Jubel im Kontrollraum - ATV ist im Orbit
9. März 2008
Jules Verne taucht in die Wolkendecke ein
Bei der ATV-Startveranstaltung von Astrium, der Europäischen Weltraumorganisation ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen fieberten die Gäste dem Start des europäischen Transportfahrzeugs ATV entgegen. Die Ariane 5-Rakete startete pünktlich um 5.03 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ). Während in Deutschland langsam der Tag anbrach, war es in Kourou (Französisch-Guyana) noch mitten in der Nacht. Eine dichte Wolkendecke erlaubte nur einen kurzen Blick auf die Rakete, als sie um 1.03 Uhr lokaler Zeit in dem Himmel empor stieg.
In Kourou ist im März Regenzeit. Tropfen benetzen die Objektive der Kameras. Auch in der Nacht zeigt das Thermometer noch mehr als 20 Grad Celsius. Kurz vor dem Start herrschte auf dem Balkon des Jupiter Press Centers in Kourou gespannte Stille, als der Kommentator durch die Lautsprecher den Countdown für die Ariane 5 herunterzählte. Die etwa 1200 Gäste auf den verschiedenen Aussichtsplattformen verfolgten den planmäßigen Start an- und gespannt, bis die Rakete nach wenigen Sekunden in den Wolken verschwunden war. Der Schall kam naturgemäß deutlich später an, er war aber trotz der Entfernung von zirka 15 Kilometern noch sehr laut zu hören.
Jules Verne - nächste Haltestelle: ISS
Nachdem die Rakete nicht mehr zu sehen war, guckten alle Anwesenden gespannt auf die Bildschirme im Pressezentrum und warteten auf die Trennung der ersten Stufe. Das Manöver verlief erfolgreich, etwa eine Stunde und sieben Minuten nach dem Start. Jubel im Kontrollzentrum - ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain stand von seinem Stuhl auf und riss die Arme in die Höhe. Auch die anderen Mitarbeiter des Kontrollraums und die Gäste klatschen und beglückwünschen einander. Einer der wichtigsten Schritte des ATV auf dem Weg zur Internationalen Raumstation hat reibungslos funktioniert.
Um 6.40 Uhr MEZ konnte dann ein weiterer Höhepunkt gefeiert werden: Die Solarpanele (Sonnensegel) des ATV haben sich erfolgreich entfaltet und liefern Strom. In einer kurzen Ansprache auf französisch dankte ESA-Chef Dordain allen Beteiligten. Ein Mittschnitt zum Herunterladen befindet sich in der rechten Spalte.