DLR-Projekt flexiGuide gestartet: Auf neuen Anflugrouten umweltschonend unterwegs



Anfang April haben die Arbeiten am Forschungsprojekt flexiGuide begonnen, in dem unterschiedliche Ansätze verschiedener Disziplinen zur Reduktion von Treibstoff, Fluglärm und Schadstoffen zusammengeführt werden. Neben dem Institut für Flugführung in Braunschweig sind sechs weitere DLR-Institute an fünf Standorten beteiligt.

Das neue Projekt flexiGuide baut auf den Ergebnissen des erfolgreichen Projektes „Future Air Ground Integration“ (FAGI) auf, das Anfang letzten Jahres abgeschlossen wurde. Im Rahmen von FAGI wurden theoretische Ansätze erarbeitet, wie mit dem Einsatz heutiger Technologien in naher Zukunft Kerosinverbrauch, Fluglärm und Schadstoffausstoß in der Landephase verringert werden könnten. Dabei wurde zum ersten Mal eine generische Luftraumstruktur entwickelt, die gezielt auf die Anforderungen von sogenannten „Continuous Descent Approach“-Anflügen (CDA) abgestimmt ist. Beim CDA handelt es sich um einen Fluglärm reduzierenden und Treibstoff sparenden kontinuierlichen Sinkflug ohne Unterstützung der Triebwerke.

Im Projekt flexiGuide soll nun untersucht werden, inwieweit die in FAGI entwickelten Konzepte unter möglichst realistischen Bedingungen umgesetzt werden können, und wie hoch die erwarteten Verbesserungen wirklich sind. Dazu wird flexiGuide die innovativen Ideen von FAGI und anderen erfolgreichen Projekten erweitern und auf ausgewählte Flughäfen anwenden.

Grundlage von flexiGuide ist die Erkenntnis, dass Fluglotsen bei Start, Landung und Rollführung der Flugzeuge deutlich flexibler innerhalb der festgesetzten Randbedingungen wie Wetter und Umwelt unterstützt werden müssen, um vorhandene Einsparpotenziale auch in komplexen Verkehrssituationen nutzen zu können. Erst die Zusammenführung des Know-Hows der unterschiedlichen DLR-Institute wird es erlauben, die beschriebenen Aspekte erfolgreich in ein modernes und nachhaltiges Luftverkehrsmanagement zu integrieren.

Ziel des Projektes flexiGuide ist die Erstellung und Validierung eines Gesamtverkehrsszenarios in sogenannten Human-in-the-Loop Simulationen. Dazu werden aktuelle Forschungsergebnisse unterschiedlicher Disziplinen wie Anflugprofiloptimierung, Meteorologie, Schallausbreitung, Flugzeugnavigation, Wirtschaft und Medizin in neue Ansätze zur Flugführung integriert. Mit flexiGuide wird das DLR zeigen, dass Lärm- und Kerosineinsparungen sowie Kapazitätserhöhungen in der Luftfahrt der Zukunft keine Widersprüche mehr darstellen.

flexiGuide
Das Logo des neuen DLR-Forschungsprojektes

 


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