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Strahlungsbiologie



Das Experiment MATROSHKA zur Messung der Strahlenbelastung innerhalb und außerhalb der ISS
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Ein Phantom auf der ISS – MATROSHKA: Messung der Weltraumstrahlung und ihrer Wirkung

Anderthalb Jahre lang befand sich ein Phantom an der Außenwand der Internationalen Raumstation ISS. Jetzt leistet es der Besatzung in der Station Gesellschaft: Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine besondere Art von Weltraum-Spuk, sondern um ein ernsthaftes Experiment namens MATROSHKA zur Messung der Strahlenbelastung innerhalb und außerhalb der ISS. In Wirklichkeit ist das "Phantom" eine Spezialpuppe. Entwickelt und gebaut wurde die Experimentalanlage vom DLR.

Durch die Messung der Strahlendosis, die auf die Astronauten inner- und außerhalb der ISS einwirkt, lassen sich die Risiken kosmischer Strahlung für den menschlichen Körper einschätzen. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment könnten dazu beitragen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die einen geeigneten Schutz gegen die kosmische Strahlung darstellen.

Die "Phantompuppe" selbst – mit Kopf und Oberkörper – ähnelt einem menschlichen Torso. Innerhalb der Puppe befinden sich an über 800 Positionen, unter anderem auch in verschiedenen simulierten menschlichen Organen, aktive und passive Strahlungsdetektoren. Diese Sensoren haben bereits wertvolle Daten geliefert, die jetzt von den beteiligten Wissenschaftlern ausgewertet werden. Um die Schutzwirkung des Raumanzugs zu simulieren, umgab die Puppe während ihres Aufenthalts außerhalb der ISS ein Behälter aus Kohlefaser.

Koordinator: G. Reitz (DLR Köln)

Strahlenbelastung von Astronauten - CHROMOSOME-2

 Multi-fluoreszierende Chromosomenkarte einer Zelle
zum Bild Multi-fluoreszierende Chromosomenkarte einer Zelle

Langzeitaufenthalte des Menschen im Weltraum können aufgrund der Weltraumstrahlung zu erhöhten Mutationsraten von Chromosomen führen. Dies ist letztendlich ein Indiz für ein erhöhtes Krebsrisiko. Die bisherigen Ergebnisse von ISS-Astronauten und Kosmonauten zeigen in der Tat eine signifikante Erhöhung der Mutationsrate für die Langzeitbesatzung, während für die Kurzzeitcrews keine Veränderungen festgestellt wurden. Nachfluguntersuchungen der Blutproben ergeben Hinweise auf effektive Reparaturmechanismen, so dass das Strahlenrisiko für die Astronauten akzeptabel ist.

Mit Hilfe neuer Methoden wollen die Wissenschaftler von der Universität Essen genauere Erkenntnisse über die Mutationen auslösende (mutagene) Strahlenbelastung von ISS-Astronauten gewinnen. Hierzu werden die Chromosomen von bestimmten Abwehrzellen im Blut der Astronauten auf Veränderungen untersucht. Diese Methodik findet auf der Erde zur Erfassung der mutagenen Belastung durch Umweltgifte beim Menschen bereits ihre Anwendung.

Koordinator: C. Johannes (Universität Essen)


Erstellt am: 12.07.2006 14:20:00 Uhr
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