DLR Center of Excellence auf dem SAR-Gebiet (HR, DFD und IMF)
Das DLR SAR Center of Excellence hat ein umfassendes Systemwissen von der Entwicklung von Radar-Systemen und entsprechenden Prozessoren bis hin zur vollautomatischen Erstellung flächendeckender digitaler Höhenmodelle mit Verfahren der Radar-Interferometrie und weiterer SAR-Produkte. Die beteiligten DLR-Institute ergänzen sich durch eine Abdeckung aller Bereiche von der Sensortechnik und Missionsauslegung über die hochgenaue operationelle Prozessierung bis hin zu den veredelten Nutzerprodukten. Durch die langjährige Kontinuität der Aufgabenstellung fließt die bei Planung und Durchführung von Weltraummissionen gewonnene Erfahrungen unmittelbar in die Konzeption von Nachfolgemissionen ein. Die Mitwirkung von DLR-Wissenschaftlern bei der Auslegung der Radarsensoren für die ESA-Missionen ERS-1/2 und ENVISAT/ASAR und vor allem die Planung und erfolgreiche Durchführung der nationalen X-SAR-Missionen und SRTM waren in technischer und wissenschaftlicher Hinsicht die Meilensteine für den Erwerb der fachlichen Kompetenz auf dem SAR-Gebiet.Innerhalb der Aktivitäten als Center of Excellence weitet das HR-Institut seine Expertise auf den Gebieten der Polarimetrischen SAR-Interferometrie sowie von innovativen SAR-Konzepten aus.
Hauptaufgabengebiet Mikrowellenfernerkundung
Auf seinem Hauptaufgabengebiet Mikrowellenfernerkundung besitzt das Institut eine international anerkannte Spitzenposition. Dies ist darauf zurückzuführen, dass von Anfang an eine Gesamtsystemfähigkeit, d.h. eine Beherrschung der einzelnen Stufen von der Datenaufnahme bis zur Dateninterpretation realisiert wurde. Die Aktivitäten des Instituts sind auf das DLR-Kerngebiet "hochauflösendes Radar" fokussiert, wobei hier die Aktivitäten auf dem SAR-Gebiet den Schwerpunkt bilden.
Innovative SAR Konzepte
Eine Herausforderung für die Zukunft liegt in der Entwicklung von kostengünstigen SAR-Instrumenten auf Satelliten oder hochfliegenden Flugzeugen mit innovativen Konzepten und Technologien. Voruntersuchungen haben die Attraktivität des Aufbaus von multi-statischen SAR-Satellitenkonfigurationen mit getrennten Sendern und Empfängern aufgezeigt. So kann mit mehreren kleinen, kostengünstigen Satelliten sehr effizient Erdbeobachtung betrieben werden. Für die sogenannte Cartwheel-Konfiguration wurde zusammen mit der CNES ein Entwurf ausgearbeitet und die Leistungsfähigkeit ermittelt. Weitere vielversprechende Konzepte und die nötigen neuen Technologien werden nun im Detail studiert und auf ihre Realisierbarkeit geprüft. Dazu werden auch bi-statische Radarexperimente mit Flugzeugen des DLR und der ONERA durchgeführt und ausgewertet. Auch im Rahmen einer Kooperation mit Brasilien (INPE, Sao Jose dos Campos) werden neue Konzepte für einen vollpolarimetrischen SAR-Satelliten in L- und C-Band untersucht, die es ermöglichen, Gewicht und Kosten wesentlich zu reduzieren.