Systemauslegung

 

Der etwa 1,3 Tonnen schwere Satellit TerraSAR-X baut auf dem Flexbus-Konzept der EADS Astrium GmbH auf und nutzt weitestgehend die Erfahrungen aus den erfolgreichen Missionen CHAMP (CHAllenging Mini-satellite Payload) und GRACE (Gravity Recovery And Climate Experiment). Der circa 5 Meter hohe und 2,4 Meter durchmessende Satellitenbus weist eine Struktur mit sechseckigem Querschnitt auf. Eine der sechs Seiten trägt die 5 Meter lange und 80 Zentimeter breite Radarantenne. Die Elektronikboxen des SAR-Instruments (Synthetic Apertur Radar) sowie des Satellitenbusses sind ebenfalls auf den Seitenflächen der Struktur untergebracht, genauso wie der 5,25 Quadratmeter große Solargenerator des Satelliten, der die Energieversorgung über Gallium-Arsenit-Solarzellen sicherstellt.

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  Systemkomponenten des Terra-SAR-X-Satelliten

Die vom SAR-Instrument aufgezeichneten Daten werden über eine Downlink-Antenne zu einer Empfangsstation am Boden übertragen. Diese ist an einem 3,3 Meter langen Mast befestigt, um Störungen durch die Radar-Antenne zu vermeiden. Dieser Mast war während des Starts eingeklappt und wurde erst nach Aussetzen des Satelliten in der Umlaufbahn ausgefahren. Er erlaubt die gleichzeitige Datenaufnahme und -weiterleitung zum Boden.

Die hochgenaue Lageregelung des Satelliten wird über Sternsensoren realisiert, die nahe der Radarantenne montiert sind, sodass die geforderte hohe Ausrichtgenauigkeit der Antenne von 65 Bogensekunden erreicht werden kann. Eine präzise Orbitbestimmung wird über einen an Bord befindlichen GPS-Empfänger (Global Positioning System) ermöglicht.

 

 

Sekundäre Nutzlasten

Neben dem SAR-Instrument fliegen zwei sekundäre Nutzlasten auf TerraSAR-X:

  • Das Laser Communication Terminal (LCT)
    Das LCT ist ein Technologie-Demonstrator, der zur In-Orbit-Verifikation einer schnellen optischen Datenübertragung im Weltraum eingesetzt wird. Mit dem vom DLR finanzierten und von der Firma TESAT gebauten Instrument wurde eine Verbindung zwischen TerraSAR-X und einer Bodenstation hergestellt.
  • Das Tracking, Occultation and Ranging Experiment (TOR)
    Das TOR-Experiment wurde vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) in Zusammenarbeit mit dem Center for Space Research der Universität Texas zum Mitflug auf TerraSAR-X bereitgestellt. Es besteht aus dem Zweifrequenz-GPS-Empfänger IGOR sowie einer Laser-Reflektor-Einheit. IGOR erlaubt eine hochexakte Bahnbestimmung des Satelliten mit bis zu zehn Zentimetern Genauigkeit.

 

TerraSAR-X auf einen Blick:  
Start: 15. Juni 2007
Ort: Baikonur, Kasachstan
Trägerrakete: Dnepr 1 (ehemals SS-18)
Orbithöhe: 514 Kilometer
Inklination : 97,44 Grad
Satellitenmasse: circa 1.230 Kilogramm
Satellitengröße: 5 Meter Höhe mal 2,4 Meter Durchmesser
Radarfrequenz: 9,65 Gigahertz
Energieverbrauch: 800 Watt (gemittelt)
Datenempfang, Missionsbetrieb: DLR (Neustrelitz, Oberpfaffenhofen, Weilheim)
Lebensdauer: mindestens fünf Jahre

Zuletzt geändert am: 17.01.2012 11:52:52 Uhr

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Links

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  • DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme
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  • DLR Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD)
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  • TerraSAR-X: Science Team Portal
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