Die operationelle Datenprozessierung hat das Ziel, den Nutzern Daten der Level 1 und Level 2 kontinuierlich über die gesamte Missionszeit zur Verfügung zu stellen. Die Level sind folgendermaßen definiert:
Die Prozessierung teilt sich in zwei Schritte – Level 0-1b mit optionalem Level 1c sowie Level 1b-2.
Im Allgemeinen erfolgt die Aufnahme der für die "Level 0-1b Prozessierung" notwendigen Kalibrierungsdaten nicht zeitgleich mit den eigentlichen Atmosphärenmessdaten. Deshalb ist es erforderlich, beide Arten von Daten getrennt voneinander zu prozessieren und aufzubereiten. Mit dem von IMF-ATP entwickelten SciCal Softwarepaket werden die Kalibrierungsdaten entsprechend den spezifizierten Algorithmen verarbeitet und anschließend zentral verwaltet. Für jeden gegebene Atmosphärendatensatz lassen sich die passenden – üblicherweise die zeitnächsten – Kalibrierungsdaten definieren und zusammen mit Geolocationsinformation in einen Level 1b Datensatz schreiben. Die Kalibrieralgorithmen sind gemeinsam mit SRON (Space Research Organisation der Niederlande) entwickelt worden, während der operationelle Prozessor von der Industrie (Jena Optronik) gemäß unserer Spezifikation generiert wurde.
Manche Nutzer benötigen für eigene Zwecke "Level 1c Daten". Diese Anforderung wird vom Softwarepaket SciaL1c erfüllt, das im ESA-Auftrag bei IMF-ATP entwickelt wurde. Es erlaubt die Auswahl einzelner oder auch aller Kalibrierungsschritte zur Anwendung auf Level 1b Daten um ein maßgeschneidertes Level 1c Produkt zu generieren.
Algorithmus (Institut)
Die "operationelle Level 1b-2 Prozessierung" beginnt mit der internen Verarbeitung zu Level 1c, d.h. zu kalibrierten Spektren. Nach Ableitung von Parametern zur späteren Berechnung von Spurengaskonzentrationen (z.B. Wolkenbedeckungsgrad), erfolgt eine Aufteilung nach der Beobachtungsgeometrie – Limb oder Nadir. Erst dann erfolgt das eigentliche Retrieval, (Bestimmung der Spurengaskonzentrationen), dessen Ergebnisse orbitweise in einem Level 2 Datensatz zusammengefasst werden. Die neueste Version 5 des Datenprozessors, die im September 2009 operationell wird, umfasst die in der Tabelle genannten Atmosphärenparameter. Diese Tabelle enthält auch eine Übersicht der zum Einsatz kommenden Algorithmen.
Der Prozessor läuft im D-PAC im sogenannten Offline-Modus und liefert Daten etwa 10 Tage nach der Messung. Ein Zeitversatz in dieser Größenordnung stellt sicher, dass immer die optimalen Kalibrierungsparameter verfügbar sind. Ein zusätzlicher Fast Delivery Service, der Daten innerhalb von 24 Stunden nach der Messung liefern soll, ist in Vorbereitung.
Mehr Informationen über über die Kalibrierung von Absorptionsspektrometern: Siehe Link rechts zum Team Sensorspezifische Verfahren der Abteilung Atmosphärenprozessoren.