Team: SAR-Verkehrsbeobachtung



Verkehrsdatenerfassung

In dieser Arbeitsgruppe wird das Thema Verkehrsdatenerfassung mit Hilfe von SAR bearbeitet. Die Arbeiten konzentrieren sich derzeit auf satellitengestützte Anwendungen und die Anpassung des operationellen TerraSAR-X SAR-Prozessor TMSP, der zum TerraSAR-X Traffic Processor TTP weiterentwickelt wurde. Mit ihm können innerhalb weniger Minuten nach Datenempfang Verkehrslagebilder erzeugt und an Nutzer weitergegeben werden. Bild 1 zeigt einen kleinen Ausschnitt eines TerraSAR-X-Radarbildes vom Westen Paris, dem die aus dem Weltraum detektierten Fahrzeuge überlagert und entsprechend ihrer Geschwindigkeit farbkodiert eingezeichnet sind.

Bild 1: Verkehr auf der A12 und A13 westlich von Paris

Die Anwendung dieser Technik liegt in der Ergänzung und der Überprüfung  von herkömmlichen Verkehrsdaten-Erfassungssystemen. So können die TerraSAR-X Aufnahmen eingesetzt werden, um Fehler in bestehenden Informationssystemen aufzudecken.
Ziel ist die Bereitstellung hochwertiger Informationen wie aktueller Reisezeiten auf bestimmten Streckenabschnitten. Die weltweite Einsetzbarkeit prädestiniert das Verfahren auch für die Unterstützung bei Naturkatastrophen wie Waldbränden und Überschwemmungen. Zusätzlich zu den herkömmlichen Bildmasken für Brand- oder Überflutungsflächen kann ein Verkehrslagebild generiert werden, aus dem ersichtlich ist, welche Straßen noch befahrbar sind und für Hilfstransporte und Evakuationen zur Verfügung stehen. Diese Technik wurde bereits bei einer Überschwemmung in Honduras und bei Waldbränden in Australien erfolgreich demonstriert.
(siehe Link: ZKI - Demonstration einer Verkehrsbeobachtung aus dem All)

Der Prozessor kann in angepasster Form auch fahrende Schiffe detektieren und deren Geschwindigkeit ermitteln. Bild 2 zeigt ein Beispiel bei dem die sog. Along Track Interferometrie (ATI) angewandt wurde, um die Geschwindigkeit der Schiffe auf der Außenelbe bei Cuxhaven festzustellen. Dieses Verfahren wird erheblich von zukünftigen Missionen wie der TanDEM-X-Mission profitieren, da hiermit ein wesentlich empfindlicheres Messgerät zur Verfügung stehen wird.

Bild 2: Schiffe der Elbe, deren Geschwindigkeit aus der interferometrischen Phase (farblich kodiert) ermittelt wurde

Mit Hilfe von SAR-Along-Track-Interferometrie lässt sich auch die Geschwindigkeit von Meeres- und Fluss-Strömungen bestimmen. Eine Anwendung ist die Unterstützung bei der Auswahl von geeigneten Standorten für Gezeiten-Kraftwerke.


Kontakt
Hartmut Runge
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Institut für Methodik der Fernerkundung
, SAR-Signalverarbeitung
Tel: +49 8153 28-1364

Fax: +49 8153 28-1420

E-Mail: Hartmut.Runge@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/eoc/desktopdefault.aspx/tabid-5433/10577_read-23530/
Links zu diesem Artikel
http://www.zki.dlr.de/de/article/1134