SAR-Prozessoren werden als sogenannte End-to-End-Systeme ausgelegt, die aus dem vom SAR-Instrument gelieferten Bitdatenstrom hochgenaue kalibrierte Produkte für Wissenschaftler und kommerzielle Anwender generieren.
Die folgende Illustration fasst anschaulich die wesentlichen Stufen einer interferometrischen Verarbeitung zusammen, wie sie beispielsweise für die TanDEM-X Mission entwickelt wurde. Durch Fokussierung der holographisch aufgezeichneten Radarechos gewinnt man ein scharfes Bild der Radarreflektivität der Erdoberfläche. Neben den Signalstärken, die im linken oberen Teil als Grauwerte dargestellt sind, enthalten diese Bilder auch hochgenaue Entfernungsangaben in Form von Phasenwinkeln. Aus der Differenz der Phasen zweier, aus leicht unterschiedlicher Perspektive aufgenommener SAR Bilder entsteht ein Interferogram, im mittleren Teil als farbiges Streifenmuster dargestellt. Daraus kann, nach Auflösen von Phasenmehrdeutigkeiten und mit dem Wissen der exakten Aufnahmegeometrie ein digitales Höhenmodel der Erdoberfläche erstellt werden, wie rechts unten koloriert und schattiert angedeutet.
Entwicklungsphasen eines SAR-Prozessors
Die Entwicklung eines operationellen SAR-Prozessors dauert normalerweise mehrere Jahre und umfasst folgende Schritte:
Aktuelle Entwicklungen sind der TerraSAR Multi-Mode SAR Prozessor TMSP sowie der Integrierte TanDEM-X Prozessor ITP.
TerraSAR Multi-Mode SAR Prozessor (TMSP)
Dieser Prozessor verarbeitet alle SAR-Daten der TerraSAR-X Mission. Er wird sowohl im Bodensegment des DLR als auch in den Empfangsstationen externer Partner eingesetzt. Die besonderen Merkmale des Systems sind:
Integrierte TanDEM-X Prozessor (ITP)
Die TanDEM-X Mission stellt mit dem erstmaligen Konfigurationsflug zweier SAR-Satelliten und dem bi-statischen interferometrischen Aufnahmeprinzip eine neue Herausforderung an die SAR-Datenverarbeitung. Das Prozessierungssystem ITP vereint die Aspekte der bi-statischen SAR-Prozessierung, der interferometrischen Verarbeitung und schließlich der Erzeugung von digitalen Höhenmodellen aus den abgeleiteten Phaseninformationen. Die besonderen Merkmale des Systems sind