Die Dassault Falcon 20E, Kennung D-CMET ist für den Forschungseinsatz beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stark modifiziert worden und wird vom DLR-Flugbetrieb in Oberpfaffenhofen hauptsächlich zur Atmosphärenforschung eingesetzt.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0).
Die Falcon bei einem Messflug in Malaysia.
Quelle: GEOMAR.
Die Falcon bei einem Messflug. Der so genannte Nasenmast misst mittels einer Fünf-Loch-Sonde beispielsweise den statischen und dynamischen Druck in der Atmosphäre. Durch Einlässe am Rumpf der Falcon sammelten die Wissenschaftler bei den SHIVA-Messflügen Daten zu atmosphärischen Spurengasen - und konnten so nachweisen, dass natürliche biogene Halogenverbindungen in den tropischen Gewittern bis in höhere Luftschichten transportiert werden.
Die Kommissarin zeigte sich besonders vom DLR-Forschungsflugzeug "Falcon" beeindruckt, das beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjalla europaweit Erkenntnisse über die Ausbreitung und Dichte der Aschewolke sammelte.
Für die Forschungsflüge in Malaysia wurde das DLR-Forschungsflugzeug Falcon mit speziellen Messinstrumenten ausgerüstet. Die Messflüge zeigten, dass die gewaltigen tropischen Gewitter natürliche biogene Halogenverbindungen in die obere Troposphäre transportieren - von wo aus sie in den Bereich der Ozonschicht gelangen können.
Die Falcon wird aus dem Hangar in Miri, Borneo, geschleppt.
Am 9. November 2011 wird die Falcon Richtung Malaysia starten und vier Wochen vor Ort sein. Geplant sind etwa zehn Flugeinsätze von Miri (Borneo) entlang der Küstengebiete von Malaysia, über dem Südchinesische Meer und dem südöstlichen Gebiet der Philippinen.
Das DLR-Forschungsflugzeug kam 1976 zum DLR und hat sich in zahlreiche wissenschaftlichen Forschungsmissionen weltweit bewährt. Die wohl bekanntesten Flüge führte das DLR im April 2010 durch, als der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjalla große Teile des Luftverkehr über Europa zum Erliegen brachte. In Rekordzeit wurde die Falcon umgerüstet und für den Einsatz über Island, England und Deutschland zugelassen. Als einziges Flugzeug am Himmel machte sich die Falcon zu mehreren Messflügen auf.
Die Falcon 20E im Flug. Das DLR-Forschungsflugzeug kann bis zu 1100 Kilogramm Nutzlast an wissenschaftlichen Instrumenten aufnehmen. Die Instrumente werden in- und unterhalb der Kabine sowie unter den Tragflächen installiert. Zu ihnen gehören unter anderem ein Strömungsmessgerät, der so genannte Nasenmast, Lufteinlässe und Unterflügelbehälter.
Die Falcon am 29. September 1975 beim Abnahmeflug in Bordeaux.
Ob Spitzbergen, Grönland, Tropen oder Südspitze Amerikas - der Einsatz für die Wissenschaft hat das Forschungsflugzeug Dassault Falcon 20E schon an die unterschiedlichsten Plätzen der Welt geführt. Seit 35 Jahren fliegt die Falcon für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). In dieser Zeit hat sie zur Klärung vieler Fragen der Atmosphärenforschung beigetragen und sich weltweit etabliert. Trotzdem ist ein Ruhestand noch nicht in Sicht - weitere Missionen sind geplant.
Die Falcon 20E rollt zur Startbahn.
Die Falcon bei einem Forschungsflug im Jahr 2002, Blick aus dem Cockpit. Zu erkennen ist der 1,8 Meter lange Nasenmast, an dessen Spitze sich eine Fünf-Loch-Sonde befindet, mit deren Hilfe die Wissenschaftler hochgenaue Erkenntnisse über beispielsweise den statischen und dynamischen Druck in der Atmosphäre erhalten.
Einige der DLR-Forschungsflugzeuge haben einen so genannten Nasenmast: Durch winzige Sensoren an der Spitze dieses Masts, an der so genannten Fünf-Loch-Sonde, gewinnen DLR-Wissenschaftler hochgenaue Erkenntnisse über den statischen und dynamischen Druck sowie die Richtung der Luftströmung um das Flugzeug herum.
Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20E wurde als geeignetes Messflugzeug ausgewählt. Die Falcon verfügt über eine komplette Messinstrumentierung zur Erfassung der Flugdynamik und einen Nasenmast, an dem vor dem Flugzeug in ungestörter Strömung lokale Anströmwinkel erfasst werden.
Missionsvorbereitung: In der DLR-Wartungshalle auf dem Flughafen Oberpfaffenhofen werden die wissenschaftlichen Instrumente und Sensoren installiert und überprüft. Mehr als eine Tonne an wissenschaftlicher Ausrüstung befindet sich an Bord der Falcon.
Dieses scheinbare "Chaos" findet sein Ende in der funktionstüchtigen Ausstattung und Instrumentierung des DLR-Forschungsflugzeuges Falcon in Vorbereitung der Mission SCOUT-03 (Stratospheric-Climate Links with Emphasis on the Upper Troposphere and Lower Stratosphere).
Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20 E ist eines der wichtigsten Hilfsmittel zur Erkundung von Erde und Atmosphäre. Es ist weltweit im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte im Einsatz.