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Luftverkehrsforschung

21. August 2009

Im Bereich der Luftverkehrsforschung werden die Entwicklungsmöglichkeiten des Luftverkehrssystems untersucht und bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit und Wirkungen bewertet. Die fachlichen Schwerpunkte liegen hierbei auf der Forschung zur umweltverträglichen Luftverkehrsentwicklung und der Luftverkehrsökonomie.

Luftverkehrsentwicklung
Verkehrsanalysen und -prognosen bilden einen wesentlichen und unverzichtbaren Bestandteil des planerischen Gestaltungsprozesses in Verkehrspolitik und -verwaltung sowie in Verkehrsunternehmen. Entsprechend dienen Luftverkehrsanalysen und -prognosen der für die Luftverkehrspolitik zuständigen Administration, die Planung des Luftverkehrssystems nachfrageorientiert auszurichten, und den im System tätigen Institutionen, wie der Flugsicherung und Unternehmen, wie Fluggesellschaften und Flughäfen, der Verkehrsentwicklung entsprechend zu planen. In Abhängigkeit von der räumlichen und zeitlichen Ausdehnung des Verkehrskorridors bzw. der Studienregion und des Prognosezeithorizontes ergibt sich ein breites Spektrum an Aufgabenstellungen im Prognosebereich. Die Erstellung von Luftverkehrsprognosen für Deutschland hat im DLR eine lange Tradition. Neben der umfassenden Erfahrung mit der Erstellung von Prognosen verfügt FW über einen umfangreichen – und bezogen auf den deutschen Luftverkehr wohl einmaligen – Bestand an Daten zur Luftverkehrsentwicklung. Der übergeordneten Positionierung des DLR als nationaler Forschungsinstitution folgend hat FW primär Prognosen des Luftverkehrs Deutschlands sowie von Regionen und Flughäfen in Deutschland erarbeitet. Die Bedarfsträger waren und sind dabei in erster Linie die Luftverkehrsverwaltungen des Bundes und der Länder sowie Flughäfen. In jüngerer Zeit kamen auch Prognoseaufgaben mit europäischer und globaler Ausrichtung hinzu, die für europäische Institutionen, wie die Europäische Kommission, und internationale Organisationen, wie z. B. ICAO, bearbeitet wurden und werden. Mit einer eigens entwickelten Prognosemethodik, nach der die Verkehrsnachfrage und das Verkehrsangebot sequentiell und miteinander verzahnt prognostiziert werden, kann auch der Forderung nach Berücksichtigung unterschiedlicher „Zukünfte“ in Szenarien und der politisch motivierten Maßnahmenreagibilität der Prognose nachgekommen werden.
Neben der Beschäftigung mit den determinierenden Faktoren der verkehrlichen Entwicklung ist auch die Fähigkeit erforderlich, die Auswirkungen wirtschaftlichen Agierens der Fluggesellschaften, Flughäfen und Flugsicherung auf den Betrieb und die Volkswirtschaft mit ökonomischen Methoden zu untersuchen und zu bewerten. Dies ist insbesondere bei der Auslegung und Bewertung regulativer Maßnahmen unverzichtbar.

Luftverkehrsökonomie
FW kommt mit dem Forschungsgebiet Luftverkehrsökonomie ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb des DLR als primär ingenieurwissenschaftlich geprägtem Zentrum zu. Nur die Einrichtung FW verfügt über einen eigenen Bereich luftverkehrsökonomischer Forschung. Dass ökonomischer Sachverstand bei einer großen Zahl von wissenschaftlichen Fragen der Luftverkehrs- und Flughafenforschung gefragt ist, zeigt sich immer wieder bei der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des DLR. Forschungsergebnisse dieses Bereichs haben Eingang bei einer Vielzahl von wichtigen Institutionen im Luftverkehr gefunden, so unter anderem bei ICAO-CAEP. Der Bereich Luftverkehrsökonomie befasst sich mit einer Vielzahl von ökonomischen Fragen zum Luftverkehr, in den letzten Jahren schwerpunktartig mit umweltökonomischen, verkehrs- und wettbewerbspolitischen sowie mit gesamtwirtschaftlichen Analysen. Die für eine ganzheitliche Bewertung benötigten Einschätzungen des Technologiepotentials der verschiedenen Lufttransportsysteme sowie die konkreten Berechnungen von Umweltwirkungen werden in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden DLR Instituten erarbeitet.


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