Experimente
"Außenposten" im All
Internationale Raumstation ISS
theme

PMDIS/TRAC - Feinmotorik auf dem Prüfstand (abgeschlossen)

Autoplay
Info an
Info aus
Informationen
Schließen
Vollbild
Normal
zurück
vor
{{index}}/{{count}}
Tipp:
<Escape>, um fullscreen zu beenden.
  • Sunita Williams mit dem TRAC%2dExperiment

    Sunita Williams mit dem TRAC-Experiment

    NASA-Astronautin Sunita Williams mit dem TRAC-Experiment im Destiny-Modul der ISS

  • PMDIS%2dExperiment im US%2damerikanischen Destiny%2dLabor

    PMDIS-Experiment im US-amerikanischen Destiny-Labor

    Astronaut Clayton Anderson führt das Perceptual-Motor Deficits in Space (PMDIS) Experiment im US-amerikanischen Destiny-Labor durch.

  • NASA%2dAstronautin Sunita Williams beim Training für das Experiment PMDIS/TRAC

    NASA-Astronautin Sunita Williams beim Training für das Experiment PMDIS/TRAC

    Die amerikanische NASA-Astronautin Sunita Williams beim Training für das deutsch-kanadische Experiment PMDIS/ TRAC während der Mission STS-116

Hintergrund und wissenschaftliche Ziele:

Als der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter nach seiner erfolgreichen Astrolab-Mission mit dem amerikanischen Space Shuttle Discovery (STS-116) kurz vor Weihnachten 2006 zur Erde zurückkehrte, markierte dies gleichzeitig den Beginn von PMDIS/TRAC (Perceptual Motor Deficits in Space/Test of Reaction and Adaptation Capabilities).

Das deutsch-kanadische Experiment war ein gemeinsames Projekt der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln und der York University Toronto unter Beteiligung der NASA. Das DLR hat im Wesentlichen die Entwicklung der Experimentanlage durch die deutsche Raumfahrtindustrie sowie die Forschung an der Sporthochschule unterstützt. Kanada stellte als ISS-Partner die notwendigen Ressourcen bereit. Bei dem Experiment PMDIS/TRAC sollte die Koordination von Bewegungen während der Anpassungsprozesse an die Schwerelosigkeit und nach der Rückkehr zur Erde analysiert werden. Insbesondere untersuchten die Kölner Sportmediziner, wie sich die manuelle Geschicklichkeit von Astronauten im Laufe einer Weltraummission verändert.

Experimentbeschreibung:

Beim deutschen TRAC-Experiment mussten die Astronauten vor, während und nach der Mission mit der linken Hand auf einer Fünf-Knopf-Box verschiedene Reaktionstests und mit der rechten Hand mittels eines Joysticks eine Folgeaufgabe durchführen. Dabei erfolgten die Reaktions- und Folgeaufgaben sowohl separat als auch gleichzeitig.

Status:

Das Experiment wurde auf der ISS im Zeitraum Dezember 2006 bis Juli 2007 an drei Astronauten durchgeführt und ist abgeschlossen.

Ergebnisse:

Das Experiment baute auf früheren Forschungsergebnissen der Arbeitsgruppen auf. Während der Spacelab-Mission Neurolab im Jahre 1998 und auf späteren Parabelflügen hatten die Wissenschaftler herausgefunden, dass sich Versuchspersonen in Schwerelosigkeit mehr anstrengen: Sie stellen für die Lösung einer Aufgabe also mehr Rechenkapazität im Gehirn zur Verfügung, um vergleichbar gute Ergebnisse wie unter normalen Schwerkraftbedingungen zu erzielen. Für Langzeitastronauten gelten diese Ergebnisse offenbar nicht: Bei ihnen war die Feinmotorik über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt und normalisierte sich auf der ISS in Schwerelosigkeit nur langsam. Im Detail zeigte sich, dass Reaktionszeit und Folgefehler unter Doppeltätigkeit höher waren als unter Einzeltätigkeit, wobei die Reaktionszeiten vor, während und nach der Mission vergleichbar waren. Die Folgefehler nahmen am Anfang der Schwerelosigkeit deutlich zu und normalisierten sich nur sehr langsam. Die Schwerelosigkeit ist also fürdie Feinmotorik eine Herausforderung, die nicht durch einen erhöhten kognitiven Aufwand zu kompensieren ist.

Perspektiven für Forschung und Anwendung:

Die Ergebnisse aus diesen Experimenten sind für die Planung künftiger bemannter Weltraummissionen von Bedeutung. Sie führen zum Beispiel zu der Empfehlung, Bedienelemente größer und ergonomisch besser zu gestalten, um die reduzierte manuelle Geschicklichkeit der Astronauten zu berücksichtigen und tragen auch zum besseren Verständnis der Bewegungskontrolle bei. Generell ist das Thema "Motorisches Lernen" - nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft - derzeit ein intensiv untersuchtes Feld der neurowissenschaftlichen Forschung. Eine vergleichende Studie an Senioren und jungen Menschen bestätigte im Nachgang des ISS-Experiments die Defizite in der Greifmotorik bei Senioren sowie die Nützlichkeit bestimmter Trainingsmethoden.

Start: 9. Dezember 2006 / Space Shuttle Discovery (STS-116)
ISS-Zeitraum Dezember 2006 bis Juli 2007
Unterbringung Destiny-Modul
Experimentator Prof. Dr. Otmar Bock
Einrichtung Deutsche Sporthochschule (DSHS) Köln
Bereich Humanphysiologie
Partner CSA, NASA

 

Zuletzt geändert am:
03.07.2014 12:04:19 Uhr