Zwergplanet Ceres: Rätselhaftes Material an Kratern und Bergen

Krater Haulani

Dienstag, 22. März 2016

Autoplay
Info an
Info aus
Informationen
Schließen
Vollbild
Normal
zurück
vor
{{index}}/{{count}}
Tipp:
<Escape>, um fullscreen zu beenden.
  • Krater Haulani
    Krater Haulani

    Der Krater Haulani auf dem Zwergplaneten Ceres hat einen Durchmesser von 34 Kilometern. Diese Aufnahme wurde aus 1470 Kilometern Entfernung aufgenommen. Die Auflösung beträgt 140 Meter pro Bildpixel. Das bläuliche abgebildete Material deutet auf relativ frisches Material an der Oberfläche hin.

  • Stück für Stück ein Bild von Zwergplanet Ceres

    Nach und nach nahm die Kamera an Bord der Dawn-Sonde den Zwergplaneten Ceres aus dem niedrigsten Orbit auf. So entstand eine Abdeckung aus nur 385 Kilometern Entfernung.

  • Krater Occator
    Krater Occator

    Der Krater Occator auf dem Zwergplaneten Ceres hat in seinem Inneren helle, bisher noch nicht erklärbare Flecken. Dies Echtfarbenaufnahme zeigt bläuliches, jüngeres Material. Die Aufnahme wurde aus 1470 Kilometern Entfernung aufgenommen und hat eine Auflösung von 140 Metern pro Pixel.

  • Krater Occator
    Risse und helle Flecken im Krater Occator

    Auf den Nahaufnahmen aus nur 385 Kilometern Entfernung sind auch die komplexen Strukturen des Kraters Occator auf dem Zwergplaneten Ceres zu erkennen: Neben mysteriösen hellen Flecken im Kraterinneren sind eine große helle Aufwölbung im Zentrum zu sehen sowie zahlreiche Risse und Brüche.

  • Krater Ikapati
    Krater Ikapati

    Diese Echtfarbenaufnahme zeigt den Krater Ikapati auf dem Zwergplaneten Ceres aus 1470 Kilometern. Die Auflösung beträgt 140 Meter pro Pixel.

  • Ceres
    Farbkarte von Zwergplanet Ceres

    Diese eingefärbte Gesamtkarte von Ceres hat eine Auflösung von 140 Metern pro Pixel und besteht aus Bildern, die aus 1470 Kilometern Entfernung von der Kamera an Bord der Dawn-Sonde aufgenommen wurden.

Umso detaillierter die Planetenforscher der Dawn-Mission auf Zwergplanet Ceres blicken können, desto rätselhafter - und spannender - wird der Himmelskörper. Die kontrastverstärkten Echtfarben zeigen bläuliches Material an einigen Kratern und Berghängen. "Man könnte zunächst davon ausgehen, dass es sich dabei um Impaktschmelzen handelt, die sich bei der Entstehung der Krater gebildet haben - aber wir sehen das Material auch an Ceres’ höchstem Berg, dem Ahuna Mons", erläutert Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Außerdem müsste man dieses bläuliche Material dann auch bei allen Kratern sehen." Eine exakte Erklärung für dieses Phänomen haben die Forscher noch nicht. Auf der 47. "Lunar and Planetary Science Conference" in Texas zeigte das Dawn-Team nun neue Aufnahmen des Zwergplaneten aus nur 385 Kilometern Höhe.

Schicht für Schicht

Die kontrastverstärkten Farbkarten von Zwergplanet Ceres zeigen, dass das bläuliche und recht frische Material an den jüngeren Kratern sowie am Berghang von Ahuna Mons zu sehen ist. "Dieses Material bildet Fließstrukturen und geht wahrscheinlich auf eine Interaktion zwischen der direkten Oberfläche und dem darunterliegenden Material zurück." Unter der eisfreien Oberfläche von Ceres müsse sich daher eine weitere, andere Schicht befinden. "Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schicht unter der obersten Kruste mit Eis und flüchtigen Stoffen angereichert ist." An der Oberfläche hingegen wurde bisher kaum Eis entdeckt, da dieses sofort sublimiert.

Hilfreich bei der Lösung der Rätsel, die Ceres den Planetenforschern aufgibt, sind die Daten, die Raumsonde Dawn nun aus dem niedrigsten Orbit zur Erde sendet. "Noch im letzten Jahr sah der Krater Occator wie eine einzige helle Fläche aus", erläutert Ralf Jaumann, DLR-Planetenforscher und Mitglied im Dawn-Team. "Jetzt erkennen wir auf den Nahaufnahmen komplexe Strukturen." Neben mysteriösen hellen Flecken im Kraterinneren sind eine große helle Aufwölbung im Zentrum zu sehen sowie zahlreiche Risse und Brüche. "Dies weist auf geologische Aktivität in der jüngsten Vergangenheit hin - wir müssen aber die Kartierung der Ablagerungen vervollständigen und die Zusammensetzung bestimmen, um so unsere Thesen für die Formation dieser komplexen Strukturen zu testen."

Die Mission

Die Mission Dawn wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.
 

Zuletzt geändert am:
23.03.2016 10:27:16 Uhr

Kontakte

 

Manuela Braun
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Raumfahrt

Tel.: +49 2203 601-3882

Fax: +49 2203 601-3249
Prof. Dr. Ralf Jaumann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung, Planetengeologie

Tel.: +49 30 67055-400

Fax: +49 30 67055-402