Columbus-Kontrollzentrum
"Außenposten" im All
Internationale Raumstation ISS
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Das Columbus-Kontrollzentrum - Europas Link zur ISS

Das Columbus-Kontrollzentrum
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Das Columbus-Kontrollzentrum befindet sich im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Etwa 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern von hier die europäischen Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation.

Zu den Aufgaben des Kontrollzentrums gehören:

  • das Training für das Betriebspersonal sowie die Vorbereitung und Durchführung von Missionssimulationen,
  • die Überwachung und Steuerung der technischen Systeme des Columbus-Labors und der Experimente an Bord der Raumstation,
  • die Kommunikation zwischen ISS, Bodenstationen und den Nutzerkontrollzentren, Empfang, Verarbeitung, Verteilung und Auswertung von Daten,
  • die Betriebsablaufplanung an Bord und am Boden (Missionsplanung).

Aufgaben während der Columbus-Mission

Nachdem das Columbus-Modul an die ISS angekoppelt wurde, übernahm das Kontrollzentrum die Verantwortung für das europäische Weltraumlabor sowie die Koordinierung des wissenschaftlichen Programms. Dabei stand das Kontrollzentrum in engem Kontakt mit den für die ISS zentral verantwortlichen Missionskontrollzentren der NASA in Houston und von Roskosmos in Moskau. Bezüglich seiner Arbeiten mit den wissenschaftlichen Nutzlasten stimmte sich das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen mit dem ISS-Nutzlast-Zentrum in Huntsville (Alabama) ab, das die übergeordnete Verantwortung für alle Versuchsanlagen auf der Raumstation trägt.

Geschichte

Der Auftrag an das DLR zum Aufbau des Columbus-Kontrollzentrums erfolgte durch die Europäische Weltraumorganisation ESA. Für diese neue Aufgabe kann das DLR auf langjährige Betriebserfahrungen und Kompetenzen bei der Durchführung von Raumflugmissionen zurückgreifen: Bei zehn bemannten und mehr als 40 unbemannten wissenschaftlichen und kommerziellen Missionen hat sich der DLR-Standort Oberpfaffenhofen, rund 25 Kilometer südwestlich von München gelegen, in den vergangenen vier Jahrzehnten einen Namen gemacht. Zu den herausragenden Missionen zählen die deutschen Spacelab-Missionen, D1 und D2, mit dem amerikanischen Space Shuttle sowie Flüge deutscher Kosmonauten zur Mir und deren Experimente auf der russischen Raumstation. Das neue Columbus-Kontrollzentrum wurde am 19. Oktober 2004 eröffnet und war erstmals beim einwöchigen Flug des italienischen ESA-Astronauten Roberto Vittori im April 2005 zur ISS an einer Mission beteiligt. Auch beim Langzeitflug des deutschen ESA-Astronauten Thomas Reiter 2006 im Rahmen der Astrolab-Mission übernahm das Columbus-Kontrollzentrum wichtige Aufgaben, ebenso bei Alexander Gersts Mission "Blue Dot" 2014.

Heutige und zukünftige Aufgaben

Von 2008 bis 2015 war das Columbus-Kontrollzentrum ebenfalls an den Missionen des unbemannten europäischen Raumtransporters ATV zur ISS beteiligt. Dieser versorgte die Raumstation unter anderem mit Lebensmitteln, Wasser, Treibstoff und Sauerstoff und brachte wissenschaftliche Experimente an Bord der ISS. Das Columbus-Kontrollzentrum stellte hierfür die Kommunikations-Infrastruktur zwischen den Kontrollzentren in Toulouse, Houston und Moskau während des gesamten ATV-Betriebs im Orbit zur Verfügung.

Das Raumlabor Columbus ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt unter Führung der europäischen Weltraumorganisation ESA. Deutschland war und ist maßgeblich am Bau, dem Betrieb und der Nutzung von Columbus beteiligt. Die industrielle Führung des Projektes lag bei EADS Astrium in Bremen.

Zuletzt geändert am:
07.02.2018 13:38:36 Uhr