VFW 614 ATTAS
Fly-by-wire-Steuergrößen
Während des gesamten Einsatzzeitraumes sind die Systeme des ATTAS ständig modernisiert und erweitert worden. So ist seit 2000 dank zusätzlich implementierter zertifizierter Hard- und Software der Fly-by-wire-Betrieb bis zur Landung zugelassen. Im Zeitraum von 2000 bis 2003 wurde im Rahmen einer DLR-Großinvestition eine technische Aufwertung des ATTAS durchgeführt. Es wurden wesentliche Basissysteme erneuert oder ergänzt, das Versuchssystem wurde modernisiert. Ziel des Upgrades war eine Attraktivitätssteigerung im Hinblick auf einen effektiven Einsatz bis in das Jahr 2010 oder darüber hinaus.
ATTAS Quicklook
Wissenschaftliche Nutzung
In der über zwanzigjährigen Nutzung wurde ATTAS in zahlreichen Technologieprojekten eingesetzt und hat damit wesentlich zum Renommee des DLR beigetragen. ATTAS wird etwa 130 Stunden pro Jahr primär durch die DLR-Institute FT, FL und AS im genutzt, so dass insgesamt eine gute Auslastung des Systems vorliegt. Die Mehrzahl dieser Projekte setzt auf die Möglichkeiten der frei programmierbaren Flugsteuerung. Einer der Höhepunkte war sicherlich in 2002 die fliegende Simulation der Fairchild/Dornier DO 728 als Industrieunterstützung im Rahmen der Zulassung der Flugsteuerung der DO 728 einschließlich aller nichtlinearen Effekte. Dabei wurde die Technik der nichtlinearen Modellfolgeregelung im Flugversuch eingesetzt - weltweit einmalig.
Sense & Avoid Sensorintegration
Verfahren zur Abmilderung von Böenlasten wurden in den Projekten AWIATOR (2003 bis 2005) und ACFA (seit 2008) erprobt. Ebenfalls seit 2008 werden neue Algorithmen zur Rekonfiguration des Steuerungssystems im Flug untersucht.
In verschiedenen Programmen wird ATTAS als „fliegendes Klassenzimmer“ eingesetzt: Seit mittlerweile acht Jahren werden Flugversuchsingenieurschüler der britischen Testpilotenschule Empire Test Pilots’ School (ETPS) auf ATTAS ausgebildet, und Studenten der Technischen Universität Berlin führen regelmäßig Praktika durch. Themenschwerpunkt ist hierbei jeweils die Modifikation und anschließende Bewertung von Flugeigenschaften. Mit der Bewertung von Flugeigenschaften befassten sich auch zahlreiche andere Projekte wie SCARLET (2000), AIDA (1997 bis 2008) und SAIFE (2006 bis 2007). Diese Aufstellung berücksichtigt nur Projekte unter maßgeblicher Beteiligung des Instituts FT; auf die zahlreichen Anwendungen anderer Institute sei hier nur verwiesen.