr frühe Stadien bei der Entwicklung des Schweresinnes erfasst werden.

Status:

Das Grillen-Experiment wurde während der italienischen ISS-Taximission Eneide im April 2005 durchgeführt und ist abgeschlossen.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen, dass die Entwicklung des Schwere-Sinnessystems in den Antennen der Grillen weitgehend unabhängig von den Schwerkraftbedingungen abläuft, das heißt anatomisch zeigen sich keine Veränderungen. Bestimmte Neurone im Gehirn hingegen wandelten ihre Funktion. Da das Verhalten der Tiere jedoch weitgehend normal war, sprechen diese Befunde für eine schnelle Anpassung an modifizierte Schwerkraftbedingungen. Sehr wahrscheinlich wird das normale Verhalten durch ein neu gelerntes, verändertes Zusammenspiel aller bei der Schwere-Wahrnehmung beteiligten Sinnessysteme, das heißt dem Kolbenhaarsystem und dem Schweresinnesorgan im Kopf der Tiere, ermöglicht. Die Tiere scheinen ihre neuronalen Strukturen in Abhängigkeit ihrer Verwendung umzubauen, um die Funktionen des Nervensystems zu erhalten, anzupassen und gegebenenfalls zu erweitern. Diese sogenannte neuronale Plastizität war bei den Insekten besonders ausgeprägt. Zudem entwickelten sich die Grillenlarven in Schwerelosigkeit schneller als auf der Erde.

Perspektiven für Forschung und Anwendung:

Bei diesem Experiment handelt es sich um Grundlagenforschung zur Embryonalentwicklung und insbesondere zur neuronalen Plastizität, einem sehr aktuellen Thema in der Neurobiologie.

Start: 15. April 2005 / SojusTMA-6
ISS-Zeitraum April 2005
Unterbringung KUBIK-Inkubator im russischen ISS-Modul
Experimentator Prof. Dr. Eberhard Horn
Einrichtung Universität Ulm
Bereich Gravitationsbiologie
Partner ESA

 

Zuletzt geändert am:
03.07.2014 11:44:53 Uhr