31.08.2012: Status des Weltraumwetter-Sturmes



Zum Stauts des Weltraumwetter-Sturmes vom 31. August 2012

Der ESA/NASA Satellit SOHO beobachtete am 31. August 2012 um ca. 22:48 Uhr MESZ erneut einen haloförmigen koronalen Massenauswurf (CME – Coronal Mass Ejection) in Richtung Erde (Bild 1 links). Die gemessene Geschwindigkeit betrug ca. 1167 km/s.

Dieser CME hatte seinen Ursprung auf der Süd-Ost Seite der Sonne - in den sehr kleinen Sonnenflecken-Gruppen AR 11562 und 11563.Außerdem wurde am 31. August 2012 ein langanhaltender (über ca. zwei Stunden ab 21:45 Uhr MESZ) solarer Röntgenausbruch der Stärke C8.1 über AR 11563 gemessen (GOES Satellit). Die Intensität der solaren Protonen mit 10 MeV Energie stieg ab dem 1.September 2012 um 3 Uhr MESZ um etwa zwei Größenordnungen an. 

 ESA/NASA SOHO Aufnahme des CME vom 31. August 2012 (weißer Kreis verdeckt die Sonne)

linkes Bild: ESA/NASA SOHO Aufnahme des CME vom 31. August 2012 (weißer Kreis verdeckt die Sonne)

rechtes Bild: Detektion des CME (Ausdehnung ca. 90° (rote Ellipse) in Richtung Sonne von der Erde (mit GMDN beobachtet). Der schwarze Pfeil markiert die Ankunft des CME an der Erde.

Erste Analysen der Daten (Bild 2 rechts) von fünf Teleskopen (in Deutschland, Japan, Australien, Brasilien und Kuwait) für kosmische Strahlung des Globalen Myon Detektor Netzwerkes (GMDN) zeigen den CMEschon ca. 42 Stunden vor seiner Ankunft an der Erde im interplanetaren Raum.

Diese solare Aktivität verursachte ab dem 3. September 2012 zusätzliche geomagnetisch induzierte Ströme auf dem Erdboden auf den Lofoten sowie Polarlichter in Irland, Norwegen, Schweden (Stockholm), Finnland und Kanada.Infolgedessen klassifizierte das NOAA / Space Weather Prediction Center diesen solaren Sturm - für ca. 24 Stunden ab seiner Ankunft an der Erde - mit S1 (kleiner solarer Strahlungssturm, d.h. kleine Auswirkungen auf HF-Kommunikation in polaren Gebieten) und G2 (moderater geomagnetischer Sturm, d.h. Energieversorger könnten Spannungsschwankungen bemerken, Korrekturen bei Satellitenorientierung könnten erforderlich sein). Die Weltraumwetter-Ampel des DLR_School_Lab Bremen steht auf rot.

Die Farben der Weltraumwetter-Ampel bedeuten:

Grün       Keine Sonnenstürme in Richtung Erde
Gelb      Sonnenstürme zwischen Sonne und Erde
Rot       Sonnensturm erreicht die Erde


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-8015/13750_read-35260/