Farb-Draufsicht auf die Region Phlegra Montes
Mit dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal und den Farbkanälen des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express wurde diese Farb-Draufsicht erzeugt; Norden ist im Bild rechts. Auch wenn die für den Mars typischen ockerfarbenen Schattierungen die Szene dominieren, lässt die Verarbeitung von Bilddaten der vier HRSC-Farbkanäle Material- und Texturunterschiede der Marsoberfläche zum Teil akzentuiert hervortreten, so beispielsweise in der Tiefebene im Westen der Szene (links oben im Bild), in der von Hügeln eingerahmten Senke in der rechten Bildhälfte und in den angrenzenden Tälern der Phlegra Montes. Diese Farbunterschiede können auf einer unterschiedlichen mineralogischen Zusammensetzung des Marsbodens beruhen oder aber ihre Ursache in unterschiedlichen Materialeigenschaften wie zum Beispiel variierender Korngröße oder verschiedene Grade der Verdichtung haben.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Schwarzweiß-Aufnahme der Phlegra Montes mit Darstellung ausgewählter Gebiete
Der senkrecht auf die Oberfläche gerichtete Nadirkanal liefert die höchste Bildauflösung des Kamerasystems HRSC. Während Orbit 9465 befand sich die ESA-Raumsonde Mars Express etwa 400 Kilometer über der Oberfläche, was in einer Original-Bildauflösung von 16 Metern pro Bildpunkt (Pixel) resultiert. Zur besseren Darstellung wurde für die hier gezeigten Bilder die Auflösung geringfügig reduziert; Norden ist im Bild rechts. In den eingerahmten Gebieten sind auffallende, für die Region charakteristische Phänomene zu sehen: längliche, parallel verlaufende Fließstrukturen in einer talartigen Vertiefung (Bildausschnitt 1), Hügel, die von einem plastischen Material umströmt wurden (Bildausschnitt 2) und teilweise angefüllte Einschlagskrater, in denen die Fließstrukturen parallel zum Kraterrand orientiert sind (Bildausschnitt 3).
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Perspektivischer Blick von Südwesten auf den Südteil der Phlegra Montes
Aus den schräg auf die Oberfläche gerichteten Stereo- und Farbkanälen des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express können realistische perspektivische Ansichten der Marsoberfläche erzeugt werden. In der Bildmitte ist eine talförmige Vertiefung zu sehen, die teilweise von Material angefüllt ist, das vermutlich aus den Hügeln der höher gelegenen Phlegra Montes dorthin verfrachtet wurde. Auf der Oberfläche dieser Talebene erkennt man Strömungsmuster, die darauf hindeuten, dass dieses Material zähplastische Fließeigenschaften hatte. Die parallel ausgerichteten Fließstrukturen haben eine starke Ähnlichkeit mit der Oberfläche von Blockgletschern auf der Erde. Solche von Gesteinsblöcken und zerriebenem Felsschutt durchsetzten Eiskörper kommen dort vor allem in Permafrostgebieten der Hochgebirge oder der polaren Breiten vor.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Perspektivischer Blick von Nordosten auf den Südteil der Phlegra Montes
Aus den schräg auf die Oberfläche gerichteten Stereo- und Farbkanälen des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express können realistische perspektivische Ansichten der Marsoberfläche erzeugt werden. Das Bild zeigt im Vordergrund einen Einschlagskrater, der – vermutlich über eine Lücke im Kraterrand auf der linken Seite – von Material verfüllt wurde, das plastische Eigenschaften besaß. Dies ist an den Fließstrukturen zu erkennen, die sich im Inneren des Kraters, zum Teil kreisförmig parallel zum Kraterrand, ausgebildet haben, aber auch auf der Oberfläche des den Krater umgebenden Gebiets zu sehen sind. Auch in der talförmigen Vertiefung in der Bildmitte sind Fließstrukturen zu erkennen. Sie könnten von so genannten Blockgletschern herrühren: Das sind von Gesteinsblöcken und zerriebenem Felsschutt durchsetzte Eiskörper, die auf der Erde vor allem in Permafrostgebieten der Hochgebirge oder der polaren Breiten vorkommen.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Perspektivischer Blick von Westen auf den Südteil der Phlegra Montes
Aus den schräg auf die Oberfläche gerichteten Stereo- und Farbkanälen des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express können realistische, perspektivische Ansichten der Marsoberfläche erzeugt werden. Ein talförmiger Einschnitt in den Phlegra Montes ist von einer Ebene ausgefüllt, auf deren Oberfläche parallel verlaufende Fließstrukturen zu sehen sind. Im Vordergrund ist ein länglicher Hügel zu erkennen, der von ähnlichen Fließformen teilweise umgeben ist. Es ist gut vorstellbar, dass diese Strukturen von langsam über die Marsoberfläche 'kriechenden' Blockgletschern gebildet wurden, also Eiskörpern, die von Gesteinsblöcken und zerriebenem Felsschutt durchsetzt sind.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Perspektivischer Blick von Nordwesten auf den Südteil der Phlegra Montes
Aus den schräg auf die Oberfläche gerichteten Stereo- und Farbkanälen des Kamerasystems HRSC auf der ESA-Sonde Mars Express können realistische perspektivische Ansichten der Marsoberfläche erzeugt werden. In der Bildmitte ist eine Vertiefung inmitten der Hügelketten der Phlegra Montes zu sehen, in die vermutlich aus höher gelegenen Regionen Material geströmt ist, das plastische Eigenschaften hatte und so die Vertiefung zum Teil angefüllt wurde. Generell scheint sich das Material von den Hügelketten hangabwärts bewegt zu haben: Am talseitigen Ende hat sich ein so genannter "lobate debris aprons" ("lobenförmiger Schuttfächer") gebildet. Die Berge im Vordergrund haben eine Höhe von etwa 2.000 Metern.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Topographische Karte der Phlegra Montes
Phlegra Montes ist ein mehrere hundert Kilometer langes Gebirgsmassiv im Nordosten der Vulkanregion Elysium auf dem Mars. Es bildet die Grenze zwischen den Ebenen Utopia im Westen und Arcadia im Osten. Die ESA-Sonde Mars Express überflog das Gebiet am 1. Juni 2011 in knapp 400 Kilometer Höhe während Orbit 9465. Dabei nahm die Stereokamera HRSC einen langen Bildstreifen auf. Die hier gezeigten Szenen befinden sich in dem rechteckig umrahmten Gebiet, das eine Ausdehnung von etwa 73 Kilometer Breite und 140 Kilometer Länge hat. Das entspricht einer Fläche von etwas mehr als 10.000 Quadratkilometern oder der Fläche Tirols.
