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Internationale Raumstation ISS
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SkinCare - Hautalterung im Zeitraffer (abgeschlossen)

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Wissenschaftliche Ziele:

Der Verlust von Knochen- und Muskelmasse ist eine bekannte Auswirkung von Langzeitaufenthalten im All auf Astronauten. Es hat sich aber gezeigt, dass die Bedingungen eines solchen Aufenthalts wie Schwerelosigkeit, erhöhte Strahlung und künstliche Luftzirkulation sich auch auf die menschliche Haut auswirken. Sie wird trockener, dünner und somit verletzungsanfälliger. Wie auch bei Knochen und Muskeln scheint ein beschleunigter Alterungsprozess stattzufinden. Das SkinCare-Experiment sollte diese Hautveränderungen untersuchen und prüfen, wie man den negativen Veränderungen der Haut bei Astronauten entgegenwirken kann.

Experimentbeschreibung:

Die Untersuchung wurde an zwei Stellen an den beiden Unterarmen des Astronauten durchgeführt. Eine davon wurde mit einem Hautschutzprodukt eingecremt, während die zweite unbehandelt blieb. Folgende Aspekte wurden vor dem Start ins All zweimal untersucht: Feuchtigkeit der Oberhaut, Wasserdurchlässigkeit der Haut, Hautstruktur und Hautelastizität. An Bord der Raumstation wurden sechs Messungen der Feuchtigkeit der Oberhaut, Wasserdurchlässigkeit der Haut und Hautstruktur während der Mission durchgeführt. Nach der Rückkehr zur Erde wurden alle im All untersuchten Parameter noch zweimal gemessen.

Status:

Das SkinCare-Experiment wurde im Rahmen der europäischen Astrolab-Mission vom 6. Juli bis zum 19. Dezember 2006 durchgeführt. Die Tests vor und nach der Mission fanden im europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln-Porz statt. SkinCare war das erste rein kommerziell betriebene Experiment aus Europa auf der ISS, das erfolgreich abgeschlossen wurde.

Ergebnisse:

Es hat sich gezeigt, dass die Veränderungen der Haut während des Aufenthalts auf der ISS sehr denen  ähneln, die durch den natürlichen Alterungsprozess über Jahrzehnte entwickeln: Die Hautfelderung war vergröbert, die Elastizität hatte abgenommen, Hornschicht und Cutis zeigten ebenfalls Alterungserscheinungen. Zum Glück scheinen diese Veränderungen reversibel: Nach einem Jahr hatten sich die Verhältnisse wieder normalisiert. Behandlung mit einer bestimmten Hautschutzcreme konnte zudem die weltraumbedingten Veränderungen weitgehend unterbinden. Die mit der Creme behandelte Hautpartie veränderte sich weniger stark als unbehandelte Haut.

Perspektiven für die Anwendung:

Die Entwicklung von Hautschutzprodukten zur Minderung der negativen Folgen für Astronauten auf Langzeitmissionen wird fortgesetzt. Dies wird besonders für zukünftige Missionen jenseits des Erdorbits von Bedeutung sein. Des Weiteren hat sich die ISS als Testumgebung für kommerzielle Hautschutzprodukte gegen Alterungserscheinungen der Haut bewährt. Weitere und noch umfassendere Untersuchungen sind für die Zukunft geplant (Skin-B).

Start: 4. Juli 2006 / Space Shuttle Discovery (STS-121)
ISS-Zeitraum Juli 2006 bis Dezember 2006
Unterbringung Columbus-Modul
Experimentator Dr. M. Massow, Prof. Dr. Ulrike Heinrich
Einrichtung ISS Lab Ruhr GmbH; DermaTronnier GmbH & Co. KG, Institut für experimentelle Dermatologie
Bereich Humanphysiologie
Partner ESA
Deutsche Industrie DermaTronnier GmbH & Co. KG, Institut für experimentelle Dermatologie

 

Zuletzt geändert am:
03.07.2014 12:01:24 Uhr