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Großfeuer bei London

13. Dezember 2005

Bild links: Aufnahme 11:50 GMT
Bild rechts: Aufnahme 13:30 GMT

Die Satellitenaufnahmen zeigen die riesige Rauchwolke, die nach einem Brand in einem Treibstoffdepot nördlich von London am Sonntag über die britische Hauptstadt gezogen ist. Die aufsteigenden Rauchkegel und die durch die Luftströmung verteilte Rauchwolke sind deutlich zu erkennen.
Die beiden Aufnahmen stammen von dem Sensor MODIS auf den beiden amerikanischen Erdbeobachtungssatelliten Terra und Aqua, die die Erde in ca. 700 km Höhe umkreisen. Die Aufnahmen wurden am 11.12.2005 um 11:50 bzw. 13:30 GMT von der Bodenstation des DFD in Oberpfaffenhofen aufgezeichnet.

 

 

 

 

Tanklagerbrand Hemel Hempstead

Bei Verbrennungsprozessen werden im Allgemeinen Stickoxide (NOx) freigesetzt. Die Explosion und der anschließende Brand des Tanklagers in Hemel Hempstead am 11. Dezember 2005 verursachte eine starke NOx-Emission, die vermutlich selbst in der normalerweise stark belasteten Londoner Region nachweisbar ist.

Am DFD wird mittels eines mehrstufigen Verfahrens die in der Troposphäre (dem bis in ca. 10 km Höhe reichenden untersten Stockwerk der Atmosphäre) befindliche Menge an Stickstoffdioxid (NO2) aus SCIAMACHY-Messungen abgeleitet. Auf Basis dieses Datensatzes wurde die mittlere troposphärische NO2-Menge für die Monate Oktober und November ermittelt.

In der Abbildung ist die Abweichung der aus einer SCIAMACHY-Einzelmessung abgeleiteten NO2-Menge von der mittleren troposphärischen NO2-Menge dargestellt. Diese Messung fand am 11.12. um 10:20 Uhr Lokalzeit statt, also 4 Stunden nach der Explosion.

Auffällig ist, dass die NO2-Mengen im zentralen Südengland sämtlich gegenüber dem Mittelwert reduziert sind. Das ist auf die Abschattung durch die bei der Explosion und dem anschließenden Brand entstandene Rauchwolke zurückzuführen. Diese führt zu einer Maskierung des darunter befindlichen NO2.

Eine Analyse des Luftmassentransportes ergibt, dass sich große troposphärische NO2-Mengen in den Abwindgebieten des Explosionsortes befunden haben. Ob und inwieweit diese vollständig durch das Feuer verursacht wurden, oder ob andere Faktoren wie verstärktes Heizen im Großraum London eine Rolle spielen, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.


Kontakt
Dr.rer.nat. Julian Meyer-Arnek
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum
, Atmosphäre
Weßling

Tel.: +49 8153 28-1324

Fax: +49 8153 28-1363

Links
Großfeuer London Aqua 13:30 GMT
Großfeuer London TERRA 11:50 GMT
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