Instrumente des Rosetta-Orbiters

Ab August 2014 wird der Rosetta-Orbiter in eine Umlaufbahn um den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko einschwenken. Diese besteht zunächst aus pyramidenähnlichen Segmenten und bei weiterer Annäherung aus Ellipsen. Der Orbiter wird den Kometen auf seinem Weg zur Sonne begleiten und so die bisher noch nie da gewesene Chance haben, das "Erwachen" eines Kometen, die Staubentwicklung und zunehmende Ausgasung bei seiner Erwärmung und damit auch die Bildung des Kometenschweifs, aus der Nähe zu untersuchen.

Der Orbiter trägt elf wissenschaftliche Instrumente zur Fernerkundung des Kometen: Die Kameras und Spektrometer an Bord arbeiten in einem breiten Spektrum (Ultraviolett, Visuell, Infrarot, Mikrowellen). Mit Massenspektrometern, Instrumenten zur Isotopenanalyse und Staubanalysatoren wird die Zusammensetzung von Gas und Staub erforscht. Ein Radiowellenexperiment durchleuchtet den Kometen, ein Plasmadetektor ermittelt die Wechselwirkung mit dem Sonnenwind.

Instrumente des Rosetta-Orbiters (11)
 
ALICE:

ist ein abbildendes UV-Spektrometer, das die Zusammensetzung des Kometenkerns, der Koma und des Ionenschweifes analysiert.

Principal Investigator (PI): Alan Stern, Southwest Research Institute, Boulder, Colorado, USA

CONSERT (Comet Nucleus Sounding Experiment by Radio wave Transmission): Sendet langwellige Radiosignale durch den Kometenkern, um dessen Struktur zu erkunden.

Principal Investigator (PI): Wlodek Kofman, Institut de Planétologie et d'Astrophysique de Grenoble, Grenoble, Frankreich
COSIMA (Cometary Secondary Ion Mass Spectrometer):

Ist ein Massenspektrometer, das kometare Staubkörner sammelt und deren chemische Zusammensetzung analysiert.

Principal Investigator (PI): Martin Hilchenbach, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau, Deutschland

GIADA (Grain Impact Analyser and Dust Accumulator):

Bestimmt Anzahl, Größe und Geschwindigkeit der Staubkörnchen in der Koma. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Prozesse der beginnenden und sich entwickelnden Aktivität des Kometen.

Principal Investigator (PI): Alessandra Rotundi, Università degli Studi di Napoli "Parthenope", Neapel, Italien

MIDAS (Micro-Imaging Dust Analysis System):

Ist ein hochauflösendes Rastersondenmikroskop zur Untersuchung der Feinstruktur der Staubteilchen.

Principal Investigator (PI): Mark Bentley, Institut für Weltraumforschung, Graz, Österreich

MIRO (Microwave Spectrometer for the Rosetta Orbiter):

Ist ein Mikrowelleninstrument zur Bestimmung der Zusammensetzung von Kern und Koma, zur Messung der kometaren Aktivität sowie zur Bestimmung physikalischer Eigenschaften der Kernoberfläche (Temperatur) und von Komamolekülen (Dichte, Temperatur und Geschwindigkeit).

Principal Investigator (PI): Samuel Gulkis, Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien, USA

OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and InfraRed Remote Imaging System):

Eine Tele- und eine Weitwinkelkamera nehmen hochaufgelöste Bilder in verschiedenen Spektralkanälen auf zur Charakterisierung des Kerns und seiner Umgebung.

Principal Investigator (PI): Holger Sierks, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Katlenburg-Lindau, Deutschland
Co-Investogatoren: Stubbe Hviid, Jörg Knollenberg, Ekkehard
Kührt, Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin

ROSINA (Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis):

Das Instrument besteht aus 2 Massenspektrometern sowie einem Drucksensor und bestimmt die chemische Zusammensetzung der Koma, die Isotopenverhältnisse sowie die Temperatur und Geschwindigkeit der Gasmoleküle.

Principal Investigator (PI): Kathrin Altwegg, Universität Bern, Schweiz

RPC (Rosetta Plasma Consortium):

Ionen- und Elektronendetektoren sowie ein Magnetometer messen physikalische Eigenschaften des Kerns und der Koma sowie die Wechselwirkungen von Koma und Schweif mit dem Sonnenwind.

Principal Investigator (PI): Hans Nilsson, Institutet för rymdfysik, Kiruna, Schweden (RPC/ICA), James Burch, Southwest Research Institute, San Antonio, Texas, USA (RPC/IES), Karl-Heinz Glassmeier, Technische Universität, Braunschweig, Deutschland (RPC/MAG), Christopher Carr, Imperial College of Science, Technology and Medicine, London, Großbritannien (RPC/PIU)
Co-Investogator: Ekkehard Kührt, Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin

RSI (Radio Science Investigation):

Nutzt das Kommunikationssystem der Raumsonde zur Bestimmung des kometaren Gravitationsfeldes sowie der Größe, Masse, Form und Struktur des Kerns.

Principal Investigator (PI): Martin Pätzold, Universität zu Köln, Köln, Deutschland

VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer):

Abbildendendes Spektrometer, das die Zusammensetzung und Temperatur der Oberfläche misst sowie die Gasmoleküle in der Koma charakterisiert.

Principal Investigator (PI): Fabrizio Capaccioni, Istituto di Astrofisica e Planetologia Spaziali, Rom, Italien
Co-PI: Gabriele Arnold, Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin
Co-Investigatoren: U. Carsenty, Ralf Jaumann, Ekkehard Kührt, Stefano Mottola, Institut für Planetenforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin

 

Zuletzt geändert am: 07.02.2014 12:49:09 Uhr

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Raumsonde Rosetta: Übersicht über die Experimente

Instrumente der Rosetta%2dRaumsonde

Übersicht über die elf Instrumente an Bord der Rosetta-Raumsonde.

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  • Rosetta: Signal aus dem Weltall
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Links

  • DLR-Sonderseite zur Rosetta-Mission
    (http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10394/)
  • DLR-Institut für Planetenforschung
    (http://www.dlr.de/pf/)
  • DLR-Institut für Materialphysik im Weltraum
    (http://www.dlr.de/mp)