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Weg frei für das Atmosphären- forschungsflugzeug HALO

17. März 2005

DLR Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 16. Februar 2005

Vertragsunterzeichnung zwischen DLR und Gulfstream

Berlin - Im Beisein von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn besiegelten in Berlin das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der amerikanische Flugzeughersteller Gulfstream heute die vertragliche Vereinbarung über das geplante Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft). Der Vertrag wurde seitens des DLR von Prof. Dr. Sigmar Wittig, Vorsitzender des Vorstandes, sowie von Prof. Dr. Bernd Höfer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, unterzeichnet. Für die Firma Gulfstream zeichnete Buddy S. Sams, Senior Vice President/Government Programs.

Prof. Wittig zeigte sich überaus erfreut über die nun erfolgte Vertragsunterzeichnung und bemerkte: "HALO eröffnet uns eine neue Dimension der Atmosphären- und Umweltforschung und gibt die Möglichkeit zu neuen technischen Entwicklungen. Zudem ist es ein Symbol der Zusammenarbeit der deutschen Forschungsinstitutionen. Mein besonderer Dank gilt der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Bulmahn, und Herrn Staatssekretär Catenhusen für ihre nachhaltige Unterstützung."

Das HALO-Projekt entstand aus einem gemeinsamen Vorschlag der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und des DLR mit den anderen Mitgliedern der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) sowie weiterer wissenschaftlicher Institute aus dem Bereich der Atmosphärenforschung in Deutschland. Insgesamt waren 31 Forschungsinstitute an der Vorbereitung von HALO beteiligt.

HALO basiert auf einer Gulfstream G 550 und soll die bewährte FALCON ablösen, die seit 26 Jahren eine Vielzahl von meteorologischen Flugmesskampagnen erfolgreich durchgeführt hat, mittlerweile aber künftigen wissenschaftlich-technischen Anforderungen eines Flugversuchsträgers im Rahmen der so genannten Global-Change-Forschung nicht mehr gerecht wird. HALO verfügt über eine einzigartige Kombination von Reichweite (mehr als 8.000 Kilometer), Gipfelhöhe (15 Kilometer) und Nutzlast (3.000 Kilogramm). Dies ermöglicht der deutschen Atmosphärenforschung mit Flugzeugen eine weltweit führende Position.

Für folgende Schwerpunkte der Atmosphärenforschung soll HALO - unter der Betriebsverantwortung des DLR als Halter des Flugzeugs - primär eingesetzt werden:

  • Chemie und Transport von Spurenstoffen in der Troposphäre und unteren Stratosphäre,
  • Ozonzerstörung in der Stratosphäre,
  • Integrierte Untersuchungen der Wechselwirkungen Chemie-Klima-Biosphäre-Mensch,
  • Transporte und chemische Umsetzungen in konvektiven und turbulenten Systemen
  • Untersuchungen der Meereisverteilung im Rahmen der Polarforschung,
  • Erforschung der Auswirkungen des Luftverkehrs auf die Tropopausenregion,
  • Erd- und Fernerkundung mit besonderem Schwerpunkt auf dem Kohlenstoffkreislauf.

Hierzu erhält HALO eine Reihe von Umbauten wie beispielsweise zusätzliche optische Fenster, Öffnungen für Luftein- und auslässe, eine spezielle Stromversorgung sowie zahlreiche Vorrichtungen zur Installation von unterschiedlichen Instrumenten in der Kabine, unter dem Rumpf sowie unter den Tragflügeln.

Das Forschungsflugzeug HALO wird im Herbst 2008 ausgeliefert und steht dann sowohl dem DLR als auch anderen HGF-Forschungszentren, Universitäten, Instituten der Max-Planck-Gesellschaft sowie weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen für zahlreiche Fragestellungen aus der Atmosphärenforschung zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt sich direkt mit 47,5 Millionen Euro zu 70 Prozent an den Gesamtkosten für das neue Höhenforschungsflugzeug. Die Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren und die Max-Planck-Gesellschaft teilen sich zusammen die restlichen Kosten von 19,5 Millionen Euro. Außerdem wurde vom Freistaat Bayern ein Beitrag von 1,8 Millionen Euro zu HALO geleistet.


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