The 62nd Lindau Nobel Laureate Meeting (Physics) – Nobelpreisträger hautnah erleben

Mittwoch, 18. Juli 2012

  • Nobelpreisträger Carlo Rubbia Nobelpreisträger Carlo Rubbia

    Nobelpreisträger Carlo Rubbia

    Nobelpreisträger Carlo Rubbia während seiner "Discussion with Young Researchers"

  • Nobelpreistäger Peter Grünberg bei der Präsentation Nobelpreistäger Peter Grünberg bei der Präsentation

    Nobelpreistäger Peter Grünberg bei der Präsentation

    Nobelpreisträger Peter Grünberg bei seiner Präsentation "An Introduction to the Harmonies of Alpine Folklore Music with Live Examples"

  • Nobelpreisträger Brian L. Schmidt Nobelpreisträger Brian L. Schmidt

    Nobelpreisträger Brian L. Schmidt

    Nobelpreisträger Brian L. Schmidt bei seiner Präsentation "Observations, and the Standard Model of Cosmology"

  • Robert B. Laughlin Robert B. Laughlin

    Nobelpreisträger Robert B. Laughlin

    Nobelpreisträger Robert B. Laughlin bei seiner Präsentation "Powering the Future"

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Von Birgit Ritter

"And here they are: The Nobel Laureates!" Wie Stars betreten sie den großen Saal der Inselhalle in Lindau. Allen voran Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau. Es ist Sonntagnachmittag, der 1. Juli 2012. Die Eröffnungszeremonie für das 62. Lindauer Nobelpreisträgertreffen ist in vollem Gange. Dieses Jahr ist es der Physik gewidmet. 27 Nobelpreisträger, hauptsächlich aus Physik, aber auch aus Chemie und Medizin, werden in dieser Woche hautnah zu erleben sein. Tausende Jungwissenschaftler weltweit - vom Bachelorstudenten bis zum Postdoc - sind von ihren Forschungsinstituten und Universitäten vorgeschlagen worden und haben sich um die Teilnahme beworben. Gut 590 haben es nach einem langen Auswahlverfahren geschafft und freuen sich nun auf ein aufregendes Programm.

Die Vormittage sind den Vorträgen der Nobelpreisträger vorbehalten. Worüber sie reden, bleibt ihnen überlassen. Die wenigsten stellen den eigentlichen Inhalt ihrer Nobelpreisforschung vor. Einige geben Einführungen in das allgemeine  Themengebiet, in dem ihre Forschung angesiedelt ist, wie z.B. in die Kosmologie oder in das Standardmodell. Andere reden über das Gebiet, in dem sie momentan forschen, und ein paar reden über etwas ganz anderes oder machen sogar Musik. Jeder hat eine halbe Stunde zum Vortragen, doch die wird immer überzogen. Aber das stört hier niemanden und nach jedem Vortrag wird begeistert minutenlang applaudiert, denn beeindruckend sind sie alle!

Nachmittags sind die Preisträger einzeln und persönlich in den 'Discussions with Young Researchers' ansprechbar. Es fällt jeden Tag schwer zu entscheiden, an wessen Diskussionsrunde man gerne teilnehmen möchte.  Es werden viele Fragen gestellt, über wissenschaftlichen Themen bis hin zu persönlichen Erfahrungen und Meinungen. Auch die Diskussionen dauern meist länger als geplant, aber es ist deutlich zu erkennen, dass es den Nobelpreisträgern viel Spaß macht, mit den Jungwissenschaftlern zu diskutieren und jede noch so kleine Frage zu beantworten.

Zusätzlich sind vier sogenannte 'Masterclasses' mit den Nobelpreisträgern Fert, Phillips, Gross und Smoot organisiert, in denen einigen Jungwissenschaftlern die Möglichkeit gegeben wird, ihre eigene Arbeit in kleinem Kreis vor einer Handvoll Studenten und einem der vier Preisträger vorzustellen.

Das Rahmenprogramm ist gefüllt mit 'Academic Dinners', 'Science Breakfasts', Festabenden und vielem mehr. Lindau selbst bietet mit dem Hafen, der Altstadt, seinen Museen und Bars eine wunderschöne Kulisse für diese Woche.

Einer von vielen Höhepunkten ist erreicht, als Mittwochvormittag in der Pause ein Livestream der Pressekonferenz im CERN in die Haupthalle übertragen wird und Hunderte gespannt zuhören, wie die Entdeckung eines neuen Bosons, möglicherweise eines Higgs Bosons, bekannt gegeben wird.

Zum Abschluss am Ende einer aufregenden Woche ist freitags eine Schiffstour mit der MS Sonnenkönigin zur Insel Mainau geplant, wo eine letzte Plenarsitzung über die Zukunft der Energieversorgung und -speicherung und die Abschlusszeremonie stattfindet. Es ist schade, dass die Woche schon vorbei ist, aber auf der Rückfahrt nach Lindau wird auf dem Schiff noch viel gefeiert und getanzt und wieder mischen sich die Nobelpreisträger mitten unter die Leute.

Die Woche in Lindau ist schnell vergangen, sie wird aber noch lange im Gedächtnis bleiben. Es wurden Kontakte geknüpft, Freundschaften geschlossen und am liebsten möchte man im nächsten Jahr wieder dorthin. Allerdings - um nochmal teilnehmen zu können, müsste man schon einen Nobelpreis gewinnen...

Zuletzt geändert am:
18.07.2012 15:50:07 Uhr

Kontakte

 

Birgit Ritter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin

Tel.: +49 2203 601-3147

Fax: +49 2203 619-70
Dr. Volker Kratzenberg-Annies
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Vorstandsbeauftragter für Nachwuchsförderung

Tel.: +49 2203 601-3930