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Presse-Informationen des DLR Oberpfaffenhofen 2008

ALPNAP-Schutz der Alpenregion

23 January 2008

Brennerautobahn - Hauptverkehrsader durch die Alpen

Unter dem Namen ALPNAP kommt ein europäisches Forschungsprojekt zum Abschluss, das hilft, Lärm und Luftbelastung entlang alpiner Hauptverkehrswege zu mindern. Die Ergebnisse des vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre geleiteten Projektes werden vom 23. bis 25. Januar 2008 in Innsbruck der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der wachsende Güterverkehr zählt zu den größten Herausforderungen der Alpenländer. Die rasant ansteigende Zahl der Lastwagen auf den Alpen-Transitachsen belastet die Umwelt und erhöht die Risiken für die Gesundheit der Anwohner. Um das Problem zu mildern, ist eine länderübergreifende Vorgehensweise notwendig, an der insbesondere die einzelnen Alpenregionen beteiligt sind.
 
ALPNAP unterstützt die zuständigen Behörden beim Planen und Durchführen von Maßnahmen wie Mauterhebungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen oder zeitlich begrenzten Überhol- oder Fahrverboten. Erstmals werden in einem Handbuch die derzeit leistungsfähigsten wissenschaftlichen Methoden zur Erfassung und Prognose der Luftverschmutzung und des Lärms einschließlich der negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bevölkerung beschrieben. Dabei werden insbesondere die komplizierten Bedingungen für die Schadstoff- und Lärmausbreitung in den Alpentälern berücksichtigt und Handlungsempfehlungen formuliert.

Das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre hat zudem in dem Projekt Verfahren zur Verkehrslärmprognose angewandt und kombinierte Analysen zur Wetterabhängigkeit des Lärms und der Luftschadstoffkonzentration im Unterinntal durchgeführt. So stellte sich heraus, dass Lärmschutzwände entlang von Autobahnen in Tälern die Hang-Anwohner nur bedingt schützen und ihre Einrichtung daher gründlich geprüft  werden muss. Ebenso konnte gezeigt werden, dass bestimmte Wetterbedingungen in den Tälern die Lärm- und Schadstoffbelastung verstärken und zu Grenzwertüberschreitungen führen. Auf Basis dieser Erkenntnisse können Verkehrsleitmaßnahmen nun wetterabhängig durchgeführt und Belastungsspitzen künftig verhindert werden.

 Europäisches Netzwerk

ALPNAP ist ein mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung ko-finanziertes Projekt im INTERREG IIIB Alpenraum Programm. Es startete im Januar 2005 und vereinte 11 Partner aus 4 Ländern. Experten aus Universitäten und Forschungszentren Deutschlands, Österreichs, Italiens und Frankreichs bildeten ein alpenweites Netzwerk auf den Gebieten der Gebirgsmeteorologie, der Luftverschmutzung, des Lärms und der Gesundheitsauswirkungen. Dabei korrespondiert ALPNAP mit dem Projekt MONITRAF, welches die Auswirkungen des inneralpinen und alpenquerenden Straßenverkehrs längs der vier Transitkorridore Brenner, Fréjus, Gotthard und Mont-Blanc erfasst und untersucht. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen des Straßenverkehrs zu vermindern und die Lebensqualität im Alpenraum zu verbessern. Dabei ist zu verhindern, dass die Maßnahmen an einer Verkehrsachse zu einer stärkeren Belastung einer anderen Verkehrsachse führen.

Ansprechpartner:
Miriam Kamin
DLR Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Oberpfaffenhofen
Tel.: +49 8153/28-2297
Fax: +49 8153/28-1243
Email: Miriam.Kamin@dlr.de


Dr. Dietrich Heimann
DLR Institut für Physik der Atmosphäre
Oberpfaffenhofen
Tel: +49 8153 28 2508
Fax: +49 8153 28 1841
Email: dietrich.heimann@dlr.de

 


 


Created: 23/01/2008 14:30:00