Jahresrückblick 2012

Institut für Fahrzeugkonzepte entwickelt neues Kostenmodell für alternative Antriebskonzepte



Um die ambitionierten CO2 Ziele der Politik erfüllen zu können, spielen alternative Antriebstechnologien eine entscheidende Rolle. Allerdings weisen Fahrzeuge mit Hybrid- oder Elektroantrieb heute und in absehbarer Zukunft noch einen deutlichen Mehrpreis gegenüber vergleichbaren, konventionell angetriebenen Fahrzeugen auf. Gleichzeitig wirkt sich die Elektrifizierung des Fahrzeugantriebs positiv auf den Energieverbrauch und die damit verbundenen Unterhaltskosten aus. Daher ist es bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen des Autokaufs sehr wichtig, eine Lebenszyklus-Perspektive einzunehmen. Denn nur unter Einbeziehung aller anfallenden Kosten von Fahrzeugkauf bis Wiederverkauf lässt sich objektiv entscheiden, welcher Fahrzeugantrieb für welchen Nutzer in Zukunft am kosteneffizientesten ist.

Um die zukünftige Entwicklung alternativer Antriebstechnologien für verschiedene Anwendungsfälle gezielt zu untersuchen, wurde im Forschungsfeld Innovative Fahrzeugsysteme und Technologiebewertung des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart ein Total-Cost-of-Ownership-Modell entwickelt. Im Rahmen des 5. International Advanced Mobility Forums, das vom 07. – 08. März 2012 zeitgleich zum Autosalon in Genf stattgefunden hat, stellte Dipl. Wi.Ing. Martin Redelbach das neuentwickelte Modell erstmalig vor.

In einem ganzheitlichen Ansatz werden neben Fahrzeugkauf und erwartetem Wiederverkaufswert auch Kraftstoff- und Energiekosten, Wartung und Reparatur und sonstige Nebenkosten (wie KFZ-Steuer, Abgasuntersuchung und zukünftige CO2-Strafen) abgebildet. Damit wird ein transparenter Vergleich unterschiedlicher Antriebstechnologien von konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, über verschiedene Hybridarchitekturen bis hin zu reinen Elektro- und Wasserstofffahrzeugen möglich. Das Modell bildet die zukünftige Kostenentwicklung in Abhängigkeit wesentlicher technischer und ökonomischer Annahmen von 2010 bis ins Jahr 2030 ab. Darüber hinaus lassen sich unterschiedlicher Nutzercharakteristika, wie jährliche Fahrleistung, Haltedauer oder ihr Fahranteil im Stadtbereich, frei definieren. Auf diese Weise kann anhand unterschiedlicher Marktszenarien untersucht werden, welche Auswirkungen steigende Öl- und Strompreise oder politische Maßnahmen auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Elektrofahrzeugen haben werden.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Hybridfahrzeuge (insbesondere mit externer Lademöglichkeit) im Laufe des nächsten Jahrzehnts eine vielversprechende Option vor allem für Vielfahrer darstellen werden, da der Mehrpreis in der Anschaffung durch die niedrigeren Energiekosten des effizienter arbeitenden Antriebs nach wenigen Jahren kompensiert wird.

Zur Veröffentlichung

Analyse
Kostenvergleich unterschiedlicher Antriebskonzepte im Jahr 2020

Analyse2
Kostenbewertung alternativer Antriebskonzepte für unterschiedliche Fahrleistungen



Kontakt
Dipl.-Ing. Martin Redelbach
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Fahrzeugkonzepte
, Fahrzeugsysteme und Technologiebewertung
Tel: +49 711 6862 8051

Fax: +49 711 6862-258
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