Team: Humanitäre Hilfe und Krisenindikatoren



 

Humanitäre Hilfseinsätze zum Schutz und zur Versorgung von Menschen in Krisengebieten werden oft in schwer überschaubaren Notlagen erforderlich. Zu solchen humanitären Notlagen zählen Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, Epidemien oder auch Folgen von politischen Krisen. Humanitäre Hilfe muss diejenigen Menschen erreichen, deren eigene Möglichkeit zur Bewältigung einer Notlage an ihre Grenzen kommt oder bereits völlig erschöpft ist. Satellitendaten und daraus abgeleitete georäumliche Informationen können als unabhängige und objektive Informationsquelle dazu beitragen, humanitäre Notlagen besser einzuschätzen oder Hilfseinsätze zu planen und damit die Folgen von Krisensituationen zu lindern.

Die inhaltlichen Anwendungsschwerpunkte des Teams „Humanitäre Hilfe und Krisenindikatoren“ sind:

  • Lagebilderstellung bei akuten Krisensituationen zur Unterstützung von Hilfseinsätzen, z.B. zur akuten Einsatzplanung in den betroffenen Gebieten
  • Analyse und Kartierung von Flüchtlingslagern zur Unterstützung der humanitären Hilfe
  • Untersuchungen von Mensch-Umwelt-Interaktionen, z.B. Abschätzung von Umweltauswirkungen der Flüchtlingslager auf die Umgebung
  • Mittel- und langfristige Analyse von möglichen Auslösern und Ursachen für Konflikte und Krisensituationen wie Klimaveränderungen, Ressourcenverknappung oder Bevölkerungszunahme, um Hinweise und Indikatoren für die Krisenbewertung abzuleiten
  • Interdisziplinäre Vorhaben im Kontext „Wohlergehen des Menschen“ zu Themen wie Gesundheit oder Friedensforschung

Spezielle Auswerteverfahren

Bei der Ableitung von Informationen aus Satellitenbildern kommen vielfältige Methoden zum Einsatz, die von der primär visuellen Bildinterpretation bis hin zur vollautomatischen Auswertung reichen. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung von Verfahren und Algorithmen zur automatischen bzw. semiautomatischen Bildauswertung und Informationsextraktion. Hierbei werden vor allem pixel- und objektbasierte Klassifikationsalgorithmen, Methoden der Veränderungsanalyse, sowie Visualisierungstechniken zur Entscheidungsunterstützung im Krisenmanagement erforscht und entwickelt.

Die satellitenbasierte Unterstützung humanitärer Hilfe lebt auch zu einem hohen Maß vom permanenten Dialog mit Akteuren und Experten aus dem humanitären Sektor. Dabei werden beispielsweise auch Möglichkeiten und Grenzen der Erdbeobachtung sowie aktuelle Forschungsentwicklungen in Workshops und Schulungen erörtert und demonstriert.
 


Kontakt
Dr.rer.nat. Elisabeth Schöpfer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum
, Georisiken und zivile Sicherheit
Tel: +49 8153 28-1508

Fax: +49 8153 28-1445

E-Mail: Elisabeth.Schoepfer@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/eoc/desktopdefault.aspx/tabid-5410/10559_read-23460/