Quelle:
NASA/JPL (MOLA) / FU Berlin.
Topographische Bildkarte eines Teils der Region Phlegra Montes
Mit der Stereokamera HRSC lassen sich so genannte digitale Geländemodelle ableiten. Mit Falschfarben lässt sich die Topographie bildhaft darstellen – die Skalierung der Höhen ist an einer Farbskala oben links abzulesen; Norden ist im Bild rechts. Die Höhenangaben beziehen sich in Ermangelung eines Meeresspiegels auf das so genannte Areoid, einer modellierte Äquipotentialfläche, auf der überall die gleiche Anziehungskraft in Richtung des Marsmittelpunktes wirkt. Die schräg durch den Bildausschnitt verlaufende Bergkette Phlegra Montes erhebt sich etwa zwei- bis dreitausend Meter über die angrenzenden Ebenen Elysium und Arcadia. Generell scheint sich Material, das in dem Taleinschnitt in der Bildmitte ein auffallendes Strömungsmuster ausbildet, das aber auch in Vertiefungen der Umgebung zu finden ist, von den Hügeln ausgehend in Richtung tiefer liegender Gebiete bewegt zu haben.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Anaglyphenbild des Südteils der Region Phlegra Montes
Aus dem senkrecht auf den Mars blickenden Nadirkanal des Kamerasystems HRSC und einem der vier schräg auf die Marsoberfläche gerichteten Stereokanäle lassen sich so genannte Anaglyphenbilder erzeugen, die bei Verwendung einer Rot-Blau-(Cyan)- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermitteln; Norden ist rechts im Bild. Markant treten die zahlreichen gerundeten, ein- bis zweitausend Meter hohen Hügel und Bergrücken der Phlegra Montes hervor; auch die Ränder einiger frischer und damit jüngerer Einschlagskrater erheben sich deutlich über ihre Umgebung. Subtiler, aber dennoch gut zu erkennen, sind geringe Höhenunterschiede, die durch das Fließen von Material entstanden sind. So erkennt man Strömungsmuster mit dünnen, meist parallel verlaufenden Rillen so wie mehrere Zehnermeter hohe Fließfronten, deren lobenförmige Zungen auf große Materialverfrachtungen hindeuten. Auch manche Einschlagskrater wurden von diesem Prozess teilweise verfüllt. Die Fließstrukturen haben eine starke Ähnlichkeit mit der Oberfläche von Blockgletschern auf der Erde.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
Schwarzweiß-Aufnahme der Region Phlegra Montes
Der senkrecht auf die Oberfläche gerichtete Nadirkanal ermöglichte beim Überflug von Mars Express über die Region Phlegra Montes während Orbit 9465 HRSC-Bilddaten mit einer Auflösung von 16 Metern pro Pixel. Damit lassen sich kleinräumige geologische Strukturen identifizieren. Zur besseren Darstellung wurde für die hier gezeigten Bilder die Auflösung geringfügig reduziert; Norden ist im Bild rechts. Besonders auffallend sind Fließstrukturen in den Vertiefungen dieser bergigen Region, die von Massenbewegungen durch plastisch verformbares Material herrühren. Große Mengen an Gesteinsmaterial scheinen sich entlang des topographischen Gefälles bewegt und dabei Hindernisse wie zum Beispiel Hügel umströmt und Vertiefungen angefüllt zu haben. Wahrscheinlich sind diese Massenverfrachtungen auf so genannte Blockgletscher zurück zu führen: Solche von Gesteinsblöcken und zerriebenem Felsschutt durchsetzte Eiskörper kommen auf der Erde vor allem in Permafrostgebieten der Hochgebirge oder der polaren Breiten vor.
Quelle:
ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).