Offizieller Startschuss für Forschungsverbund Windenergie

Donnerstag, 31. Januar 2013

Partner unterzeichnen Kooperationsvertrag

Ein einmaliges Bündnis für die deutsche Windenergie-Forschung wurde heute in Berlin offiziell geschlossen - der Forschungsverbund Windenergie. Vertreter der drei Partner Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ForWind - Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Das gebündelte Know-how von mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird wegweisende Impulse für eine Erneuerbare-Energien-Zukunft auf Basis von On- und Offshore-Windenergie geben.

Der Forschungsverbund ist durch seine personelle Stärke und die Vernetzung von Kompetenzen in der Lage, langfristige und strategisch wichtige Großprojekte erfolgreich zu bearbeiten. Zur Bearbeitung innovativer Fragestellungen steht eine Forschungsinfrastruktur mit Testzentren und Laboren zur Verfügung, die weltweit Maßstäbe setzen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier begrüßt die Gründung des Forschungsverbundes: "Ein koordiniert auftretender Verbund für die Windenergieforschung stärkt die Unternehmen in Deutschland und trägt zur Sicherung ihrer Zukunft bei. Für das Gelingen der Energiewende brauchen wir effiziente und zuverlässige Windenergieanlagen, an denen der Forschungsverbund arbeitet".

Das gemeinschaftliche Auftreten im Forschungsverbund besitzt internationale Ausstrahlungskraft und erschließt Synergien für anstehende Großprojekte in der Windindustrie. Für die zunehmende Professionalisierung der Branche und den Erhalt der Technologieführerschaft sind Antworten für technologisch anspruchsvolle Fragestellungen akut gefragt. Die inhaltliche Zusammenarbeit der Partner startet direkt in dem BMU-geförderten Projekt "Smart Blades - Entwicklung und Konstruktion intelligenter Rotorblätter" mit einem Projektvolumen von 12 Mio. Euro und einer Laufzeit von 39 Monaten.

Gemeinsame Forschung an intelligenten Rotorblättern

Die Forscher erwarten von Smart Blade Technologien, dass die eintretende Lastminderung an den Rotorblättern ein aerodynamisch optimiertes und leichteres Design von Windenergieanlagen ermöglicht. Durch Designänderungen ließen sich Material- und Logistikkosten reduzieren und die Lebensdauer der Anlage erhöhen.

Rotorblatthinterkanten, die sich in Ihrer Form verändern können, und Klappen, die bei Bedarf den Wind umlenken - sehr große Rotorblätter, die mit solchen Mechanismen ausgestattet sind, können gezielt Böen ausregeln und Leistungsschwankungen verringern. Dadurch kann die Schadensanfälligkeit reduziert und eine längere Lebensdauer erreicht werden. Solche aktiven Technologien werden in der Luftfahrt bereits erprobt und sollen nun auch in der Windenergie Anwendung finden.

Weht der Wind zu stark, werden derzeit Rotorblätter in voller Länge aus dem Wind gedreht. Inzwischen überstreichen die neuen, bis zu 85 Meter langen Blätter bei jeder Umdrehung eine Fläche, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Die Böigkeit des Windes führt aber zu sehr unterschiedlichen Windverhältnissen innerhalb dieser großen Fläche, so dass ein pauschales - und auch relativ langsames - Verstellen des gesamten Rotorblattes dies nicht berücksichtigen kann. Daher soll nun durch bewegliche Vorflügel, Hinterkanten und andere Systeme die lokale Strömung genauer und schneller beeinflusst werden.

Große Herausforderungen in der Windenergiebranche

Anlagenbauer scheuen bislang die Entwicklung und den Einsatz von Smart Blades. Die große Herausforderung wird sein, dass die Rotorblätter durch die aktiven Mechanismen nicht fehleranfälliger, schwerer und wartungsintensiver werden dürfen und sich die Gestehungskosten nicht erhöhen. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, die Machbarkeit, die Effizienz und die Zuverlässigkeit von Smart Blades unter Beweis zu stellen.

Heute findet das Kick-Off für dieses erste große Verbund-Projekt statt, so dass die Arbeiten an den Entwurfsarbeiten für Rotorblätter mit einer "passiven" und zwei alternativen "aktiven" Technologien umgehend beginnen können.

Zuletzt geändert am: 31.01.2013 13:03:35 Uhr

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Kontakte

Dorothee Bürkle
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation, Redaktion Energie, Verkehr

Tel.: +49 2203 601-3492

Fax: +49 2203 601-3249
Dr. Stephan Barth
ForWind - Center for Wind Energy Research

Tel.: +49 441 798-5091

Fax: +49 441 798-5099
Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter
Fraunhofer IWES

Tel.: +49 471 14290-200

Fax: +49 471 14290-111

Bündnis für die Windenergie

Bündnis für die Windenergie

Vlnr: Dr. Stephan Barth (Geschäftsführer ForWind), Bundesumweltminister Peter Altmaier, Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter (Institutsleiter IWES), Dr.-Ing. Jan Teßmer (Koordinator Windenergieforschung DLR).

Unterzeichnung Kooperationsvertrag Forschungsverbund Windenergie

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Es unterzeichneten am 31. Januar 2013 den Kooperationsvertrag (vlnr): Prof. Ulrich Wagner, Vorstand Energie und Verkehr DLR, Prof. Babette Simon, Präsidentin Universität Oldenburg, Prof. Rolf Drechsler, Konrektor Universität Bremen, Prof. Klaus Hulek, Vizepräsident Universität Hannover, Prof. Andreas Reuter, Institutsleiter Fraunhofer IWES.

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Durch Klappen im Rotorblatt, die den Wind umlenken sowie bewegliche Hinterkanten und Vorflügel sollen sich Rotorblätter in Zukunft besser und schneller an die lokalen Windströmungen anpassen können.

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