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Luftverkehrsbericht 2010 ist erschienen

9. Februar 2012

Nach dem Krisenjahr 2009, in dem das Passagieraufkommen Deutschlands um 4,6 % zurückgegangen ist, hat sich der Luftverkehr im Berichtsjahr 2010 erholt und ist mit 4,7 % von 92 Mio. auf 96 Mio. Einsteigern auf deutschen Flughäfen gestiegen. Das Wachstum wäre noch höher ausgefallen, hätten nicht widrige Wetterbedingungen wie die Vulkanaschewolken im Frühjahr und heftiger Schneefall und starke Stürme im Dezember den Luftverkehr behindert. Der Passagierverkehr ist mit 6 % in Europa bzw. 12,5 % weltweit noch stärker gestiegen. Weltweit sind über 2,5 Mrd. Passagiere im Luftverkehr 2010 befördert worden.

 Deutscher Luftverkehrsbericht 2010
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Weitaus dynamischer als der Passagierverkehr hat sich der Frachtverkehr im Jahr 2010 erholt, nachdem dieses Segment im Krisenjahr 2009 stärker als der Passagierbereich zurückgegangen war. Weltweit hat das Frachtaufkommen in dem Jahr um fast 20 % zugenommen, in Deutschland sogar um 23 %. Dagegen ist das Flugaufkommen recht stabil geblieben, im Netz von weltweit ca. 2.500 Flughäfen wurden über 55 Mio. Flüge von den Fluggesellschaften durchgeführt, davon im Verkehr mit und in Deutschland fast 1,8 Mio. Flüge.

Die Verkehrsleistung im Passagierverkehr, gemessen in Pass-km, ist insbesondere im globalen Luftverkehr eine wichtige Kenngröße, die noch direkter als das Passagier­aufkommen den Konsum an angebotenen Verkehrsleistungen der Fluggesellschaften wiedergibt. Im Mittel sind die ca. 2,5 Mrd. Passagiere in 2010 über 1.800 km weit pro Strecke geflogen und haben damit eine globale Verkehrsleistung von 4.685 Mrd. Pass-km erbracht, 8 % mehr als im Vorjahr.

Die weltweit größten Fluggesellschaften sind in den USA beheimatet. War es im Jahre 2009 noch Southwest mit über 100 Mio. Passagieren, so ist nach der Fusion mit Northwest in 2010 Delta Air Lines die größte Fluggesellschaft mit 111 Mio. Passagieren, gefolgt von der inzwischen insolventen American Airlines. An dritter Stelle liegt mit China Southern Airlines bereits eine chinesische Gesellschaft. In Europa ist der Airlineverbund von Air France und KLM die größte Gesellschaft, gefolgt von der Lufthansa und EasyJet. Allerdings hat die größte Low Cost-Airline Europas, Ryanair, in 2010 mit Air France-KLM aufgeschlossen. In Deutschland bleibt die Lufthansa unangefochten die größte Fluggesellschaft. Gemessen in Flügen, ergibt sich ein ähnliches Bild, allerdings ist hier Southwest mit 2,2 Mio. Flügen die weltweit größte Airline.

Ähnlich wie bei Fluggesellschaften finden sich auch die größten Flughäfen in den USA. Der seit Jahren größte Flughafen ist Atlanta mit nahezu 90 Mio. Passagieren (Ein- und Aussteigern). Er ist der Heimat- und Hubflughafen von Delta Air Lines, dem größten Carrier weltweit. Allerdings ist der zweitgrößte Flughafen nicht mehr wie in den Vorjahren Chicago, sondern Peking mit fast 74 Mio. Passagieren. Atlanta ist mit 950 Tsd. Starts und Landungen auch der Flughafen mit dem höchsten Flugaufkommen, gefolgt von Chicago und Dallas/Fort Worth. In Europa ist London Heathrow mit nahezu 66 Mio. Passagieren der verkehrsreichste Flughafen, bzw. Paris Charles de Gaulle mit 492 Tsd. Flügen der Flughafen mit dem höchsten Flugaufkommen. In Deutschland ist Frankfurt seit langem der größte Flughafen, sowohl nach Passagieren (52,7 Mio.) wie auch nach Flügen (464 Tsd.).

