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Nie mehr Stress bei der Parkplatzsuche

29. Januar 2013

Die Parkplatzsuche zehrt an den Nerven der Autofahrer. Wie schön wäre es, wenn das Auto beispielsweise am Bahnhof selbst seinen Parkplatz sucht, während wir schon in unseren Zug steigen? Damit dies Wirklichkeit werden kann, testen Verkehrsforscher beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig die hochautomatisierte Parkplatzsuche. Das DLR setzt damit einen weiteren Meilenstein bei der Inbetriebnahme der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM).

Das Auto mit dem Smartphone rufen

Das sogenannte "Valet-Parking" ist zurzeit das Topthema auf den Automessen der Welt. Es soll dem Autofahrer in Zukunft ermöglichen, komplett auf die lästige Parkplatzsuche zu verzichten – dank Smartphone und hochentwickelter Technik. Möglich ist diese Technologie bisher nur in privatisierten Parkhäusern. Auf einem von der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellten Parkplatz am Braunschweiger Hauptbahnhof testet das DLR ein solches Szenario derzeit für den öffentlichen Straßenverkehr. Parken könnte dann in Zukunft so aussehen: Der Reisende fährt mit seinem Auto zum Hauptbahnhof, stellt es in der Nähe des Eingangs ab und geht zum Bahnsteig. Währenddessen fährt das Fahrzeug automatisch zu einem freien Stellplatz und parkt dort selbstständig ein. Der Reisende muss sich um nichts mehr kümmern und kann seine Bahnreise starten. Nach Rückkehr von der Reise ruft er sein Fahrzeug per Smartphone zum Eingang des Hauptbahnhofs und fährt los.

Parken von morgen mit der Technologie von heute

Möglich macht dieses Zukunftsszenario Technik von heute: Das Versuchsfahrzeug FASCar I des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik ist mit Sensorik, einer besonderen Antriebstechnik sowie leistungsfähiger Rechenhardware ausgestattet. Dadurch kann sich das FASCar I autonom - ohne Fahrer am Steuer - fortbewegen. Eine HD-Kamera, die auf dem Parkplatz installiert ist erfasst freie Stellplätze. In Verknüpfung mit einem Parkraummanagementsystem kann dem Fahrzeug so per Funk ein Parkplatz zugewiesen werden, der den Bedürfnissen des Fahrers und des Fahrzeugs entspricht. Per Knopfdruck auf das Smartphone bestätigt der Reisende den Vorschlag des Systems und das Auto fährt automatisch zu dem zugewiesenen Parkplatz. Mittels Smartphone weiß der Reisende jederzeit, wo sich sein Fahrzeug befindet und kann es zur Bereitstellungsposition rufen. "Das Valet-Parking bietet viele Vorteile: der allgemeine Parkraum kann besser bewirtschaftet werden, indem beispielsweise eine Mehrfachbelegung von Parkplätzen durch schiefes Einparken verhindert wird", sagt Prof. Dr. Karsten Lemmer vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik.

Valet-Parking - Zeitersparnis und Komfort

Das DLR forscht in mehreren Projekten an teilautomatisiertem Fahren. Mit Valet-Parking, als einem Teilaspekt daraus, trägt das DLR zu mehr Effizienz im Straßenverkehr und einem hohen Komfortgewinn und einer großen Zeitersparnis für den einzelnen bei. Im Rahmen der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) erprobt das DLR bereits ähnliche Szenarien - wie beispielsweise die Kommunikation zwischen Kreuzungen und Fahrzeugen - im öffentlichen Verkehr in der Stadt Braunschweig. Mit Valet-Parking beschreitet das Institut für Verkehrssystemtechnik nun einen weiteren Meilenstein in AIM: "Mit den Testfahrten auf dem Parkplatz Nord entwickeln wir eine weitere Anwendung des hochautomatisierten Fahrens im öffentlichen Bereich", sagt Prof. Dr. Karsten Lemmer. "Wir verbinden damit Infrastruktur und Individualverkehr mit modernen Kommunikationstechnologien wie dem Smartphone."

Um seine Sicherheit braucht auf dem Parkplatz des Braunschweiger Hauptbahnhofs niemand fürchten: Es sitzt immer ein Sicherheitsfahrer im Auto, der im Zweifel eingreifen und das Auto manuell steuern kann.

Kontakte
Vera Neumann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrssystemtechnik

Tel.: +49 531 295-3405

Fax: +49 531 295-3402
E-Mail: vera.neumann@dlr.de
Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrssystemtechnik
Tel.: +49 531 295-3401

Fax: +49 531 295-3402


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