Dassault Falcon 20E - D-CMET

Dassault Falcon 20E - D-CMET
  • DLR%2dForschungsflugzeug Falcon 20 E DLR%2dForschungsflugzeug Falcon 20 E

    DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20 E

    Die Dassault Falcon 20E, Kennung D-CMET ist für den Forschungseinsatz beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stark modifiziert worden und wird vom DLR-Flugbetrieb in Oberpfaffenhofen hauptsächlich zur Atmosphärenforschung eingesetzt.

  • Die Falcon im Flug Die Falcon im Flug

    Die Falcon im Flug

    Das DLR-Forschungsflugzeug kam 1976 zum DLR und hat sich in zahlreiche wissenschaftlichen Forschungsmissionen weltweit bewährt. Die wohl bekanntesten Flüge führte das DLR im April 2010 durch, als der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjalla große Teile des Luftverkehr über Europa zum Erliegen brachte. In Rekordzeit wurde die Falcon umgerüstet und für den Einsatz über Island, England und Deutschland zugelassen. Als einziges Flugzeug am Himmel machte sich die Falcon zu mehreren Messflügen auf.

  • Auf dem Weg zur Startbahn Auf dem Weg zur Startbahn

    Auf dem Weg zur Startbahn

    Die Falcon 20E rollt zur Startbahn.

  • Ausstattung und Instrumentierung des DLR%2dForschungsflugzeuges Falcon Ausstattung und Instrumentierung des DLR%2dForschungsflugzeuges Falcon

    Ausstattung und Instrumentierung des DLR-Forschungsflugzeuges Falcon

    Dieses scheinbare "Chaos" findet sein Ende in der funktionstüchtigen Ausstattung und Instrumentierung des DLR-Forschungsflugzeuges Falcon in Vorbereitung der Mission SCOUT-03 (Stratospheric-Climate Links with Emphasis on the Upper Troposphere and Lower Stratosphere).

  • Missionsvorbereitung in der DLR%2dWartungshalle Missionsvorbereitung in der DLR%2dWartungshalle

    Missionsvorbereitung in der DLR-Wartungshalle

    Missionsvorbereitung: In der DLR-Wartungshalle auf dem Flughafen Oberpfaffenhofen werden die wissenschaftlichen Instrumente und Sensoren installiert und überprüft. Mehr als eine Tonne an wissenschaftlicher Ausrüstung befindet sich an Bord der Falcon.

  • Über den Wolken Über den Wolken

    Über den Wolken

    Die Falcon 20E im Flug. Das DLR-Forschungsflugzeug kann bis zu 1100 Kilogramm Nutzlast an wissenschaftlichen Instrumenten aufnehmen. Die Instrumente werden in- und unterhalb der Kabine sowie unter den Tragflächen installiert. Zu ihnen gehören unter anderem ein Strömungsmessgerät, der so genannte Nasenmast, Lufteinlässe und Unterflügelbehälter.

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Die Dassault Falcon 20E, Kennung D-CMET, ist für den Forschungseinsatz beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stark modifiziert worden. Der DLR-Flugbetrieb in Oberpfaffenhofen setzt das Flugzeug hauptsächlich zur Atmosphärenforschung ein. Internationale Forscherteams messen Spurengase und Aerosole direkt an Bord und sammeln Luftproben, die anschließend im Labor analysiert werden. Der zweistrahlige Jet basiert auf einem Geschäftsreiseflugzeug der französischen Firma Dassault und fliegt in Höhen von bis zu 12.800 Meter.

Seit 1976 ist das Forschungsflugzeug in Betrieb. Seitdem ist es eine der wichtigsten Plattformen deutscher und europäischer flugzeuggetragener Forschung zur Erkundung von Erde und Atmosphäre. In mehr als 30 Jahren Betrieb in der Umwelt- und Klimaforschung hat das Flugzeug eine Spitzenposition unter den europäischen Forschungsflugzeugen eingenommen. Die Falcon 20E spielt deshalb auch eine große Rolle in der europäischen Flotte für Flugzeugforschung EUFAR (EUropean Fleet for Airborne Research), einer Initiative, an der sich 28 führende europäische Einrichtungen und Firmen auf dem Gebiet der flugzeugetragenen Forschung beteiligen.

