DLR Magazin 151 - page 8-9

Mit der Falcon in Westafrika: Auf atmosphärischer Spurensuche in
einer sich wandelnden Region
Von Fabian Locher
W
illkommen in Westafrika – wo staubiger Saharawind aus dem Norden auf feuchten
Monsun vom Meer trifft. Wo verbrannter Müll, knatternde Motorräder und viele kleine
Holzkohlefeuer sich in der Luft mit den Abgasen von Kraftwerken, vom Schiffsverkehr und
von den Ölplattformen vor der Küste vermengen. Wo unkontrolliert Waldflächen in Agrarland
umgewandelt werden und wo durch starkes Bevölkerungswachstum und rapide Urbanisie-
rung die Megacitys der Zukunft entstehen. Doch welche Folgen hat der Wandel der Region für
die Luft? Wie beeinflusst er die Zusammensetzung der Atmosphäre? Wie wirkt sich das alles
auf Wetter und Klima aus? Welche Effekte hat der Wandel auf die Gesundheit der Menschen
und der Natur?
Um das herauszufinden, untersuchten Wissenschaftler des DLR-Instituts für Physik der Atmo-
sphäre, wie sich die Emissionen der Schadstoffquellen in der Region auf die Eigenschaften der
Wolken auswirken. An Bord des DLR-Forschungsflugzeugs Falcon flogen sie von der togolesi-
schen Hauptstadt Lomé aus durch Wolkendecken und über Großstädte, Tanker und Ölplatt-
formen hinweg, um die chemische Zusammensetzung der Luft zu ermitteln und Erkenntnisse
zur Mikrophysik der Wolken in dieser belasteten Region zu gewinnen. Die Daten helfen dabei,
Klimamodelle und Wettervorhersagen zu verbessern und die Folgen des Wandels der Region
besser einzuschätzen – eine Basis für eine dauerhaft nachhaltige Entwicklungspolitik.
DICKE LUFT
ÜBER TOGO
ATMOSPHÄRENFORSCHUNG
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Bild: DLR/Valerian Hahn
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