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Betriebsunterstützung



Der optimale Betrieb einer EO-Mission ist erreicht, wenn die wissenschaftlichen Anforderungen derart umgesetzt werden, dass Messdaten mit hoher Qualität erzeugt werden. Hierzu trägt eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Betriebspersonal bei, die derart gestaltet ist, dass man einerseits die strikten Vorgaben der „Betriebswelt“ einhält, andererseits der Betrieb jedoch immer flexibel angepasst werden kann.

IMF-AP setzt für SCIAMACHY genau diesen Ansatz um. Der besondere Status von SCIAMACHY als ein von der Bundesrepublik Deutschland der ENVISAT-Mission beigestelltes Atmosphäreninstrument führte bereits früh in der Entwicklungsphase zu einer Aufgabenteilung zwischen DLR/NIVR und ESA. Im Rahmen dieser Vereinbarung verpflichtete sich das DLR, die Funktionen der Betriebsunterstützung (Operations Support) am IMF und IUP/IFE (Universität Bremen, Institut des SCIAMACHY Principal Investigators) einzurichten, soweit nicht bereits in Verträgen mit der Industrie abgedeckt ist. In enger Zusammenarbeit zwischen diesen Partnern werden seitdem alle Aufgaben wahrgenommen, die für die Unterstützung der ESA (ESOC in Darmstadt für den täglichen Betrieb sowie ESRIN in Frascati für die Planung) erforderlich sind, um SCIAMACHY auf ENVISAT erfolgreich zu betreiben. IMF-OP fallen dabei die systemnah angesiedelten Tätigkeiten zu. Hierzu zählen:

  • Missionsplanung:
    Ausgehend von den spezifizierten Missionsszenarien sind regelmäßig die übergeordneten Planungsdokumente zu erstellen, aufgrund derer ESA die genauen Zeitpläne für das Messprogramm von SCIAMACHY ableitet. Diese sind wiederum mit den SCIAMACHY-Vorgaben abzugleichen.
  • Instrumentkonfiguration:
    Basierend auf der zu Beginn des Routinebetriebs definierten „Final Flight Configuration“ wird eine Master-Version für die an Bord gespeicherten Messfunktionen unterhalten. Daraus werden bei Bedarf Kommandoinhalte erzeugt, die über das ESOC zum Instrument geschickt werden. Konfigurationskontrollierte Mechanismen erlauben die Anpassung des Instrumentzustandes an geänderte wissenschaftliche Anforderungen.
  • Langzeitüberwachung:
    Regelmäßig werden Instrument-Telemetrie und -Daten ausgewertet. Dadurch entstehen lange Zeitreihen, die über den Zustand wichtiger Instrumentsubsysteme Auskunft geben. Sie erlauben, es, rechtzeitig Veränderungen am Instrument, z.B. Alterungseffekte oder sich allmählich anbahnender Anomalien, zu erkennen und notfalls korrigierend einzugreifen.

Im Verlauf der Mission hat sich gezeigt, dass die Betriebsunterstützung auch wesentliche Beiträge zur Algorithmen- und Prozessorentwicklung liefern kann. Insbesondere gilt dies für IMF-AP, da hier wichtige Aufgaben beider Funktionen beheimatet sind. Die für SCIAMACHY durchgeführten Arbeiten können daher als Prototyp für ähnliches Engagement in anderen Atmosphärenmissionen gelten.


Kontakt
Dr.rer.nat. Manfred Gottwald
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Institut für Methodik der Fernerkundung
, Atmosphärenprozessoren
Oberpfaffenhofen

82234 Weßling

Tel.: +49 8153 28-1591

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