Ein fliegendes Labor für die Umwelt- und Klimaforschung

Die Falcon fliegt höher als die meisten Verkehrsflugzeuge und ist äußerst robust und wendig. Das erlaubt sogar Messungen in der Nähe von Gewittern oder in nur 30 Metern Entfernung hinter den Triebwerken eines Verkehrsflugzeugs. Die Gipfelhöhe der Falcon reicht aus, um in mittleren Breiten die untere Stratosphäre zu erreichen, die seit einigen Jahren im Zusammenhang mit dem Ozonabbau im Brennpunkt der Forschung steht.

Über den Bergen Norwegens wurden beispielsweise polare stratosphärische Wolken vermessen, die zumindest in kalten Wintern maßgeblich zum Ozonabbau beitragen. In den letzten Jahren war die Falcon eines der wichtigsten Großforschungsgeräte des DLR, um die Auswirkungen von Flugzeug-Emissionen auf die Zusammensetzung der Atmosphäre zu erforschhen. Ihre einzigartige Modifikation und Ausstattung machen die Falcon zu einer echten Mehrzweckplattform für Forschungsanwendungen, die den individuellen Bedürfnissen entsprechend angepasst werden kann.

Modifikationen

Die Falcon kann bis zu 1100 Kilogramm Nutzlast an wissenschaftlichen Instrumenten aufnehmen. Die Instrumente werden in- und unterhalb der Kabine sowie unter den Tragflächen installiert. Zu ihnen gehören unter anderem ein Strömungsmessgerät, der so genannte Nasenmast und Antennen, die sich außerhalb des Flugzeugs befestigen lassen.

Für Kameras und LIDAR-Systeme (Light Detection And Ranging), die zur Atmosphärenmessung eingesetzt werden, hat die Falcon an der Rumpfober- und -unterseite spezielle optische Fenster. Ein LIDAR sendet einen Laserimpuls aus und empfängt das von der Atmosphäre zurück gestreute Signal. Daraus lassen sich Konzentrationsprofile von Wasserdampf, Ozon oder Aerosolpartikeln oberhalb oder unterhalb der Flughöhe ableiten. Für Radarantennen kann seitlich ein Fenster durch eine Scheibe ersetzt werden.

Die Avioniksysteme der Falcon werden permanent den ständig steigenden Anforderungen der wissenschaftlichen Experimente sowie der Flugsicherheit angepasst. Dies ermöglicht eine präzise Navigation und den uneingeschränkten weltweiten Einsatz des Flugzeugs. 

An der Flugzeugstruktur der Dassault Falcon 20E D-CMET wurden folgende Modifikationen und Anbauten vorgenommen:

  • Nasenmast mit integrierter Strömungssonde für Messungen von Anströmgeschwindigkeit und -richtung
  • Insgesamt drei Spezialfenster im Dach und Boden des Flugzeugrumpfs unter anderem für den Einsatz von LIDAR-Instrumenten zur Atmosphärenmessung. Die unteren Spezialfenster können dabei während Start und Landung durch eine Rolltür vor Beschädigungen durch Steinschlag geschützt werden.
  • Neue Triebwerke mit zusätzlichen elektrischen Generatoren zur Versorgung der Experimente (zwei x 330 Ampere und 28 Volt)
  • Vier kleine Öffnungen (acht Zenitmeter Durchmesser) an der Rumpfoberseite
  • Vier Befestigungspunkte unterhalb der Tragflächen zum Anbau von Partikelmesssystemen (PMS)
  • Zentraler Befestigungspunkt an der Rumpfunterseite zum Anbau variabler Messbehälter
  • Seitliche Fenster für Infrarot- und Radarantennen, so genannte Mikrowellen-Messgeräte
  • Befestigungspunkte am unteren Rumpfheck für Radiometer

Missionen und Forschungsschwerpunkte

Messungen zur Entstehung und Struktur arktischer Stürme

Im Rahmen des Internationalen Polaren Jahres (IPY) 2007/2008 führten Wissenschaftler des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre im Februar 2008 Messungen zur Entstehung und Struktur arktischer Stürme über der norwegischen Barentssee durch. Die Arbeiten sind Teil des von der Universität Oslo (Norwegen), der EUFAR und dem DLR geförderten Projektes IPY-THORPEX.

