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Navigations- und Regelungssysteme - Projekte
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ATON – Autonomous Terrain based Optical Navigation



Motivation

Die Ziele zukünftiger Explorationsmissionen umfassen die Erforschung lokaler Phänomene, Experimente zur Ressourcennutzung und den Aufbau von Basen auf verschiedenen Himmelskörpern, wie Mars, Mond und Asteroiden. Eine Voraussetzung für den Erfolg dieser Missionen ist die Fähigkeit einer autonomen, präzisen und sicheren Landung.

Eine vielversprechende Navigations-Technologie zur Realisierung von Landemissionen sind optische Systeme, da deren Messungen unabhängig von der Erde, also autonom und mit sehr geringer Verzögerung gemacht werden können. Durch die Kombination mit Daten von anderen Sensoren, z.B. Beschleunigungsmessern, können die Bilddaten für die autonome Bestimmung von Position und Lage des Landers verwendet werden. Dies ist eine notwendige Fähigkeit für die Durchführung einer autonomen und präzisen Landung. Die Bilddaten können außerdem zur Auswahl eines sicheren Landeplatzes verwendet werden.

ATON – Autonomous Terrain based Optical Navigation

Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des Projekts ATON in der Abteilung Navigations- und Regelungssysteme in Zusammenarbeit mit anderen DLR Instituten ein neuartiges optisches Navigationssystem entwickelt. Dieses soll einem Landefahrzeug eine autonome, präzise und sichere Landung auf dem Mond ermöglichen. Das Navigationssystem wird aus einer Kamera und einem Stereo abbildenden optischen System (Stereo‑Kamera oder Lidar) bestehen. Die optischen Sensoren werden durch weitere on-board Sensorik, u.a. einem Beschleunigungsmessgerät und einem Drehgeschwindigkeitssensor ergänzt.

Der Hauptteil der Arbeiten umfasst die Entwicklung der Bildverarbeitungssoftware für die Auswertung der optischen Sensordaten und der Navigationssoftware. Die Navigationssoftware erstellt aus den Ergebnissen der Bildverarbeitung und den Daten der ergänzenden on‑board Sensoren eine Positions- und Lageschätzung.

Das Ergebnis des Projekts soll eine Demonstrationshardware sein, mit der das Navigationssystem bestehend aus der Bildverarbeitungssoftware, der Navigationssoftware und den optischen Sensoren im Testbed for Robotic Optical Navigation (TRON) getestet werden und die Funktion nachgewiesen werden kann.

Forschungsarbeiten für ATON in der Abteilung Navigations- und Regelungssysteme

Die Arbeiten in Bremen gliedern sich in drei Hauptteile:

1. Autonome Positionsermittlung

 Kratererkennung in Bildern der Mondoberfläche (Bildmaterial von Kaguya Image Gallery)
zum Bild Kratererkennung in Bildern der Mondoberfläche (Bildmaterial von Kaguya Image Gallery)

Das Entwicklungsziel ist eine autonome Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit von wenigen hundert Metern im Mondorbit und während des Landeanfluges. Die Position soll mit Hilfe von Bildern der Mondoberfläche bestimmt werden. Unser Ansatz dafür ist, die auf dem Mond vorhandenen Krater als Landmarken zu nutzen. In den nächsten Jahren sollen diese mit einer Genauigkeit von etwa 10 m katalogisiert sein. Der zu entwickelnde Sensor soll diesen Katalog verwenden und Konstellationen von Kratern zur Orientierung verwenden. Der geplante Arbeitsablauf des Sensors gliedert sich wie folgt:

  • Aufnahme der unterliegenden Mondoberfläche
  • Identifizierung von Kraterkonstellationen über Bildverarbeitung
  • Ermittlung der eigenen Position relativ zum Mondmittelpunkt

 

 

 

 

2.  Landeplatzbewertung

Analyse des Gebiets auf Hangneigung, grün und blau kennzeichnen Gebiete mit geringer Hangneigung

Ansicht eines simulierten Landegebiets, das gelb eingerahmte Gebiet ist im Sichtfeld des Sensors

Das Ziel der hier besprochenen Explorationsmissionen ist die sichere Landung in einem vorher festgelegten Zielgebiet. Um nicht nur genau, sondern auch sicher zu landen, muss das Raumfahrtzeug auf einem Platz landen, der möglichst eben ist, wenig Steine enthält und von der Sonne beschienen wird. Diese Eigenschaften sind zu Beginn des Landemanövers aber nur unzureichend bekannt. Daher muss mit Beginn der Sichtbarkeit des Landeplatzes eine Analyse der oben genannten Eigenschaften durchgeführt werden.
Dieses Thema wird mit anderen Instituten gemeinsam bearbeitet und umfasst die Ermittlung von sicherheitsrelevanten Eigenschaften wie Hangneigung, Vorhandensein von Steinen und Kratern, Beleuchtung und die Analyse nach wissenschaftlichen Kriterien. Zusätzlich wird der jeweilige Treibstoffverbrauch zum Landen auf alternativen Plätzen berücksichtigt. Aus diesen Bewertungen ergibt sich eine Empfehlung für einen Landeplatz. 

 


3. Labortests für die Demonstrationshardware

TRON Aufbau: Roboter mit Kamera vor einem Test-Geländemodell

Nach der Entwicklung der Software muss das System unter möglichst realitätsnahen Umständen getestet werden. Dazu wird das Testbed for Robotic Optical Navigation (TRON) in unserem Institut aufgebaut. Die Laborumgebung soll die Generierung von Bildern der Mondoberfläche unter realistischen Beleuchtungsumständen ermöglichen. Zum Test werden die Navigationssensoren auf dem Roboter von TRON installiert und über verschiedene Geländemodelle bewegt, die abschnittsweise die Missionsphasen darstellen.
Das Ziel ist ein Echtzeit-Test des Navigationssystems in repräsentativen Abschnitten aller Phasen des Landeanfluges.

 

 


 


Kontakt
Hans Krüger
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtsysteme

Bremen

Tel.: +49 421 24420-1126

Fax: +49 421 24420-1120

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