13.03. - 21.03.2013: Weltraumwetter-Stürme



Der ESA / NASA Satellit SOHO beobachtete am 13. März 2013 sowie am 15. März 2013 um ca. 08:12 Uhr MEZ koronale Massenauswürfe (CMEs – Coronal Mass Ejections). Erstmals wurden in Echtzeit am DLR Institut für Raumfahrtsysteme die interplanetaren Wolken dieser beiden CMEs visualisiert (farbige Bilder in 1, 2 und 3). Letzterer CME flog mit ca. 997 km/s in Richtung Erde (Bild 2). Dieser CME hatte seinen Ursprung in der Sonnenflecken-Gruppen AR 11692. Außerdem wurde am 15. März 2013 über AR 11692 ein langanhaltender (ca. drei Stunden ab 06:36 MEZ) solarer Röntgenausbruch der Stärke M1.1 gemessen (GOES Satellit). Die Intensität der solaren Protonen mit 10 MeV Energie stieg ab dem 15. März 2013 um ca. 21 Uhr MEZ bis zum 18. März 2013 ca. 13 Uhr MEZ um etwa zwei Größenordnungen an.

13. März 2013, 14:00 Uhr MEZ; Bild links: CME-Wolke (einschlieplich Position der Sonne) am Himmel über Bremen. Die Wolke entstand aus Daten von fünf Teleskopen für kosmische Strahlung (in Deutschland, Japan, Australien, Brasilien und Kuwait (GMDN - Global Muon Detector Network)).

Bild rechts: Eine seltene Aufnahme (NASA STEREO Satellit, UV-Daten): Derselbe CME (im Bild links, die Sonne befindet sich links außerhalb des Bildes), der Komet PanSTARRS (Mitte) und die Erde (rechts im Bild).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine erste Analyse der GMDN Daten für den CME vom 15. März 2013 deuten darauf hin, dass dieser in der Nacht vom 15. zum 16. März 2013 zweifelsfrei durch alle fünf Teleskope für kosmische Strahlung detektiert wurde (Bild 2 rechts).

Bild links: Der ESA/NASA SOHO-Satellit zeigt den Aufstieg des CME an der Sonne am 15. März 2013 um 08:36 MEZ im UV-Bereich (weißer Kreis verdeckt die Sonne).

Bild rechts: Derselbe CME - aber ermittelt aus Daten der kosmischen Strahlung des GMDN - am Himmel über Nagoya (Japan) am 16. März 2013 um 12:00 Uhr lokaler Zeit (03:00 Uhr Weltzeit).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da dieser CME am 17. März 2013 06:34 MEZ an der Erde ankam (also am St. Patrick’s Day), beobachtete das GMDN ca. 27 Stunden vorher den CME, also bereits in einer Entfernung von etwa 97 Millionen km – was etwa der Entfernung zum Planeten Merkur entspricht. Die Weltraumwetter-Ampel am Institut für Raumfahrtsysteme - automatisch gesteuert durch die GMDN Daten - schaltete am 17. März 2013 auf rot.

17. März 2013: linkes Bild: Die rot geschaltete Weltraumwetter-Ampel am Gebäude des DLR- Institutes für Raumfahrtsysteme in Bremen.

rechtes Bild: Die CME-Wolke über Bremen um 11 Uhr MEZ.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der am 15. März 2013 von der Sonne losgeflogene CME, verursachte bei seiner Ankunft an der Erde am 17. März 2013 ganztägig geomagnetische Aktivitäten in der Größenordnung bis zu einem Kp gleich 7.Farbenprächtige Polarlichter waren z.B. in Südschweden, Gotland (Ostsee), Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Tallinn, Nordirland und Irische See (Insel Man), in den USA bzw. Kanada, aber auch in Neuseeland und Australien zu sehen.

Polarlichter am 17. März 2013; Bild links: Aurora Borealis über Lettland (J. Satrovskis)

Bild rechts: Aurora Astralis über Neuseeland (J. Burt)

 

 

 

 

 

 

 

Die Farben der Weltraumwetter-Ampel bedeuten:

Grün Keine Sonnenstürme in Richtung Erde
Gelb Sonnenstürme zwischen Sonne und Erde
Rot Sonnensturm erreicht die Erde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-8015/13750_read-36452/