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ATTAS



 Das Forschungsflugzeug VFW 614 / ATTAS basiert auf dem in den 1970-er Jahren von der Bremer Firma VFW-Fokker (heute EADS) entwickelten und in Serie gebauten 2-strahligen, 44-sitzigen Kurzstreckenjet VFW 614 und ist inzwischen das letzte fliegende Exemplar dieses Musters.

 

ATTAS unterscheidet sich von der Standard – VFW 614 durch folgende Modifikationen:

  • Elektrohydraulische, digitale Fly-by-Wire Steuerung. Diese greift über elektrohydraulisch betätigte Kupplungen in die standardmäßige mechanisch-hydraulische Steuerung ein, die an die Steuerorgane des rechts sitzenden Sicherheitspiloten angeschlossen ist und immer im Eingriff bleibt. Der Sicherheitspilot kann jederzeit durch Betätigung eines Tasters oder durch Festhalten/Gegensteuern (Überdrücken) mit Hilfe eingebauter Kraftsensoren die Fly-by-Wire-Kupplungen öffnen und somit die Kontrolle mit der mechanischen Steuerung übernehmen. Die Fly-by-Wire-Steuerung umfasst Quer-, Höhen-, Seitenruder, Trimmflosse, Triebwerke, Landeklappe und die
  • Direct-Lift-Control-Klappen im hinteren Teil der Landeklappen. Diese schnell beweglichen Klappen ermöglichen eine direkte Änderung des Flügelauftriebs und bieten einen zusätzlichen Freiheitsgrad in der Flugzeug-Längsbewegung, der u.a. für die Inflight-Simulation benötigt wird.

Für den Einsatz als Forschungsflugzeug und Inflight-Simulator ist ATTAS wie folgt ausgerüstet:

  • Rechnersystem zur Ansteuerung der Fly-by-Wire-Steuerung mit frei programmierbarem, leistungsfähigem Experimentalrechner. Mit der darin installierten Simulations-Software und dem Modellfolgeregler kann das Flugverhalten anderer (auch nicht realer) Flugzeuge nachgebildet werden. Auf Grund des Sicherheitskonzeptes mit der mechanischen Backup-Steuerung muss die eingesetzte Software nicht zertifiziert werden. Das Rechnersystem erlaubt auch den Anschluss von experiment-spezifischen, zusätzlichen Rechnern.
  • Versuchspiloten-Cockpit (links) mit frei programmierbaren Displays und wahlweise Sidestick oder Steuersäule.
  • Messanlage zur Aufzeichnung und Darstellung der Daten von Strömungs- und Beschleunigungssensoren, Avionik- und Luftdaten, Daten aus dem FbW-Steuerungssystem, sowie zusätzlicher Daten aus dem Rechnersystem.
  • HF-Datenverbindung (Down- und Uplink) zu einer Bodenstation zur Online-Datenübertragung.
  • Von den Systemen des Basisflugzeugs unabhängige elektrische und hydraulische Energieversorgung der Versuchssysteme.
  • Optional zusätzliches Experimentalcockpit in der Kabine (an das FbW-System angeschlossen) mit der Möglichkeit, weitere Geräte (z.B. Displays) einzubauen, für die im Front-Cockpit nicht genügend Platz ist.

Zur ATTAS-Versuchsanlage gehört außerdem ein Festsitz-Simulator mit einem weitgehend identischen Rechnersystem wie im Flugzeug (hardware-in-the-loop), in dem vor einem Flugversuch die Versuchs-Software unter Echtzeitbedingungen getestet wird.

Technische Daten

Länge 20,60 m (24,39 m mit Nasenmast)
Spannweite 21,50 m
Höhe 7,84 m
Flügelfläche 64,0 m²
Leermasse ca. 15 500 kg (mit ständiger Versuchsausrüstung)
Max. TOM 20 800 kg
Triebwerke 2 Rolls-Royce M45 H
Schub je 32400 N
VMO 288 KCAS
MMO 0,63
Max. Höhe 25000 ft (7600 m)

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