Heutige Verkehrsflugzeuge werden innerhalb der Standardverfahren stets mit einem sehr großen Abstand zum Grenzbereich betrieben. Die Forschungen des Instituts FT zielen daher auf die Annäherung an den Grenzbereich zur Verbesserung der Effizienz bei mindestens gleich bleibender Sicherheit. In diesem Zusammenhang sind die Flugzeugreaktionen beim Einflug in Wirbelschleppen sowie neue Start- und Landeverfahren von Bedeutung. Im Bereich der Hochleistungskampfflugzeuge sind in diesem Zusammenhang das Fliegen im Post-Stall-Bereich oder Konfigurationen mit reduziertem Seitenleitwerk zu nennen.
Wirbelschleppen
Diese Grundlagen wurden mit den DLR-Projekten „Wirbelschleppe I + II“ geschaffen. In einem ersten Schritt wurde zunächst ein komplexes Simulationssystem aufgebaut, das alle wesentlichen Elemente der Wirkungskette von der Wirbelerzeugung, ihrem zeitlichen Verhalten, dem Begegnungsszenario für ein in das Strömungsfeld einfliegendes Flugzeug sowie dessen Reaktion auf diese Störung enthält. Umfassende und detaillierte Studien aller relevanten Faktoren haben zu einem Erkenntnisgewinn geführt, der das DLR national und international als kompetenten und gefragten Ansprechpartner ausweist, wie die Beteiligungen an zahlreichen EU-Projekten und Industrieaufträgen deutlich macht.
Neben der Vermeidung kommt der Entschärfung von Phänomenen wie Wirbelschleppeneinflügen durch den Einsatz von aktiven Steuerungen zur Verbesserung der Flugzeugreaktion eine entscheidende Rolle zu. Hier konnte das große Potenzial solcher Systeme bereits aufgezeigt werden.
Ziel des DLR-Projekts „Wetter und Fliegen“ ist die Umsetzung der grundsätzlich möglichen Verbesserung der Flugzeugreaktion durch eine automatische Steuerung in ein realisierbares Systemkonzept unter Beachtung realer Randbedingungen. Es soll der Einfluss von Windböen, Windscherungen und Wirbelschleppen auf das Flugverhalten durch die Entwicklung und Erprobung von Ausweichverfahren sowie automatischer Flugsteuerungssysteme unter Verwendung bordgestützter Sensoren minimiert werden. Es wird ein integriertes automatisches Steuerungs- und Regelungssystem entwickelt, das zur Verbesserung des Flugverhaltens und zu einer Belastungsreduktion von Pilot, Passagieren und Fluggerät bei extremen Atmosphärenbewegungen beitragen soll. Dabei sollen neuartige vorausschauende Sensoren spezifiziert und deren Einsetzbarkeit geprüft werden. Außerdem sollen auch vorausschauend taktische Ausweichflugbahnen generiert werden, die es dem Piloten ermöglichen, gefährliche Phänomene zu umfliegen. Die entwickelten Verfahren und Systeme werden in Simulatoren und im Flugversuch demonstriert und unter dem Gesichtspunkt einer Pilotenbeurteilung erprobt.
Lärmarme Flugverfahren