Bei der Auslegung und Dimensionierung geht die Berechnung zurzeit in erster Linie von maßgenau gefertigten, eigenspannungsfreien Bauteilen aus. Diese mechanischen Voraussetzungen sind jedoch bei Faserverbundwerkstoffen häufig nicht gegeben. Typische Herstellungsprozesse (Harz-Infiltrationsprozess, Aufheizen, Abkühlen, Verkleben, etc.) beeinflussen die mechanischen Eigenschaften wesentlich. Für den Entwurf leistungsstarker Strukturen sind deshalb die Analyse und die Simulation des Herstellungsprozesses in möglichst allen seinen Phasen äußerst hilfreich. Dies gilt insbesondere, wenn die Taktzeiten der Fertigung in Zukunft weiter gesteigert werden mit der möglichen Folge zunehmender Ungenauigkeiten, Fehler und Imperfektionen. Die Prozesssimulation kann hier wesentlich zur Kostensenkung beitragen.
Auch bei der rechnerischen Simulation von Strukturversuchen geht der Trend zur Berücksichtigung möglichst aller, realer Versuchsrandbedingungen. Damit ergeben sich ähnliche Anforderungen wie bei der Prozesssimulation. Notwendig sind dafür so genannte „virtuelle Versuchsstände“.
Das Ziel der Entwicklung virtueller Teststände ist es, teure reale Experimente sinnvoll zu ergänzen, vorzubereiten, zu optimieren oder möglicherweise sogar zu ersetzen.