Deutsche Astronauten

 

"Erst als ich meinen Helm abnehme, merke ich, dass etwas anders ist: Der Helm schwebt, gerade da wo ich ihn losgelassen habe. Wir sind in unserer Erdumlaufbahn angekommen", schrieb Astronaut Gerhard Thiele in seinem Bordtagebuch, als er im Februar 2000 im Rahmen der Shuttle Radar Topography Mission ins All flog. Auch Astronaut Thomas Reiter geriet ins Schwärmen, nachdem er seinen Außenbordeinsatz erfolgreich durchgeführt hatte: "Wer lange Zeit in einer Raumstation arbeitet, ist natürlich froh wenn er auch mal nach draußen darf. Näher konnte ich dem Weltall nicht sein. Man arbeitet am Äußeren der Station, bewegt sich mit 28.000 Stundenkilometern und hat einen Blick, der sich durch ein Fenster nie bietet. Das ist ein überwältigendes Erlebnis, ein fast unbeschreibliches Gefühl", sagte er.

Das Gefühl der Schwerelosigkeit erlebten bis heute zehn Deutsche, die sich als Astronauten und Kosmonauten auf den Weg ins All machten. Bei manchen blieb es bei einem Flug, andere flogen mehrmals. Thomas Reiter kann mit zwei Langzeitmissionen auf den längsten Aufenthalt im All zurückblicken,Ulf Merbold war mit drei Missionen in elf Jahren am häufigsten im Orbit. Nicht jeder, der in das Europäische Astronautenkorps aufgenommen wurde, startete tatsächlich - Eberhard Köllner, Renate Brümmer und Heike Walpot blieben als Ersatzastronauten am Boden. Als letzter Deutscher wurde Alexander Gerst 2009 in das Astronautenkorps berufen. Er startet am 28.Mai 2014 zu einem sechsmonatigen Aufenthalt an Bord der ISS.

Deutsche Astronauten und ihre Missionen

Astronaut Mission Start Landung Missionsziele/-einheiten
Hans Schlegel STS-122 7. Februar 2008 20. Februar 2008 Columbus wurde an der Internationalen Raumstation ISS montiert.
Gerhard Thiele SRTM/STS-99 11. Februar 2000 22. Februar 2000 Die Mission hatte zum Ziel, Daten für die erste dreidimensionale digitale Karte der gesamten Erdoberfläche zu sammeln, und ist auch unter dem Namen Shuttle Radar Topography Mission (SRTM) bekannt.
Reinhold Ewald Mir 97 (Sojus TM-25/-24) 10. Februar 1997 2. März 1997 Ziel war die Fortführung des Wissenschaftsprogramms früherer Mir-Missionen.
Thomas Reiter Astrolab (STS-121/-116) 4. Juli 2006 22. Dezember 2006 Diese Mission legte den Grundstein für die künftige Nutzung des Columbus-Labors auf der Internationalen Raumstation ISS.
  Sojus TM-22 3. September 1995 29. Februar 1996 Diese Mission war die zweite ESA-Mission zur Raumstation Mir im Rahmen einer Reihe von Vorbereitungsflügen für das europäische Weltraumlabor Columbus.
Ulrich Walter/Hans Schlegel D2 (STS-55) 26. April 1993 6. Mai 1993 Das Space Shuttle Columbia brachte das zweite mehrfach nutzbare deutsche Raumlabor (Spacelab) in den Orbit. Auf der multidisziplinären Mission führte die Crew fast 90 Experimente auf den Gebieten Material- und Lebenswissenschaften sowie Technologie, Automatisierung, Robotik, Erd- und Weltraumbeobachtung durch.
Klaus-Dietrich Flade Mir 92 (Sojus TM-14/-24) 17. März 1992 25. März 1992 Auf der Mission führten die Kosmonauten biologische, medizinische und materialwissenschaftliche Experimente durch.
Reinhard Furrer/Ernst Messerschmid D1 (STS-61A) 30. Oktober 1985 6. November 1985 In nur sieben Tagen führten die Astronauten 76 Experimente durch. Furrer und Messerschmidt untersuchten unter anderem die Auswirkungen der Schwerelosigkeit bei der Materialverarbeitung und auf den menschlichen Körper.
Ulf Merbold Euromir 94 (Sojus TM-20/-19) 3. Oktober 1994 4. November 1994 Die erste ESA-Mission zur russischen Raumstation Mir diente der Vorbereitung auf die Ära des europäischen Weltraumlabors Columbus.
  STS-42 22. Januar 1992 30. Januar 1992 Mit Hilfe des Mikrogravitations-Laboratorium-1 (IML-1) erforschten die Astronauten die komplexen Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf lebende Organismen und andere Materialien.
  STS-9 28. November 1983 8. Dezember 1983 Wichtiger Teil dieser Mission war es, das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaute Weltraumlabor Spacelab in Betrieb zu nehmen.
Sigmund Jähn Sojus-31/-29 26. August 1978 3. September 1978 Die Kosmonauten führten unter anderem Experimente mit der Multispektralkamera MFK 6 zur Fernerkundung der Erde sowie materialwissenschaftliche und medizinische Experimente durch.

 

Zuletzt geändert am: 17.03.2014 09:08:17 Uhr

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Thomas Reiter während seines Außenbordeinsatzes am 3. August 2006

Thomas Reiter während seines Außenbordeinsatzes am 3. August 2006

Der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter, Flugingenieur 2 der Expedition 13-Crew an Bord der Internationalen Raumstation ISS, fotografiert während seines Außenbordeinsatzes (EVA) am 3. August 2006, den er gemeinsam mit den NASA-Astronauten Jeff Williams (nicht im Bild) durchgeführt hatte. Insgesamt dauerte der EVA 5 Stunden und 54 Minuten.

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