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Mechanische Eigenschaften textiler Faserverbunde



Sogenannte Nasstechnologien (SLI, LRI, VAP, VARI, etc.) versprechen erhebliche Kostenvorteile gegenüber der Prepreg-Technologie. Durch die Verwendung von kostengünstigen, trockenen Faserhalbzeugen, die textiltechnisch schon zu multiaxialen Aufbauten verarbeitet sind, kann der Aufwand beim Legen von Strukturen deutlich reduziert werden. Integrale Strukturen lassen sich mit Injektionsverfahren erheblich einfacher darstellen als mit der Prepreg-Technologie. Erste Bauteile wie Druckkalotte, Seitenleitwerksholme und Rippen werden für den Airbus A340-600 und A380 mit dieser Technologie bereits in Serie gefertigt. Allerdings hat sich gezeigt, dass dabei die mechanischen Eigenschaften der konventionellen Prepreg-Systeme noch nicht erreicht werden. Deswegen ist das Anwendungsspektrum der Nasstechnologie heute noch deutlich eingeschränkt.

Zur Durchsetzung der kostengünstigen Injektionsverfahren ist von wissenschaftlicher Seite eine systematische Ursachenforschung notwendig, die alle Themenbereiche der Kette der Kennwertermittlung umfasst: Verstärkungsfasern, Matrixsysteme, Fertigungsverfahren, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Mechanische Bearbeitung und Prüfverfahren.

Basierend auf einer systematischen Klärung der Ursachen für die vergleichsweise geringen Kennwerte können dann Maßnahmen zur Optimierung der Materialien abgeleitet werden.

Die systematische Ermittlung der Kennwerte textiler Faserverbunde ist wesentliche Voraussetzung für den Erfolg kostengünstiger Injektionsverfahren in der industriellen Fertigung von Bauteilen in Nasstechnologie.


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