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Neuer Raum für Forschung – DLR Braunschweig legt Grundstein zum Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrum

16. Februar 2011

Grafik des neuen Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrums

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist am Standort Braunschweig in den letzten fünf Jahren um 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen. Neue wissenschaftliche Köpfe bedeuten auch neue Ideen und Entwicklungen in der Forschung. Um der Wissenschaft von Morgen "Raum" zu geben, baut das DLR in Braunschweig das  Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrum, dessen Grundstein am 16. Februar 2011 gemeinsam mit Gästen aus Politik und Wirtschaft gelegt wurde.

Prof. Dr. Ulrich Wagner, DLR-Vorstand für den Forschungsbereich Energie und Verkehr, begrüßte den Bauauftakt: "Das Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrum ist eine perfekte Ergänzung zur bereits bestehenden Infrastruktur hier beim DLR in Braunschweig. Die neuen Räumlichkeiten bieten Platz für Labore und Büros für unsere Verkehrs- und Luftfahrtforschung."

Das Bauprojekt wird durch das Konjunkturpaket II des Bundes gefördert. Aus diesem Grund wurde der Grundstein von Vertretern des DLR und des Ministeriums für Bau, Verkehr und Stadtplanung gemeinsam gelegt.

Das Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrum

Nach seiner Fertigstellung Ende 2011 bietet das Adaptronik- und Verkehrssystemtechnik-Zentrum auf einer Nutzfläche von insgesamt 2528 Quadratmetern 107 Büroarbeitsplätze, Veranstaltungsräume, mehrere Labore und eine Fahrzeughalle. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf mehr als 10,2 Millionen Euro, von denen 90 Prozent über das Konjunkturpaket II des Bundes und 10 Prozent aus DLR-Eigenmitteln finanziert werden. "Mit den Konjunkturpaketen hat die Bundesregierung während der schweren Banken– und Wirtschaftskrise einen Beitrag geleistet, dass Deutschland am Ende gestärkt aus der Krise hervorgeht. Die Wirtschaftskrise hat die Baubranche besonders hart getroffen. Mit der Förderung sichern wir auch im Wissenschaftsstandort Braunschweig wichtige Arbeitsplätze", sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei der Grundsteinlegung.

Entworfen wurde das Gebäude von der Schneider + Sendelbach Architektengesellschaft mbH.

Die Forschungen

In dem neuen Gebäude forschen und arbeiten zukünftig Spezialisten des Instituts für Faserverbundleichtbau und Adaptronik, des Instituts für Verkehrssystemtechnik und des DLR-Entwicklungsbetriebs.

Die Wissenschaftler aus der Adaptronik erarbeiten Grundlagen und neue Technologien für aktiv verformbare Strukturen, Lärm- und Schwingungsreduktion an Luft- und Kraftfahrzeugen. Sie entwickeln neue Funktionswerkstoffe, die sie in Bauteile integrieren. So entstehen Leichtbaustrukturen mit zusätzlichen Fähigkeiten, die beispielsweise die äußere Form anpassen, unerwünschte Schwingungen durch Gegenschwingungen unterdrücken, oder aber auch die Lärmabstrahlung durch aktive Maßnahmen reduzieren.

Im Institut für Verkehrssystemtechnik forschen Ingenieure, Informatiker und Psychologen für mehr Sicherheit und Effizienz im Straßen- und Schienenverkehr. Die Automotive-Forscher untersuchen Fahrerverhalten, Beanspruchung und Unfälle und leiten daraus Anforderungen an Fahrerassistenz ab. Neue Assistenzfunktionen werden in Fahrversuchen in Simulation und Realverkehr überprüft. Für die technische, betriebliche und wirtschaftliche Optimierung des Systems Bahn arbeitet das Institut an innovativen Technologien, Konzepten und Methoden. Dabei treiben die Forscher unter anderem die europäische Harmonisierung des Bahnverkehrs mit voran und optimieren die Gebrauchstauglichkeit von Lokführerarbeitsplätzen.

Der DLR-Entwicklungsbetrieb ist im Rahmen seiner Anerkennung durch das Luftfahrtbundesamt berechtigt, Modifikationen an den Luftfahrzeugen des DLR zu entwickeln und zuzulassen. Er schafft somit eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung von Forschungsflügen für die Schwerpunkte Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr.


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