Zwei Arbeitsgruppen im EOC befassen sich mit der Gewässerfernerkundung, nämlich die Teams Optische Verfahren (Berlin) und SAR-Ozeanografie (Oberpfaffenhofen). Die Gewässerfernerkundung befasst sich mit der Entwicklung, Implementierung und Validierung von Modellen und Algorithmen zur Auswertung satellitengestützter, optischer und Radar-Sensoren für marine und maritime Anwendungen.
Das Ziel der wissenschaftlichen Arbeiten ist die Bereitstellung von Verfahren und Prozessor-Prototypen zur Ableitung biologischer, ökologischer und meteo-mariner Parameter aus den Satellitendaten:
Als Datenquellen werden verschiedene spektral hochaufgelöste und hyperspektrale optische Sensoren und Synthetik-Apertur-Radar auf nationalen und internationalen Fernerkundungssatelliten genutzt. Gegenwärtige Schwerpunkte sind die Nutzung von ENVISAT (ESA) und TerraSAR-X (D) sowie die Vorbereitung der neuen Missionen TanDEM-X und EnMAP.
Bei der Algorithmenentwicklung kommen bio-optische und Strahlungstransportmodelle im optischen Spektralbereich, SAR-Abbildungsmodelle und Bildverarbeitungstechniken zum Einsatz. Für die Kalibration von Satelliten- und Flugzeugsensoren und die Validierung der Modelle und Algorithmen werden spezielle Messkampagnen mit eigener Messtechnik (u.a. Atmosphären- und Tauchspektrometer, bodengestütztes Radar) in Kooperation mit externen Partnern durchgeführt. Im Rahmen der Mission EnMAP (ab 2013) wird die In-Orbit Kalibration des Hyperspektralsensors in der Abteilung angesiedelt sein.
Die Arbeiten dienen damit im Wesentlichen der Erschließung neuer Anwendungsbereiche für Fernerkundungsdaten und prä-operationellen Entwicklungen im Umfeld des europäischen GMES-Programms (Global Monitoring for Environment and Security). Diese Entwicklungen werden gemeinsam mit dem DFD in operationelle Near-Real-Time Produktketten umgesetzt (nahe-Echtzeit, NRT). Dafür ist die Abteilung in mehreren nationalen und internationalen GMES-Projekten engagiert. Die wissenschaftlich-methodischen Ergebnisse fließen in problemangepasste Konzepten für neue Erdbeobachtungsinstrumente und -missionen ein.
Die Teams der Gewässerfernerkundung sind im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten und durch Forschungs- und Anwendungsprojekte mit einer Vielzahl von Partnern, darunter wissenschaftlichen Einrichtungen wie auch Anwenderinstitutionen, vernetzt.