Explorationssysteme - Projekte

HP3 - Heat Flow and Physical Properties Package



HP³ ist ein so genannter instrumentierter, elektromechanischer ‘Maulwurf’ ausgestattet mit einer aktiven sowie einer passiven Thermal Measurement Suite (TEM-A and TEM-P) und ACTIL (Accelerometer and Tiltmeter), der durch einen internen Schlagmechanismus in den Boden vordringt. Die thermischen Sonden befinden sich dabei auf einem 5 Meter langem ‚Science Tether‘, das die Temperatur und den Gradienten bis in diese Tiefe messen soll. Das Instrument kann Messungen zur Klärung einer Reihe wichtiger Fragestellungen der Planetenwissenschaften wie z.B. die Entwicklung von ehemaligen und vielleicht sogar heutigen Habitaten oder die Funktionsweise geologischer Prozesse durchführen. Vor der Neudefinition der Exomars Mission Anfang 2009, welche zu einer Streichung aller geophysikalischer Experimenten führte, war HP3 Teil der sog. Humboldt-Nutzlast. In der Entscheidung des Discovery Programms der NASA 2012 wurde der Mole als eine Nutzlast bei der Mission InSight ausgewählt, die im Jahr 2016 zum Mars aufbrechen soll. Darüber hinaus ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten, wie z.B. auf dem Mond (International Lunar Networks, etc.).

HP³ model

Der Mole basiert auf dem beim DLR für die Beagle-2-Mission entwickelten PLUTO Mole (PLanetary Underground TOol) und liefert durch einen internen Schlagmechanismus die Vorwärtsbewegung des Systems Mole + Science Tether in den Boden. Der Mole enthält die aktive Wärmesonde TEM-A sowie ACTIL, sowie die notwendige Front-End-Elektronik, die durch eine Schwingungsisolierung gegen die Stöße isoliert ist. Über das Science Tether werden zudem Energie und Daten zwischen Support System und Mole übertragen, ein „Engineering Tether“ verbindet das Support System mit dem Lander. Während des Abstiegs sollen vor allem thermische, aber auch mechanische Eigenschaften unterhalb der Oberfläche tiefenaufgelöst gemessen werden. Nach Erreichen der Endtiefe kann über mehrere Monate der Temperaturgradient entlang der Bohrtiefe überwacht werden, um hieraus zusammen mit den Messungen der physikalischen Bodeneigenschaften, den Wärmestrom aus dem Inneren des Planeten zu bestimmen.


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-5960/10970_read-25032/