DLR Portal
Home|Textversion|Impressum|Sitemap|Kontakt |English
Sie sind hier: Home:Projekte:REXUS und BEXUS
Erweiterte Suche
Institut
Aktuelles
Systemanalyse
Systemtechnik
Projekte
AISat
Forschungsverbund Oberstufe
Kompaktsatelliten
L.A.R.S.
MAPHEUS
MASCOT
Nanosatellit "CLAVIS"
REXUS und BEXUS
Rückkehrtechnologie
Anlagen
Stellenangebote
Veranstaltungen
Produkte
VersendenDrucken

REXUS - Raketen Experimente für Universitäts-Studenten



1. Die Rakete

 REXUS Standard Anordnung
zum Bild REXUS Standard Anordnung

Die Studentenexperimente werden mit einer einstufigen ungesteuerten Spin-stabilisierten Feststoffrakete gestartet.
Der Raketenantrieb besteht aus einer Improved Orion-Antriebsstufe, 3 Finnen zur Stabilisierung und einem Raketenadapter mit einem integrierten Trennungssystem (Bild 1).
Die Gesamtmasse von etwa 515 kg setzt sich zusammen aus dem Treibstoff (290 kg), dem Leergewicht des Raketenmotors (125 kg) und der Nutzlast (100 kg). Die Rakete hat eine Gesamtlänge von etwa 5,6 m und einen Durchmesser von 356 mm.
Die Standardanordnung der Nutzlast besteht aus dem Bergungssystem, dem Service-System, einer absprengbaren Nasenverkleidung und 2 Experimentmodulen mit den Studentenexperimenten. Die Masse der beiden Zylinderstrukturen (Experimentmodule), in denen die Experimente untergebracht werden, und die der beiden Bodenplatten zur Befestigung beträgt etwa 10 kg. Für die Studentenexperimente stehen etwa 30 kg zur Verfügung.

Tabelle 1: REXUS Massen der Standard Anordnung

Komponenten Masse (kg)
Improved Orion Antrtiebsstufe (ohne Treibstoff) 125 kg
Treibstoff 290 kg
Nutzlast (ohne Experiment Module) 60 kg
Experiment Module mit Studentenexperimente max. 40 kg
Gesamte Rakete 515 kg

2. Flugprofil

 Beschleunigung während der Aufstiegsphase
zum Bild Beschleunigung während der Aufstiegsphase
 REXUS Flug Profil: Flughöhe (km) über Entfernung vom Startplatz (km)
zum Bild REXUS Flug Profil: Flughöhe (km) über Entfernung vom Startplatz (km)

Die Rakete beschleunigt während 26 Sekunden mit max. 20 g. Da die Rakete durch eine Rotation mit 4 Umdrehungen pro Sekunde stabilisiert wird, tritt eine Zentrifugalbeschleunigung von über 1 g auf. Durch ein sog. „Jo-Jo"System kann der Spin in der ballistischen Freiflugphase deutlich reduziert werden, so dass für wenige Minuten fast Schwerelosigkeit auftritt. Die Fliehkraft und die aerodynamische Abbremsung durch die Restatmosphäre verursachen dann noch Beschleunigungen von etwa 0,1 g. Abhängig von den Experimentanforderungen kann die Rakete während des Tages oder in der Nacht gestartet werden.

Der Brennschluss der Rakete ist in etwa 23 km Höhe. Die Rakete hat dort eine maximale Geschwindigkeit von etwa 1250 m/s. Die Trennung der Antriebsstufe von der Nutzlast erfolgt nach Absprengung der Nasenverkleidung, die oberhalb von ca. 55 km Höhe erfolgen kann. Das geschieht in der Regel vor Erreichen des Apogäums, kann aber durch spezielle Experimentanforderungen verschoben werden. Das Apogäum liegt in Abhängigkeit von der Masse der Nutzlast etwa zwischen 90 und 100 km. Zur besseren Stabilisierung kann die Antriebsstufe auch erst relativ spät von der Nutzlast getrennt werden. Die Trennung kann dann während des Wiedereintritts vor Erreichen der unteren Atmosphäre erfolgen.

