Erdbeobachtung
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Wetter 2.0: DLR und Jena-Optronik unterzeichnen METimage-Vertrag

Donnerstag, 15. November 2012

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  • Hurrikan

    Hurrikan Sandy vor der Ostküste der USA

    Wetterextreme wie tropische Wirbelstürme lassen sich mithilfe moderner Instrumente auf Wettersatelliten noch besser erkennen und dokumentieren. Das Foto zeigt eine Aufnahme des Hurrikans Sandy am 28. Oktober 2012 vor der US-Ostküste. Das Bild wurde vom AVHRR-Instrument an Bord des europäischen Wettersatelliten MetOp-A aufgenommen. Das noch zu entwickelnde Erdbeobachtungsinstrument METimage soll ab 2020 noch genauere Informationen zu Wetter- und Klimaveränderungen bereitstellen. Am 15. November 2012 ist der Vertrag für die wesentliche Phase B2 zwischen dem DLR Raumfahrtmanagement und der Jena-Optronik GmbH unterzeichnet worden.

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    METimage-Vertragsunterzeichnung in Jena

    Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement (links), und Dietmar Ratzsch, Geschäftsführer der Jena-Optronik GmbH, nach der Vertragsunterzeichnung für METimage. Das deutsche Erdbeobachtungsinstrument soll ab 2020 auf den eurpäischen Wettersatelliten der nächsten Generation fliegen und umfassendes Datenmaterial für Wetter- und Klimabeobachtung zur Verfügung stellen.

  • Integration METimage

    Integration von METimage

    Entwicklungsstudie für das Erdbeobachtungsinstrument METimage in den Integrations- und Testräumen der Jena-Optronik GmbH. Das Foto zeigt die Integration in die Thermalvakuumkamera.

  • METimage

    Messinstrument METimage

    Künstlerische Darstellung des Messinstruments METimage, das ab 2020 auf den europäischen MetOp-Wettersatelliten der nächsten Generation mitfliegen und noch genauere Angaben zu Wettervorhersage und Klimaveränderungen ermöglichen soll.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördert ein Erdbeobachtungsinstrument, das die Wettervorhersage noch genauer machen soll: "METimage" heißt das multispektrale, abbildende Radiometer, mit dessen Entwicklung das DLR Raumfahrtmanagement die Jena-Optronik GmbH beauftragt hat. METimage kann Daten für die Meteorologie, Ozeanographie und Klimaüberwachung in einer bisher nicht erreichten Qualität aufnehmen.

Dazu zählen zum Beispiel detaillierte Informationen über den Zustand von Wolken, über Temperaturen oder die Menge und Verteilung von Wasserdampf auf dem Land wie auf dem Meer.

"METimage ist das zentrale Kerninstrument dieser Wettersatelliten, die ab 2020 von der europäischen  Wetterorganisation EUMETSAT betrieben werden", erklärt Dr. Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement. Erstmals beteiligt sich das DLR damit an einem operationellen Satellitensystem zur Erdbeobachtung.

Zusammen mit Dietmar Ratzsch, Geschäftsführer der Jena-Optronik GmbH, hat Gruppe am 15. November 2012 in Jena den so genannten Phase-B2-Vertrag für METimage unterzeichnet. Dieser umfasst ein Volumen von 14,8 Millionen Euro, die gemeinsam vom für Raumfahrt zuständigen Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und dem für die deutschen Beteiligungen an EUMETSAT verantwortlichen Bundesverkehrsministerium (BMVBS) finanziert  werden.

"Das ist der entscheidende Meilenstein, mit dem wir in die nächsten Projektphasen starten. 2019 sind dann die Voraussetzungen für den Flug auf dem Satelliten geschaffen", sagte DLR-Vorstand Gruppe weiter. "Mit METimage können aus Thüringen heraus die ersten Schritte in Richtung höherer Wertschöpfung bis hin zum Systemanbieter für Raumfahrtinstrumente gemacht und diese Entwicklung auch auf europäischer und damit internationaler Ebene untermauert werden. Mit dem heute unterschriebenen Vertrag ergeben sich auch für weitere Thüringer Unternehmen und Institute zusätzliche Wachstumschancen", erklärte Dietmar Ratzsch bei der Vertragsunterzeichnung.

Das DLR Raumfahrtmanagement ist im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums für die Projektkoordination verantwortlich. Die Jena-Optronik GmbH ist als Hauptauftragnehmer für das Design von METimage zuständig. Insgesamt sind knapp 100 Millionen Euro, hauptsächlich aus BMVBS-Mitteln für das auf 30 Jahre ausgelegte Projekt vorgesehen. Die Vertragsunterzeichnung fand im Beisein von Staatsekretär Jan Mücke (BMVBS), Ministerialdirektor Dr. Sven Halldorn (BMWi) und Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig statt.

Die europäischen Wettersatelliten der zweiten Generation fliegen mit METimage auf einer polaren Umlaufbahn in einer Höhe von etwa 830 Kilometern. "Das Teleskop rotiert während der Messungen. METimage  nimmt so mit einem mechanischen Scanner einen fast 3000 Kilometer breiten Streifen der Erdoberfläche auf", verdeutlicht Isabel Zerfowski, METimage-Projektleiterin beim DLR Raumfahrtmanagement. "Dabei sind  20 statt wie bislang sechs Spektralkanäle vom sichtbaren bis in den thermischen Infrarotbereich im Einsatz. Die Auflösung am Boden wird 500 Meter oder genauer sein. Bisher waren es 1,1 Kilometer." Durch  die bessere Qualität der Daten können auch regionale Wetterunterschiede genauer dargestellt werden. Die Anwendungsbereiche für Wettervorhersage, Wetterüberwachung, Katastrophenschutz und Klimaforschung können so mit METimage deutlich ausgeweitet werden.

Zuletzt geändert am:
16.11.2012 15:07:34 Uhr

Kontakte

 

Elisabeth Mittelbach
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Raumfahrtmanagement

Tel.: +49 228 447-385

Fax: +49 228 447-386
Isabel Zerfowski
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement, Erdbeobachtung

Tel.: +49 228 447-447

Fax: +49 228 447-747