Experimente
"Außenposten" im All
Internationale Raumstation ISS
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Industrie und Technologie

Physiologische Untersuchtung der Haut im Weltraum - SKIN

Aus bisherigen Beobachtungen der menschlichen Haut unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit ist bekannt, dass diese stärker austrocknet und dünner wird. Dies legt die Vermutung nahe, dass eine "Alterung" der Haut quasi im Zeitraffer erfolgt. Die Erforschung der Alterungsprozesse der Haut und die Entwicklung möglicher Gegenmaßnahmen sind ein Schwerpunkt in der dermatologischen und kosmetischen Industrie.

In diesem Zusammenhang möchte das beteiligte Industrie-Konsortium aus NRW systematisch verschiedene Werte der Haut mit Hilfe moderner äußerlich angewendeter Messverfahren erfassen. Damit wird es möglich sein, die Anpassung der Haut an die veränderten Bedingungen der Schwerelosigkeit bzw. deren erneute Anpassung nach der Rückkehr auf die Erde detailliert zu charakterisieren. Das Konsortium erhofft sich daraus generelle Rückschlüsse auf Alterungsprozesse der Haut und damit neue Ansätze zur Entwicklung von effektiven Gegenmaßnahmen.

Koordinator: Dr. M. Massow, ISS Lab Ruhr GmbH
Investigatoren: DermaTronnier GmbH, Courage + Khazaka electronic GmbH, Degussa

Neues, innovatives Funksystem für die Erde ISS: GTS

Global Transmission Services (GTS) ist ein zukünftiges System zur Übertragung von Funksignalen von der Internationalen Raumstation ISS. Es wird im Rahmen eines Pilotexperimentes erprobt und soll bald darauf als neue Dienstleistung angeboten werden. GTS ist das erste kommerzielle Experiment auf der Raumstation. Das neue System arbeitet mit Hilfe eines Computersystems und Senders an Bord der ISS. Es wird direkt von einem eigenen Bodensteuerzentrum kontrolliert. Im Steuerzentrum erfolgt die Überwachung und Aufarbeitung der gesendeten Daten, die dann vom Sender im All abgestrahlt werden.

Im Vergleich zu anderen Satelliten fliegt die ISS auf einer sehr niedrigen Flughöhe von etwa 400 Kilometer bei einer hohen Bahnneigung gegenüber dem Äquator von 51,6 Grad. Damit kann jeder Ort der Erde innerhalb der Breitengrade 70 Grad Nord und 70 Grad Süd per Funk fünf bis sieben Mal pro Tag erreicht werden. GTS soll es in Zukunft ermöglichen, kommerzielle Datenpakete weltweit an beliebige mobile Miniaturempfänger zu verteilen. Hierzu gehören unter anderem Globale Funkuhrsynchronisation, Personenrufdienste (Paging), Diebstahlsicherungen für Kraftfahrzeuge, Scheckkarten oder Mobiltelefone, Autorückruf und -notruf, Remote controlling, Container Verfolgung und Flotten Management. Das System arbeitet zum Schutz der Daten mit einer spezifischen Verschlüsselungstechnik (kryptographische Modulation).

Durch die Miniaturisierung des Empfängers wird es in Zukunft möglich sein, auch kleinere Gegenstände wie Uhren, Funktelefone, elektronische Fahrzeugschlüssel und Chipkarten vor Missbrauch zu schützen. Im Experiment soll erprobt werden, ob außerdem bei Diebstahl die Position dieser oder größerer hochwertiger mobiler Geräte (Container, Lkw-Auflieger) zumindest grob bis auf einige hundert Meter bestimmt werden kann. Dies wäre bei einer Sendeleistung von einigen 100 mW vom Miniaturempfänger mit einem Rückkanal zur Raumstation möglich.

Die erste Aktivierung der Sender und der Empfang der Zeitdaten mit der eigenen Bodenstation erfolgten im März 2002. Die erste Experimentierphase wurde im Dezember 2004 abgeschlossen und die während dieser Zeit gemessenen wissenschaftlichen Daten wurden verwendet, um die Sendesignale zu optimieren und um einen volldigitalen Empfänger zu entwickeln, der den Dekoderalgorithmus direkt in Hardware ausführt.

Für die zweite Experimentierphase wurde die Modulation der Sender, die rein in Software erzeugt wird, so angepasst, dass auf der ISS entstehende Signalverluste zumindest teilweise kompensiert werden. Zusätzlich wird die bisherige Ersatzelektronik durch Aktualisierung einzelner Komponenten auf den neuesten Stand der Technik gebracht und an Bord der ISS zum Einsatz kommen. Nach Austausch der Elektronik im Herbst 2005 durch die ISS-Besatzung geht das System in einen semi-kommerziellen Betrieb über, die Betreibergesellschaft wird gegründet und die Bodenempfänger werden weiter miniaturisiert. Parallel zur Fertigstellung der ISS kann dann der volle Betrieb aufgenommen werden.

Zuletzt geändert am:
22.06.2011 18:15:51 Uhr