Dynamischer Fahrsimulator



Für die Erprobung von Assistenzfunktionen in einem fortgeschrittenen Produktstadium kommt der dynamische Fahrsimulator zum Einsatz. Die realitätsnahe Gestaltung der Simulation ermöglicht eine valide Beurteilung der Funktionen auch in kritischen Situationen und damit einen sicheren Übergang in das Versuchsfahrzeug und in den realen Verkehr. Ein realistisches Fahrgefühl vermittelt der Fahrsimulator durch drei Parameter: ein leistungsstarkes Bewegungssystem, ein hochwertiges Projektionssystem mit einer entsprechenden Visualisierung und die Integration eines kompletten Fahrzeugs.

Bewegungssystem

Das Bewegungssystem des Fahrsimulators zeichnet sich durch den weltweit erstmaligen Einsatz eines Hexapod-Systems aus, bei dem die Kabine unterhalb der oberen Gelenke eingehängt ist. Diese neuartige Konstruktion ermöglicht große lineare Bewegungen von etwa drei Metern trotz geringer Bauhöhe. Zudem sind in diesem System alle Freiheitsgrade unabhängig voneinander steuerbar. Der Simulator zählt zu den leistungsfähigsten Fahrsimulatoren Europas.

Die möglichst realitätsnahe Umsetzung der Fahrzeugbeschleunigungen durch darstellbare Bewegungen des Simulators (Motion Cueing) wird gezielt für einzelne Fahrsituationen oder Fahrmanöver angepasst. Mit der resultierenden, spürbaren Beschleunigungsrückmeldung des Fahrzeugs an den Fahrer kann ein ähnliches Fahrverhalten wie im Realverkehr beobachtet werden, so dass im Simulator gezeigte Effekte in die Realität übertragbar sind.

Projektionssystem

Ein hochwertiges Projektionssystem sorgt für die Visualisierung von Umwelt und Verkehrsgeschehen. Ein großes Blickfeld nach vorne und zu den Seiten (270°x40°), verbunden mit einer hohen Auflösung von insgesamt etwa 9200x1280 Pixeln, ermöglicht eine detailreiche Darstellung. Neben dem Blickfeld nach vorne kann der Proband auch das simulierte Verkehrsgeschehen hinter sich über den Rückspiegel auf einem Bildschirm sowie über LC-Displays in den Seitenspiegeln beobachten. Die Verwendung eines neunkanaligen Rückprojektionssystems erlaubt auch den Einbau großer Fahrzeugkabinen, z.B. für LKW-Simulationen, ohne den Strahlengang zu blockieren.

Cockpit

Für den realistischen Gesamteindruck ist die unmittelbare Umgebung des Fahrers von großer Bedeutung. Daher wurde ein komplettes Fahrzeug in die Kabine integriert, mit dem der Proband den Simulator „fährt". Die Aktionen des Fahrers werden über CAN-Bus an die Simulationsrechner übermittelt, umgekehrt steuert das Simulationssystem die Instrumente im Cockpit, die dem Fahrer z.B. Auskunft über seine Geschwindigkeit geben. Alle vom Fahrer gemachten Eingaben und Aktionen, vom Bremsen über das Lenken bis hin zum Bedienen des Autoradios, können aufgezeichnet und ausgewertet werden. Anzeigen und Bedienelemente lassen sich bei Bedarf ergänzen oder ersetzen. Komplettiert wird der Gesamteindruck durch ein Surround-Soundsystem, das die Umgebungs- und Fahrzeuggeräusche über die eingebauten Lautsprecher widergibt.


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