Am 27. September 2007 startete die Mission Dawn zu den beiden Asteroiden Vesta und Ceres. Sie sind die massivsten Objekte des Asteroidengürtels. Seit ihrer Entstehung vor viereinhalb Milliarden Jahren haben sich die beiden Körper vermutlich kaum mehr verändert. Sie sind die idealen Forschungsobjekte, um einen Blick weit in die Vergangenheit zu werfen, quasi zurück in die "Morgendämmerung" (Dawn) unserer kosmischen Heimat.
Erste Bilder von Vesta zeigen: Dieser Asteroid bietet viele Überraschungen. Auf den Aufnahmen sind unterschiedliche Einschlagskrater, Täler, Canyons und Berge, die zu den höchsten im Sonnensystem gehören, zu erkennen.
Ein riesiges Einschlagsbecken am Südpol. Tiefe Furchen um den Äquator. Dunkles Material an den Kratern, das die Planetenforscher ins Rätseln bringt. Und ein Berg, der mehr als doppelt so hoch wie der Mount Everest ist. Der Asteroid Vesta, den die Raumsonde Dawn seit Juli 2011 mit einem deutschen Kamerasystem an Bord umkreiste, hat die Wissenschaftler ins Staunen gebracht.
Zum "richtigen" Planeten hat es nicht ganz gereicht: Trotzdem zeigt Vesta, der mit 530 Kilometern Durchmesser zweitmassivste Asteroid unseres Sonnensystems, zahlreiche Eigenschaften eines Planeten. Das ist eines von mehreren bedeutenden Ergebnissen der NASA-Mission Dawn, die am 11. Mai 2012 im Wissenschaftsmagazin SCIENCE veröffentlicht werden.
Unterschiedliche Einschlagskrater, Täler, Canyons und Berge, die zu den höchsten im Sonnensystem gehören – die dreidimensionalen Aufnahmen und Filme, die die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom Asteroiden Vesta erstellt haben, zeigen einen ungewöhnlichen Himmelskörper. Seit Juli 2011 kreist die amerikanische Raumsonde Dawn mit einem deutschen Kamerasystem an Bord um den Asteroiden. "Vesta hat uns völlig überrascht", sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. Die topografischen Karten sind Voraussetzung für die Erforschung des Asteroiden, der zwischen Mars und Jupiter seine Bahn zieht.