Dem Wesen nach ist der Luftverkehr im Gegensatz zu den Bodenverkehrsträgern in den meisten Ländern sowohl im Passagebereich wie auch im Frachtbereich international ausgerichtet. Die große Ausnahme bilden die USA, wo mehr als 90 % des Luftverkehrs binnenländischer Verkehr ist. Bezogen auf Deutschland fliegen drei Viertel aller Passagiere im grenzüberschreitenden Verkehr. Weltweit beträgt der Anteil der Verkehrsleistung, die auf internationalen Strecken erbracht wird, über 60 %. Den mit Abstand größten Verkehrsstrom zwischen den Weltregionen findet man auf der Nordatlantikroute zwischen den USA und Europa, im Jahre 2010 nutzten hier fast 70 Mio. Passagiere das Flugzeug. Der Strom zwischen Europa und dem Fernen Osten ist mit nahezu 40 Mio. Passagieren der zweitgrößte Strom, es folgen die Ströme zwischen dem Nahen und dem Fernen Osten mit 38,5 Mio., den USA und Mittelamerika mit 31,5 Mio. und zwischen Europa und Afrika mit fast 30 Mio. Passagieren. Der stärkste Luftverkehrsstrom in Europa ist der durch den Urlaubsverkehr gekennzeichnete Verkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und Spanien mit nahezu 29 Mio. Flugreisenden. Es folgt der entsprechende Strom zwischen Deutschland und Spanien mit 21 Mio. Passagieren, der damit auch der stärkste internationale Verkehrsstrom Deutschlands darstellt.

Der Low Cost-Verkehr hat in den letzten 10 Jahren in Deutschland und Europa infolge seiner niedrigen Preise für ein dynamisches Wachstum dieses Segments gesorgt. Zudem hat der Low Cost-Verkehr den Wettbewerb zwischen etablierten Netzcarriern und den Low Cost-Carriern verschärft, so dass sich die Geschäftsmodelle der Fluggesellschaften annähern. Nach Jahren des starken Wachstums ist seit 2008 eine Saturierungstendenz des Low Cost-Verkehrs zu beobachten, zumindest haben sich die Wachstumsraten denen des klassischen Linienverkehrs angenähert und der Netzausbau hat sich deutlich verlangsamt. Sind in den Jahren von 2002 bis 2007 jährlich ca. 100 neue Strecken im Low Cost-Markt Deutschlands hinzugekommen, um auf ein Netz von insgesamt 550 Strecken zu wachsen, so ist seit 2008 dieses Wachstum auf ca. 50 neue Strecken reduziert und seit 2010 absolut rückläufig. Für den Rückgang des Low Cost-Verkehrs Deutschlands im Jahre 2011 ist u. a. die Einführung der Luftverkehrsabgabe zu Beginn des Jahres verantwortlich. Es scheint, dass mit dem Jahr 2010 das überproportionale Wachstum des Low Cost-Verkehrs zu einem Ende gekommen ist und abgelöst ist durch ein normales Wachstum, wie es den Linienverkehr schon seit Jahren kennzeichnet.


Kontakt
Dr.phil. Peter Berster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

DLR Flughafenwesen und Luftverkehr

Tel: +49 2203 601-4554

Fax: +49 2203 601-2377

E-Mail: Peter.Berster@dlr.de
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Luftverkehrsbericht 08/09 : Der Luftverkehr in Deutschland in Zeiten der Wirtschaftskrise (http://www.dlr.de/fw/desktopdefault.aspx/tabid-2937/4472_read-22382/usetemplate-print/)
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