 REXUS Flight Profil: Flughöhe (km) in Abhängigkeit von der Flugzeit (s) mit wichtigen Ereignissen (vergl. Tab.4)
zum Bild REXUS Flight Profil: Flughöhe (km) in Abhängigkeit von der Flugzeit (s) mit wichtigen Ereignissen (vergl. Tab.4)

Während des Wiedereintritts wird die Nutzlast in einer Höhe von etwa 26 km mit einer maximalen negativen Beschleunigung von 6 gabgebremst. Die Bergungssequenz wird in einer Höhe von etwa 5 km (etwa 6 min nach dem Start) gestartet. Ein Fallschirmsystem bremst die Nutzlast danach bis auf eine Endgeschwindigkeit von etwa 10 m/s unmittelbar vor der Landung ab.

Tabelle 2: Typischer Flugablauf (REXUS-3)

Nr. in
Bild 4

Ereignis Flugzeit Flughöhe Entfernung
1 Start T0 0.0 km 0.0 km
2 Brennschluß (Imp.Orion) T0 + 26 s 22.4 km 3.9 km
3 Absprengen der Nasenverkleidung T0 + 60 s 57.4 km 13.2 km
4 Trennung Rakete-Nutzlast T0 + 66 s 62.3 km 15.5 km
5 Apogäum T0 + 150 s 95.8 km 35.5 km
6 Max. Abbremsung (~ 6 g) T0 + 270 s ~26.0 km -
7 Öffnung Stabschirm T0 + 420 s 5.0 km 70.0 km
8 Öffnung Hauptfallschirm T0 + 447 s
9 Landung der Nutzlast T0 + 640 s 0.0 km 70.0 km


3. Experimente

a) Mechanische Anordnung

 Beispiel für ein Experiment innerhalb des Nasenzylinders
zum Bild Beispiel für ein Experiment innerhalb des Nasenzylinders
 Messung außerhalb des Experimentmoduls
zum Bild Messung außerhalb des Experimentmoduls
 Experimentbefestigungen in einem Experimentmodul
zum Bild Experimentbefestigungen in einem Experimentmodul

Die Experimente werden in zylindrische Experimentmodule eingebaut. Ein Standardmodul hat eine Höhe von 300 mm, einen Außendurchmesser von 356 mm und ein Gewicht von 3,5 kg.
Die Experimente können auf eine Bodenplatte (1,5 kg) im Experimentmodul oder direkt an der Zylinderinnenseite befestigt werden.

Im Experimentmodul können Öffnungen dazu genutzt werden, um Messungen außerhalb des Moduls durchzuführen (Bild 5 und 6).

Ein Experiment kann innerhalb des absprengbaren Nasenzylinders an einer Adapterstruktur befestigt werden (Bild 7). Es ist auch möglich, dieses Experiment während des Fluges abzutrennen. Die Nutzlast fliegt dann separat auf der gleichen ballistischen Flugbahn wie die eigentliche Nutzlast, wobei eine Bergung dann in der Regel nicht vorgesehen ist.

b) Elektrische Verbindungen
Das Service System stellt insgesamt 5 28V Stromanschlüsse zur Verfügung. Jedes Experiment kann nur einen dieser Anschlüsse nutzen. Die zulässige Stromstärke beträgt 1 A mit einer kurzzeitigen Spitzenbelastung von 3 A.

c) Experiment Überwachung und Datenerfassung
Serielle Datenschnittstellen für Telemetrie und Telekomandos sind für 5 Experimente vorhanden (RS422). Für ein Experiment oder die Bergungskamera kann über ein Relais ein TV-Kanal genutzt werden.

Tabelle 3: Telemetrie Downlink Struktur

Downlink
Gesamt Datenrate 312.5 kbit/s
PCM-Framerate 203 Hz
Experiment Datenrate 38.4kbit/s
Housekeeping Daten 20 Hz
PCM Forward Correction, Packed TM

Weitere, vom Service System bereitgestellte Daten:

  • GPS Position und Geschwindigkeit
  • 3-Achsen Beschleunigungsdaten
  • 3-Achsen Drehraten



Feature


Start der REXUS-3 Rakete


Bergung

Links
Ausschreibung
Mobile Raketenbasis
Schwedisches Raumfahrtunternehmen SSC
Copyright © 2013 Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Alle Rechte vorbehalten.