Prof. Dr. Stefan Dech
Direktor DFD, Oberpfaffenhofen
Prof. Dr. Richard Bamler
Direktor IMF, Oberpfaffenhofen
Das Earth Observation Center (EOC) ist ein Institutsverbund im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es wird gebildet vom Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) und dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) und ist das Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung in Deutschland. Die Institute IMF und DFD sind die führenden nationalen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in der Erdbeobachtung mit staatlicher Finanzierung. Die tragenden Kapazitäten des DFD sind gleichermaßen betriebliche Aufgaben (eigenes Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation, Deutsches Satellitendatenarchiv, internationale Empfangseinrichtungen) und die Anwendung der Fernerkundung mit Schwerpunkt Landoberfläche, Atmosphäre und zivile Kriseninformation. Die Schwerpunkte des IMF liegen im wissenschaftlichen Bereich (Algorithmenentwicklung, Bildverarbeitung, Produktentwicklung).
Die wichtigsten Aufgaben des EOC sind:
- Konzeption, Entwicklung und Betrieb eines integrierten Bodensegments für Erdbeobachtungsmissionen durch ein Bodenstationsnetz und das Deutsche Satellitendatenarchiv
- Prozessorentwicklung zur Aufbereitung von Daten unterschiedlicher Fernerkundungssensoren, Systemintegration und operationelle Verarbeitung großer Datenmengen
- Entwicklung und Erzeugung hochwertiger Geoinformation für die Umwelterkundung, die Klima- und Atmosphärenforschung sowie für Aufgaben in den Bereichen zivile Sicherheit und humanitäre Hilfe
- Entwicklung und Betrieb nutzerorientierter Service-Zentren für den schnellen, bedarfsgerechten und nachhaltigen Zugriff auf Daten, veredelte Produkte und Informationen
- Bereitstellung und Betrieb optischer Sensorsysteme für die Flugzeugfernerkundung zur Vorbereitung, Kalibrierung und Validierung von Satellitensensoren und Datenprodukten
- Konzeption neuer Sensorsysteme und Missionen (SAR, infrarot, multispektral und spektrometrisch).
Ausrichtung der Institute im Earth Observation Center
Das IMF befasst sich primär mit Themen der sensorbezogenen Algorithmen- und Verfahrensentwicklung, während das DFD auf die Entwicklung kundenspezifischer Produkte abzielt.
- Methodisch hat das IMF Schwerpunkte in der Radardatenverarbeitung und bei Verfahren der Bildinterpretation. Ein Schwerpunkt der Anwendung ist die Gewässerfernerkundung. Das DFD-Anwendungsportfolio umfasst die Bereiche Landoberfläche, zivile Sicherheit und Atmosphäre.
- Operativ betreibt das IMF umfangreiche Kalibrieranlagen für optische Instrumente, das DFD hingegen das integrierte DLR-Nutzlastbodensegment für nationale und europäische Erdbeobachtungsmissionen.
Das EOC unterstützt DLR-intern, national und international geo- und atmosphärenwissenschaftliche Forschungsprojekte durch die Entwicklung und Bereitstellung der benötigten Daten und Information. Zur Erfüllung dieser interdisziplinär angelegten Aufgabe setzt das EOC sowohl physikalisches, mathematisch/informationstechnisches und ingenieurwissenschaftliches als auch fachspezifisches Know-how ein.
Standorte und Struktur
Das EOC ist an drei DLR-Standorten vertreten:
- Oberpfaffenhofen (ca. 350 Mitarbeiter und Sitz des Direktoriums),
- Neustrelitz (ca. 50 Mitarbeiter) und
- Berlin-Adlershof (ca. 15 Mitarbeiter)
Dazu kommen Arbeitsgruppen (insgesamt ca. 40 Mitarbeiter) an den DLR-Kooperationslehrstühlen der
- TU München (IMF-Direktor) und
- Universität Würzburg (DFD-Direktor)
Das EOC ist in 13 Abteilungen gegliedert, wobei die Abteilung "Controlling" (EOC-CO) als Zentralfunktion für beide Institute tätig ist. Weitere institutsübergreifende Funktionen werden in den Abteilungen "Informationstechnik" und "Wissenschaftskommunikation und Visualisierung" sowie durch die Stabsstelle "Geschäftsentwicklung" wahrgenommen. Das EOC wird von einem Direktorium geleitet, die fachliche Zuständigkeit für das IMF hat Prof. Dr. Bamler und für das DFD Prof. Dr. Dech.
Programmatik
Das EOC wird, wie alle DLR-Institute, durch die programmorientierte Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft gesteuert. Es ist im Forschungsbereich "Weltraum & Verkehr" angesiedelt. Das DFD arbeitet fast ausschließlich im Teilprogramm "Erdbeobachtung", während das IMF auch programmatische Mittel aus den Programmen "Verkehr" und "Luftfahrt" bezieht. Durch die Beteiligung an nationalen, europäischen und ESA F&E-Projekten sowie ESA-Betriebsunterstützung sind große Teile des DFD (aktuell über 50%) ertragsfinanziert. Die Drittmittelrate des IMF liegt bei etwa 40%. Beide Institute teamen sich mit deutscher und internationaler Industrie sowie KMUs bei der Bewerbung auf Ausschreibungen zur Entwicklung und zum Betrieb der europäischen Erdbeobachtungsmissionen. Neben der europäischen Weltraumorganisation ESA sind die größten Auftraggeber die Europäische Kommission, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und privatwirtschaftliche Unternehmen.
Das Earth Observation Center ist nach ISO 9001:2008 zertifiziert.