Ausgerüstet war die Falcon mit modernen Fernerkundungsinstrumenten: einem neuentwickeltem LIDAR, welches zum ersten Mal Aerosol- und Wasserdampfprofile mit allen vier Wellenlängen messen konnte, und dem Doppler-LIDAR, was den Wissenschaftlern Windprofile unterhalb des Flugzeugs lieferte. Das eingesetzte Wasserdampf-LIDAR dient als Vorläuferinstrument für zukünftige Weltraummissionen.

In insgesamt 13 Missionen wurde der Lebenszyklus von polaren Tiefdruckgebieten, arktischen Fronten und orographisch modifizierten Strömungen in Nord-Norwegen und Spitzbergen untersucht. Vergleichbare Messungen sind in der von der Klimaveränderung besonders betroffenen Arktis selten. Die Einzigartigkeit der gewonnenen Daten wird die Wissenschaftler in den nächsten Jahren vor faszinierende Aufgaben stellen.

Kampagne SCOUT - Messungen zum Klimawandel

Wie wird sich die Zusammensetzung der Atmosphäre und das Klima in der Zukunft weiterentwickeln?
Im Rahmen des auf fünf Jahre ausgelegten EU-Projekts SCOUT-03 (Stratospheric-Climate Links with Emphasis on the Upper Troposphere and Lower Stratosphere) gehen Wissenschaftler des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre, Mitarbeiter des DLR-Flugbetriebs, 60 europäische Forschungsinstitute und Universitäten in Europa diesen Fragen auf den Grund. Zusammen mit den internationalen Partnern führte das DLR bei einem Feldexperiment in Australien im November 2005 umfangreiche Messungen mit der Falcon durch.

Eines der Ziele der Kampagne war es, den Beweis zu erbringen, dass Aerosole in tropischen Gewittern von den bodennahen Schichten bis in die Stratosphäre in Höhen über 18 Kilometern transportiert werden. Dort verbleiben diese Spurenstoffe über viele Jahre, werden rund um den Erdball verteilt und beeinflussen die Ozonschicht.

Technische Daten

Falcon 20E, Kennung D-CMET

Länge: 17,2 Meter (18 Meter mit Nasenmast)
Höhe: 5,32 Meter
Spannweite: 16,3 Meter
Kabinenlänge: 5,5 Meter
Kabinenbreite:1,7 Meter 
Kabinenhöhe: 1,62 Meter
Sitzplätze:10 (Im Rahmen der DLR-Forschung drei Sitzplätze für Besatzungsmitglieder und drei Wissenschaftler oder Ingenieure, je nach Instrumentierung)
Leergewicht: 7,53 Tonnen (mit ständiger Versuchsausrüstung)
Gesamtgewicht: maximal 13,2 Tonnen
Antrieb: zwei Garrett Turbojet Triebwerke TFE 731-5BR-2C
Schub:zwei mal 20.000 Newton (kein Umkehrschub)
Reichweite: circa 3700 Kilometer
Flughöhe:maximal 12,8 Kilometer (42.000 Fuß)
Geschwindigkeit:maximal 917 Kilometer pro Stunde (0,865 Mach)
Flugdauer:5:30 Stunden (abhängig von der Nutzlast)
Tankkapazität:5007 Liter (4,006 Tonnen)
Ursprüngliche Nutzung:Business Jet und Einsatz im militärischen Bereich
DLR-Flugbetrieb: Oberpfaffenhofen

Zuletzt geändert am:
21.06.2011 13:03:05 Uhr

Kontakte

 

Dr.rer.nat. Monika Krautstrunk
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Flugbetriebe, Flugabteilung Oberpfaffenhofen

Tel.: +49 8153 28-2986

Fax: +49 8153 28-1347