Die ersten Ergebnisse des Alpha-Magnet-Spektrometers (AMS) liegen vor, 20 Milliarden kosmische Teilchen hat die "Kamera" im Weltall in den ersten 18 Monaten aufgezeichnet - und dennoch ist das nur ein ganz kleiner Schritt. "Bisher haben wir ja erst rund acht Prozent der Daten", erläutert Prof. Stefan Schael von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderte Projekt steht noch ganz zu Beginn seiner Betriebszeit. "Wir gehen von einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren aus." Klar ist bisher eines: AMS hat eine ungewöhnlich hohe Anzahl Positronen und somit von Antimaterie-Teilchen beobachtet. Das könnte ein Hinweis auf die Existenz Dunkler Materie sein. Als nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler den Protonen, dem Helium, Bor und Karbon auf die Spur kommen. Letztendlich wollen die Wissenschaftler eines wissen: Woraus besteht das Universum? "Das Puzzle ist erst dann gelöst, wenn wir alle Bausteine verstanden haben", sagt der deutsche Projektleiter.
Mit dem Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS), einem auf der Internationalen Raumstation ISS montierten sieben Tonnen schweren und vier Meter hohen Teilchendetektor, versucht ein auf den ganzen Erdball verteiltes Wissenschaftlerteam der Lösung des Rätsels um unser Universum - und damit um unsere Existenz - ein Stück näher zu kommen. Im Fokus stehen dabei Fragen rund um die mögliche Existenz von Antimaterie und Dunkler Materie.
Am 16. Mai 2011 ist um 08.56 Uhr Ortszeit (14.56 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit, MESZ) das Space Shuttle Endeavour zur vorletzten Shuttle-Mission (STS-134) vom Launch-Pad 39A des Kennedy Space Center (Florida) zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. An Bord sind Kommandant Mark Kelly, Pilot Gregory H. Johnson sowie die Missionsspezialisten Michael Fincke, Greg Chamitoff, Andrew Feustel und der italienische ESA-Astronaut Roberto Vittori.
Mit verschiedenen Detektoren soll das Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) außen an der Internationalen Raumstation ISS die kosmische Strahlung im Weltraum untersuchen. Das AMS startet am Freitag, 29. April 2011, um 21.47 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (15.47 Uhr Ortszeit) an Bord des Space Shuttles Endeavour von Cape Canaveral (Florida) zur ISS. Rund 500 Wissenschaftler aus 16 Ländern sind an dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützten Projekt beteiligt.